Mit ‘Wirtschaft’ getaggte Artikel

Mit der GrünCardPlus Master Card bewusst konsumieren und spenden

Montag, 29. November 2010

Ab dem 1. Dezember werden wir mit der Kreditkarte ein weiteres Produkt für unsere Privatkunden anbieten. Diese Karte bringen wir gemeinsam mit unserem Partner Grünkauf  heraus. Wir verbinden hierfür eine Triodos-MasterCard mit der GrünCard von Grünkauf. Zusammen ergibt das dann die „GrünCardPlus MasterCard“.

Das Konzept von Grünkauf ist dem von payback ähnlich. Es existieren natürlich auch ganz wesentliche Unterschiede. Analog zu payback sammelt der Kunde Punkte beim Kauf mit der GrünCard oder eben unserer neuen Kreditkarte, der GrünCardPlus MasterCard. Die Vorteilspartner von Grünkauf stammen aus dem Bereich des nachhaltigen Konsums. Die Aufnahme eines neuen Vorteilspartners wird durch einen Beirat überwacht.

Darüber hinaus gibt es eine weitere Möglichkeit für Kunden der GrünCard bzw. der GrünCardPlus MasterCard, in zahlreichen Online-Shops Punkte zu sammeln. Diese wurden nicht durch den Beirat geprüft, sondern ergänzen die Vorteilspartner, indem sie in erster Linie Lebensbereiche abdecken, die weitgehend virtuell sind (z.B. Eintrittskarten, Musikdownloads), oder indem sie Unternehmen sind, die Grünkauf als förderungswürdig erachtet, die aber nicht vollständig die strengen Kriterien für Vorteilspartner erfüllen (z.B. bringmirbio.de oder oxfamunverpackt.de).

Mit der GrünCardPlus MasterCard kann der Kunde – im Unterschied zur normalen GrünCard – nun nicht mehr nur bei den Vorteilspartnern oder Online-Shops Punkte sammeln. So werden bei jedem (!) Umsatz, der mit der Kreditkarte GrünCardPlus MasterCard getätigt wird,  Punkte gesammelt. Also auch z.B. beim Kauf von (hoffentlich Bio-)Lebensmitteln, wenn diese mit der Karte bezahlt werden. Hier appellieren wir an das Bewusstsein der Kunden für nachhaltigen Konsum.

Die GrünCard und damit auch die GrünCardPlus MasterCard wollen diesen verantwortungsvollen Konsum mit einer Spendenmöglichkeit verbinden. Denn ein wesentlicher Unterschied zu payback ist die Verwendung der Punkte. Diese sollen in erster Linie an soziale und ökologische Projekte gespendet werden. Der Kreditkarteninhaber kann also bewusst konsumieren und darüber hinaus einen Beitrag für wertvolle Projekte leisten. Ab Mitte 2011 können Karteninhaber die Punkte jedoch auch zum Einkaufen bei Vorteilspartnern verwenden. Grundsätzlich müssen nach EU-Recht die Punkte auf Wunsch auch immer an den Karteninhaber ausgezahlt werden.

Dieses Konzept fanden wir so interessant und unterstützenswert, dass wir uns entschieden haben, Partner von Grünkauf zu werden und ein innovatives nachhaltiges Finanzprodukt zu entwickeln. Bei dieser Entscheidung war für uns auch der Umgang mit dem Datenschutz sehr wichtig. Grünkauf sammelt keine Daten, um diese zu vermarkten. Auch wir werten die Einzelumsätze, die mit der Kreditkarte getätigt werden, nicht aus. Der Datenschutz ist damit für unsere Kunden auf höchstem Niveau gesichert!

