Mit ‘Triodos Bank’ getaggte Artikel

Unsere Wurzeln – unsere Zukunft

Donnerstag, 02. Dezember 2010

Heute vor einem Jahr haben wir die Eröffnung der Deutschlandniederlassung gefeiert und hatten gerade 24 Stunden lang die Bank geöffnet! Ein Jahr, in dem wir mit einem Team von ca. 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel gestemmt haben, mit viel Herzblut und Engagement. Ich kann mich noch gut erinnern, wie unsere Website entstand, wie unsere Druckerei Lokay täglich weitere Materialien lieferte, wie unsere Räumlichkeiten ökologisch ausgebaut wurden und langsam ein Gesicht bekamen, bis schließlich endlich alle in ihre Büros ziehen konnten. Das war alles eine wahnsinnig spannende Zeit!

Vor einem Jahr habe ich dann während der Eröffnung spontan ein Interview mit Rudolf Mees gemacht, einem der Gründer der Triodos Bank.

Mich persönlich hat das wirklich bewegt – dieser  nach wie vor vorhandene Pioniergeist und die tiefe Überzeugung, etwas zu ändern, einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten. Leider ist Rudolf Mees dieses Jahr verstorben.

Alexander Schwedeler hat in unserem Newsletter nun einen ganz persönlichen Nachruf auf Ihn geschrieben. Und doch: Nun ist es an den darauf folgenden Generationen, diesen Beitrag zu leisten – hoffentlich immer wieder mit dem Humor, der Leichtigkeit und dem Blick “auf das große Ganze”, wie es Rudolf Mees zu eigen war. Wir tun unser Bestes und hoffen, dass merkt man “da draußen” :-)

Die Welt besser trinken leicht gemacht…

Freitag, 19. November 2010

Ja, das hört sich für mich an, wie “Die Welt besser trinken leicht gemacht.” Das klingt irgendwie “LoHa”, aber dahinter stehen spannende Geschäftsmodelle. Und die haben Namen wie LemonAid, Quartiermeister oder auch Riesperle, genauso wie Premium Cola oder Viva con Agua de St.Pauli.

Allen gemeinsam ist: Sie bewegen sich im schnelllebigen Getränkemarkt und sie versuchen sich an einem “öko-sozialen” Geschäftsmodell. Kurz: Sie reden nicht über CSR und beschäftigen keine CSR-Stabstelle mit Berichten “zur Weltrettung” – Nein: Sie möchten mit Ihrem Geschäftsmodell einen aktiven Beitrag als Unternehmen dazu leisten.

Gestern las ich in der Enorm einen Artikel über manche dieser Unternehmen. Was mir dabei immer wieder auffällt und was ich so positiv finde: Es gibt hier keine Berührungsängste mehr damit, “für etwas” Geld zu verdienen. Und das “für etwas” sind klare Wertvorstellungen, die sehr praktisch gelebt werden – aber eben mit einem Geschäftsmodell, das zulässt das man für den eigenen “öko-sozialen Unternehmenszweck” eine GbR oder auch eine GmbH ist. Manchmal wird auch ein Verein mit einer GmbH gekoppelt.

Denn vom Ziel her gedacht und das ist bei allen “die Wirkung”, macht das Sinn. Und daher freue ich mich ganz persönlich, dass gerade in dieser jungen Gründer- und Gründerinnengeneration nicht nur der “öko-soziale Gedanke” so tief verankert zu sein scheint, sondern auch wirklich “Unternehmergeist”. Da wächst, so ist mein Eindruck, ein neues Bewusstsein für “Entrepreneurship” !

Übrigens: Wir, also die Triodos Bank, sind eine AG in eine Stiftung eingegliedert. Für alle, die interessiert, wie das bei uns funktioniert, lest hier mehr.

5 Länder, 15 Kollegen aus Marketing und PR = rauchende Köpfe und jede Menge Spaß!

Freitag, 08. Oktober 2010

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….so lässt sich aus meiner Sicht am Besten unser zwei Tage dauerndes Meeting mit den 15 internationalen Kollegen aus Marketing und Pressearbeit zusammenfassen. 48 Stunden lang haben wir die Köpfe zusammen gesteckt, diskutiert und nachgedacht über die Triodos Bank heute und in Zukunft. Lustig war es wie immer – aber abends beim gemeinsamen Kochen, wo richtig Teamarbeit angesagt war und es – zumindest zu meinem Erstaunenen – doch am Ende essbar war, was wir da produziert hatten, war es am Schönsten.
Aber so oder so wären wir nicht verhungert, wie Maarten, der Kollege für PR aus den Niederlanden, in eloquentem Deutsch erleichtert feststellte, denn: “Die Suppe ist ja schon vorgekocht worden.” Auch Georg Schürmann, einer unserer beiden Geschäftsleiter, kochte fleißig mit – aber lange Rede, kurzer Sinn, macht euch einfach selbst ein Bild.