Die Kreditkarte ist im ersten Jahr kostenfrei. Jeder kann dieses Produkt also einfach mal ausprobieren. Und zur Begrüßung erhält jeder Karteninhaber 200 Punkte. Ab dem 2. Jahr berechnen wir € 29,- p.a. Sie erhalten dafür jährlich 200 Punkte, die (idealerweise) gespendet werden können. Desweiteren vergüten wir pro € 4, die Sie mit der Karte tätigen, 1 Punkt. Die GrünCardPlus MasterCard ist eine kontounabhängige Kreditkarte – das heißt: Ihr bestehendes Girokonto ist das Referenzkonto. Die Triodos Bank zieht die Umsätze der Kreditkarte von diesem Girokonto über ein automatisch eingerichtetes Kreditkartenkonto bei der Triodos Bank ein. Der Kreditkartenhalter kann auf Wunsch bequem Beträge auf das Kreditkartenkonto bei der Triodos Bank einzahlen und auf diese Weise vom aktuellen Zinssatz des TriodosTagesgelds profitieren.

Wir wollen auch mit diesem neuen Produkt hohe Transparenz und Klarheit leben und orientieren uns bei den Preisen am Markt. Hier noch ein Vergleich mit ähnlichen Produkten:

  GründCardPlus MasterCard GLS-BUND payback
Jahresgebühr 1. Jahr: frei + 200 Punkte € 30,- 1. Jahr: frei
  ab 2.Jahr: € 29,- + 200 Punkte € 30,- ab. 2. Jahr: € 25,-
Umsatz-      
vergütung pro 4€: 1 Punkt 1/3 der Umsatzprov. pro 4€: 1 Punkt
       

Über Feedback zu unserer neuen Kreditkarte GrünCardPlus MasterCard würde ich mich freuen.

Internationales Presencing Treffen mit Otto Scharmer in Boston

Montag, 22. November 2010

Ende Oktober war ich in Boston beim Presencing Institute am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Das Presencing Institute wird von Otto Scharmer und seinem Team betrieben. Die inhaltliche Grundlage seiner Arbeit hat er in dem vielbeachteten Buch  TheoryU –  Führen von der Zukunft her dargelegt.

TheoryU entstand aus der Frage, ob man von einer im Entstehen begriffenen Zukunft lernen kann? Denn Lernen basiert traditionell auf den Erfahrungen der Vergangenheit. In vielen Fällen jedoch ist klar, dass wir mit unserem Vergangenheitswissen die Gegenwart und Zukunft nicht genügend begreifen, geschweigen denn gestalten können. Die Arbeit an dieser Fragestellung hat bei Otto Scharmer und seinem Team zu der Erkenntnis geführt, dass die wichtigste Führungsaufgabe nicht ist, Ziele zu definieren oder eine Zukunftsvision zu entwickeln. Die wichtigste Führungsaufgabe ist es, den individuellen und gemeinsamen Prozess des Sehens der Realität zu initiieren und dahingehend zu vertiefen, dass wir beginnen, entstehende Möglichkeitsräume wahrzunehmen (siehe Aufsatz Handeln von der Zukunft her).

Aus dieser Fragestellung heraus hat Otto Scharmer die TheoryU entwickelt. Sie basiert im Wesentlichen auf 150 Interviews mit Menschen, die täglich mit Innovationsprozessen zu tun haben. Die Interviews können auf der Website www.dialogonleadership.org gelesen werden. Sie sind teils wirklich sehr spannend zu lesen!

Kurz zusammengefasst stellt TheoryU einen Prozess dar, bei welchem der Grad der Aufmerksamkeit erhöht wird. Das beginnt mit einem offenen Denken, geht über ein offenes Fühlen bis hin zu einem offenen Willen. Damit wird angedeutet, wie sich der Grad der Aufmerksamkeit verstärken und vertiefen kann. TheoryU weist auch auf die Hindernisse hin, mit denen wir diesbezüglich zu tun haben: nämlich mit Vorurteilen, mit Zynismus und mit der Schwierigkeit, wirklich von sich loszukommen.

Ich habe Ende Oktober in Boston am ersten Treffen  von insgesamt fünf Treffen einer Master Class teilgenommen, genannt PI-Lab. Wir werden uns noch 2x pro Jahr bis 2012 in Boston einfinden. Teilnehmende sind 70 in TheoryU erfahrene Berufstätige aus der ganzen Welt: UnternehmerInnen, NGO-VertreterInnen, Landwirte und BeraterInnen. Die Frage, die uns alle bewegt und für die wir die weite Reise gemacht haben, ist die nach dem Grad der Aufmerksamkeit (level of awareness) aus der TheoryU. Die Aufmerksamkeit kann sich auf die eigene individuelle Entwicklung, auf die Zusammenarbeit mit anderen und auf die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen richten. Hierzu bedarf es einer Offenheit auf der intellektuellen, gedanklichen Ebene, eines offenen Herzens sowie eines gerichteten  Willens und einer Willensanstrengung. Ich muss versuchen, den Anderen gedanklich und emotional in mich aufzunehmen, mich für sie oder ihn wirklich zu interessieren, kurz: vom Ich zum Du. Erst diese Umkehrung des Willens, der eigenen Aktivität ermöglicht, dass ich die Welt draußen in mein Herz aufnehmen kann.

Die Motivation für mehr Aufmerksamkeit sind die großen Herausforderungen, vor denen wir, unsere Gesellschaft, unsere Welt stehen: der Klimawandel und die  notwendige Transformation zu 100% Erneuerbare Energien, die große soziale Frage – und dann natürlich die konkrete Umsetzung von Lösungsansätzen.

Es scheint, dass wir Menschen heute so einfache Dinge wie Interesse für den Anderen und Anteilnahme an der Welt erst wieder ganz neu lernen müssen. Es ist, als ob wir durch die industrielle und technologische Entwicklung der letzten 200 Jahre immer mehr in die Vereinzelung und damit in den Egoismus geraten. Die Form von Kapitalismus, die uns die jüngste Finanzkrise beschert hat, bestätigt dies ja in erschreckender Weise. Eine Teilnehmerin berichtete, wie sie eine Zeitlang in einem reichen europäischen Land gelebt hat und dachte, hier müssten doch alle Menschen glücklich sein. Sie erlebte aber das Gegenteil. Wieder zurück in ihrem südamerikanischen Heimatland wurde ihr bewusst, dass Technik und Geld nicht glücklich machen. Eine einfache Erkenntnis, aber nicht immer leicht, sie auch zu leben.

Das PI-Lab fand im Wechsel zwischen Vortrag und Diskussionen an kleinen runden Tischen mit maximal fünf Teilnehmern statt. Das Programm wurde ergänzt durch Gastbeiträge von Ed Schein, Professor für Change Management am MIT (siehe sein neuestes Buch „Helping“), Nicanor Perlas, kürzlich Präsidentschaftskandidat auf den Philippinen (links im Foto zu sehen neben Otto Scharmer), und Jeffrey Hollander, Gründer von Sevens Generations, einem großen Ökounternehmen in den USA .

Nicanor Perlas sprach über neueste wissenschaftliche Ergebnisse auf den Gebieten der Nano-Technik, Gen-Technik, Informationstechnologie und Geo-Engineering. Das Geo-Engineering betrifft die aktive Einflussnahme auf das Wetter und unser Klima zur Eingrenzung weiterer Erderwärmung. Er entwarf daneben ein humanistisches Menschenbild und sprach eindringlich von der Notwendigkeit, das Konzept des Menschen als freies Wesen zu pflegen und zu vertiefen. Sonst drohe die Gefahr, dass immer mehr Roboter und Maschinen unser Leben bestimmen.

Jeder Teilnehmer des PI-Lab ist aufgefordert, sich mit einem für ihn oder sie wichtigen Thema auch in der Zeit zwischen den Kursen zu beschäftigen. Dazu haben wir kulturell diverse 5-er Gruppen gebildet, die sich gegenseitig helfen und unterstützen. In meiner Gruppe sind ein Amerikaner, eine Brasilianerin, zwei Inder, eine Niederländerin und ich. Ich habe für mich das Projekt „die Triodos-Werte leben“ gewählt. Wie geht das? Wo muss ich bei mir beginnen, mich verändern, meine eigene Aufmerksamkeit erhöhen? In den Gesprächen haben wir auf die Bilder geachtet, die vor das innere Auge kommen, wenn die oder der Andere von dem Thema erzählt, mit dem sie/er sich in der Zeit zwischen den Kursen beschäftigen möchte. Hierzu hat Otto Scharmer die Vorgehensweise des sogenannten „case clinic“ vorgeschlagen (case clinic). Es ist hochspannend, mehr auf diese Bilder zu achten und sich zu fragen: welche Zukunft kann sichtbar werden, wenn es gelingt, die Aufmerksamkeit darauf zu erhöhen? Da wir im PI-Lab ja ganz am Anfang des Übens stehen, werde ich hiervon in einem späteren Blog-Beitrag mehr berichten.

Bis 2020 eine Milliarde Menschen erreichen

Freitag, 12. März 2010

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Die Global Alliance for Banking on Values (GABV), ein Netzwerk von elf der weltweit führenden Nachhaltigkeitsbanken, darunter auch die Triodos Bank, kam vom 6. bis zum 8. März in der Nähe von Dhaka, Bangladesch, zusammen. Ziel der GABV ist es, eine erstrebenswerte, nachhaltige Zukunft für die Finanzindustrie sowie unsere Umwelt und Gesellschaft mitzugestalten. Zum Abschluss des Treffens in Bangladesch gaben die Mitglieder der GABV das Versprechen ab, bis 2020 eine Milliarde Menschen durch ihre Arbeit erreichen zu wollen, also aus heutiger Sicht jeden sechsten Menschen auf diesem Planeten. Klingt ambitioniert, ist aber nicht unrealistisch. Warum? Hier die Gründe:

1) Nachhaltigkeitsbanken erleben ein unglaubliches Wachstum derzeit – man muss sich nur die Jahresergebnisse der Triodos Bank für 2009 anschauen: das Geschäftsvolumen ist um 30% gewachsen, 50.000 neue Kunden konnten gewonnen werden, das Kreditvolumen ist um 31% gesteigert worden, 21% Mitarbeiterwachstum. Die anderen Nachhaltigkeitsbanken in der GABV sind ähnlich erfolgreich. Denn es findet ein Umdenken bei den Menschen hin zu Nachhaltigkeit statt, nicht nur was Konsum betrifft, sondern auch durch die Finanzkrise was Geldanlage angeht. Daher erwarten die Mitglieder der GABV, auch zukünftig stark zu wachsen und damit zur Erreichung des 2020-Ziels beizutragen.

2) Weitere Nachhaltigkeitsbanken werden bei der GABV-Mitglied werden: bereits bestehende Nachhaltigkeitsbanken, aber auch Neugründungen und traditionelle Banken, die sich zu Nachhaltigkeitsbanken umorientieren. Die GABV sieht ein großen Potenzial, ihren aktuellen Mitgliederkreis stark zu erweitern.

Wenn nun die aktuellen und zukünftigen Mitglieder der GABV nachhaltige Unternehmen, Projekte oder Institutionen finanzieren, dann können sie damit sehr viele Menschen erreichen. Konkretes Beispiel von der Triodos Bank: Im Rahmen von Krediten und durch unsere Fonds haben wir mit Stand 31.12.2009 mehr als 275 Erneuerbare Energien-Projekte mit einer Stromkapazität von insgesamt 950 MW in Europa finanziert. Bei den Projekten handelt es sich um 175 Windparks, 85 Solarparks und verschiedene kleinere Biomasse- und Wasserkraftprojekte. Diese produzieren ca. 2,25 Milliarden kWh pro Jahr (entspricht vermiedenen CO2-Emissionen von über 800.000 Tonnen pro Jahr!), was dem durchschnittlichen Stromverbrauch von ca. 630.000 europäischen Haushalten entspricht. 630.000 x 2,2 (durchschnittliche Haushaltsgröße EU-15) macht knapp 1,4 Millionen Menschen. Und Erneuerbare Energien ist nur ein Bereich der Nachhaltigkeit, den die Triodos Bank finanziert – und zukünftig noch stärker finanzieren will: denn allein das Kreditvolumen soll dieses Jahr noch einmal um insgesamt 40% gesteigert werden.

Oder das Beispiel BRAC Bank aus Bangladesch, ebenfalls Mitglied in der GABV: mit ihrem Mikrofinanz-Programm hat die BRAC Bank 2008 mehr als acht Millionen Kunden erreicht und damit einen signifikanten Beitrag zur Armutsbekämpfung geleistet.

Aber die GABV hat auch den Anspruch, sich weltweit aktiv in politischen und gesellschaftlichen Diskursen einzubringen, um ihren Einfluss für eine nachhaltige Zukunft geltend zu machen. Wenn man sich die Netzwerke der Nachhaltigkeitsbanken und ihrer CEOs anschaut, dann scheint auch dies ein realistisches Vorhaben. Ein Ausbildungsprogramm der GABV für die nächste Generation nachhaltiger Banker ist ebenfalls in Planung.

Es gibt viele Netzwerke von Unternehmen in dieser Welt, viele die mehr Prestige als Inhalt sind – ich glaube, die Global Alliance for Banking on Values wird dies nicht sein. Nachhaltigkeitsbanken sind nicht dafür bekannt, leere Versprechungen zu machen. Wir halten euch auf dem Laufenden, wie sich die Global Alliance for Banking on Values entwickelt.

Triodos Leadership Programm

Donnerstag, 21. Januar 2010

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Ich habe die letzten drei Tage auf einem kleinen Gut der D.O.B. Foundation im Rahmen des Triodos Leadership Programms“ verbracht. Die Stiftung ist Kunde der Triodos  Bank Niederlande und war unser Gastgeber.

In den nächsten 18 Monaten will sich das Team sowohl mit der Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten als auch mit der Entwicklung der Triodos  Bank auseinandersetzen. Die Teilnehmer kommen aus allen fünf Filialen und der Zentrale der Bank. Es sind verschiedene Hierarchieebenen vertreten. Die Präsenzmeetings werden zukünftig  jeweils nacheinander in den Ländern stattfinden, in denen die Triodos Bank vertreten ist. Im Rahmen des ersten Meetings haben wir uns u.a. auch mit der Theory U von Prof. Otto Scharmer befasst. Gegenstand der Auseinandersetzung waren nur die Phasen des „Zuhörens“( Downloading; Factual; Empathic; Generative).

Ich lade jeden, der an einer Methodik, die zu Innovation  führt , interessiert ist, ein, sich mit der Theory U auseinanderzusetzen. Ich sehe, dass gerade das richtige Zuhören wichtig ist, um zu verstehen, welche Fragen zukünftig von Bedeutung sind.

Ein Gast bei der Veranstaltung war Prof. Klas von Egmont von der Universität Utrecht. Er hat seine Überlegungen zur Entwicklung von historischen Phasen vorgestellt. Mir ist hier nochmals deutlich geworden, dass  es keine einfache, radikale Lösung und keine einfachen Antworten auf die Fragen der Zukunft geben kann.  Die Balance verschiedener Aspekten wie z.B. Globalisierung und Regionalisierung  sind das Entscheidende.

Wie können wir Nachhaltigkeit mit in unser tägliches Tun bringen?

Dienstag, 19. Januar 2010

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Letzten Donnerstag war ich zu einer Veranstaltung bei der Fa. Duschl Ingenieure geladen, um über die Frage zu sprechen, wie wir im Alltag nachhaltig mit einander umgehen und handeln können.

Die zwei Impulsreferate, die der Coach und Unternehmensberater Hans Joachim Achatzi und ich gaben, handelten von den drei P´s, People, Planet, Profit, und wie diese drei in ein Gleichgewicht, in eine gesunde Balance zu bringen sind.

Wir sprachen über die Schwierigkeit, die komplexen Zusammenhänge, zum Beispiel bezüglich der Finanzkrise, erst einmal zu verstehen. Dazu wäre es notwendig, das Phänomen Finanzkrise von verschiedenen Seiten aus zu betrachten. Jeder von uns hat seine eigene Sichtweise darauf. Es wäre wichtig, diese verschiedenen Sichtweisen zusammenzutragen, sich gemeinsam ein Bild davon zu machen. Diese gemeinsame Form der Bildgestaltung deutet auf eine neue Art der Urteilsbildung hin. Es wird dann erkennbar, dass das gemeinsam im Gespräch erstellte Bild viel reicher und gesättigter ist, als jenes, welches man sich alleine von dem Phänomen bildet. Einfach gesagt: ich muss um den Baum einmal ganz herum laufen, ihn dabei anschauen, um zu einem vollständigen Bild des Baumes zu gelangen. Wenn sich fünf oder sechs Menschen an verschiedenen Orten rund um den Baum aufstellen, können sie ihr jeweiliges Bild im Gespräch zusammentragen.

Diese Art der Urteilsbildung ist ja auch in den drei P´s enthalten. Maximale Nachhaltigkeit bedeutet hier für Triodos, dass die Bedürfnisse aus den drei Feldern People, Planet und Profit in einem gesunden Gleichgewicht stehen. Ein Urteil, wo hier das gesunde Gleichgewicht erreicht ist, kann man alleine fällen. Es fällt aber reicher und gesättigter aus, wenn dieses Urteil durch die Bildgestaltung von mehreren entsteht, wo jeder die Sicht aus seiner Lebensperspektive beiträgt.

In der sich daran anschließenden Diskussion kamen die Schwierigkeiten zur Sprache, die so einer Urteilsbildung im Wege stehen können: Vorurteile, Zynismus, und Angst. Man muss in so einem Prozess auch den eigenen Standpunkt verlassen können und auf den anderen zugehen. Sonst entsteht kein gemeinsames Urteil, welches von allen mitgetragen werden kann.

Im weiteren Gespräch kamen noch ganz andere, praktische Fragen auf, wie “Welche Renditeerwartung ist heute angemessen? (profit)”, oder “Wie können wir unser Ausbildungssystem so weiterentwickeln, daß der Auszubildende, oder die Studentin diese neue Art der Urteilsbildung, des ganzheitlichen Denkens, lernen können? (people)”, oder “Wie muß ein Management Team zusammen arbeiten, damit die Firma erfolgreich wird? (people)”. Es waren rund 40 Gäste dort, und die vielen aufgeworfenen Fragen wurden angeregt weiter besprochen in der Pause und danach.

Kapitalismus neu denken!

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Wie wir den Kapitalismus neu denken müssen und was Otto Scharmer dazu auf unserer Eröffnungsveranstaltung sagte:

Otto Scharmer “Kapitalismus 3.0″ from Triodos Bank Deutschland on Vimeo.

Otto Scharmer auf der Triodos Bank Eröffnung

Mittwoch, 02. Dezember 2009

Otto Scharmer skizzierte mehrere Phasen des Kapitalismus: 1.0 Free Market (diese Phase ist gekennzeichnet von Wachstum, Privatisierung etc.), 2.0 Social Market Capitalism (“distribution, welfare state, unions, ngo’s, stakeholder negotiation, lobby-based regulation”) .

Nach Otto Scharmer versuchen wir aktuell Probleme des nächsten Kapitalismusstadium 3.0 mit Heransgehensweisen und Lösungsversuchen des Kapitalismus 2.0 zu lösen. Es geht für ihn darum, dass wir uns jetzt von einem Verhalten des “Ego-Bewustssein” hin zu einem “Stakholder-Bewusstsein” bewegen, hin zu einem “partnerschaftlichen Miteinander”. Für alle, die das genauer wissen möchten, hier der Link zu einem seiner paper, wo er die “Seven Acupuncture Points for Shifting Capitalism to Create a Regenerative Ecosystem Economy”.