Ist der Wert eines Tages Geld – oder: Was ist der Wert eines Tages? Unsere Antworten.

Mittwoch, 29. September 2010

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In wenigen Tagen wird unsere deutsche Niederlassung 10 Monate alt – am 1.Oktober 2010. Seitdem fragen wir in unseren Anzeigen unter anderem “Ist der Wert eines Tages Geld?”. Ganz sicher nicht, meinen wir. Für uns ist Geld “Mittel zum Zweck” – ein Mittel um etwas zu bewegen, zum Positiven zu verändern. Wir als Bank leihen uns das Geld von unseren Privatkunden und verleihen es weiter und zwar nur an ökologische, kulturelle und soziale Projekte oder Unternehmen, die wiederum damit etwas finanzieren können.

Und da wären wir auch schon wieder bei den Menschen: Es braucht also in jedem Fall Menschen, die das Geld so einsetzen, dass es etwas für eine lebenswerte Zukunft bewegen kann.
Und da wir nun ja schon in unseren Anzeigen alle fragen, nur nicht uns, dachten wir, dass wir euch irgendwie unsere Antworten schuldig geblieben sind. Gesagt, getan -wir haben mal bei uns im Haus rumgefragt: Wenn der Wert eines Tages nicht Geld ist, was ist es denn dann für euch? Unsere Antworten? Lest selbst!

Mit Freunden etwas Gutes essen und ein Glas Wein trinken.

Für mich ist der Wert eines Tages, mindestens einmal herzlich zu lachen.

Schöne Musik, ein inniges Gespräch. Ein Lächeln, das über ein zur Sonne gewandtes Gesicht gleitet.

Ein Kind lachen sehen, die Sonne auf der Haut fühlen, Grillenzirpen lauschen, Rosenduft riechen, die Dankbarkeit eines Fremden spüren und die Vertrautheit und Nähe unter Freunden genießen.

Das ansteckende Lachen meiner Tochter, ein Lieblingsgericht für die Familie kochen, ein Spaziergang im Grünen, intensive Gespräche mit guten Freunden.
Freunde treffen

Für mich hat der Tag einen Wert, wenn es gute und gut gelaunte Gespräche gab und wir gelacht haben

Ein gutes Gespräch unter Freunden

Der Wert eines Tages ist die Begegnung mit Mitmenschen

Am Abend beruhigt einschlafen zu können

Schönes Wetter,etwas Entspannung und nette Leute um mich herum

Das gute Gefühl am Abend, seinen Zielen wieder ein Stück näher zu sein.

Energie aus den Sonnenstrahlen zu gewinnen…

Ein guter Tag ist, wenn man glücklich und zufrieden ist

Zufrieden ins Bett gehen

mindestens einmal (über sich selbst gelacht) zu haben

So, das war es von unserer Seite – und was ist der Wert eines Tages für euch?

“Positiven Druck ausüben” – Alice Byers ist Nachhaltigkeitsanalystin beim Triodos Bank Research Team

Donnerstag, 29. Juli 2010

Nachhaltigkeitsanalystin Alice Byers

Nachhaltigkeitsanalystin Alice Byers

Alice Byers ist eine unserer Nachhaltigkeitsanalystinnen. Die gebürtige Kanadierin arbeitet seit zwei Jahren für das Research Team der Triodos Bank. Zu ihrem Fachgebiet gehört die Papier- und Forstwirtschaft. Das Research Team ist auf verschiedene Standorte verteilt. Alice Byers arbeitet bei uns in Frankfurt, ihre Teamkollegen sitzen zum Beispiel in Großbritannien und den Niederlanden. Für den TriodosBlog haben wir sie zu ihrer täglichen Arbeit befragt.

Alice, was macht eine Nachhaltigkeitsanalystin bei der Triodos Bank?

Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen unterstütze ich die anderen Geschäftsbereiche der Triodos Bank mit Hinweisen und Erkenntnissen aus der Forschung über Nachhaltigkeitsthemen. Unser Team entwickelt und aktualisiert konkrete Positionen der Triodos Bank, Perspektiven und Mindeststandards – vor allem für unsere SRI-Produkte. SRI steht für Socially Responsible Investment, also nachhaltige Kapitalanlage in Form von Fonds. Wir erforschen viele unterschiedliche soziale und ökologische Themen, damit die Triodos Bank weiterhin zu den Meinungsführern auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit gehört und unsere geschäftlichen Entscheidungen unsere Werte reflektieren.

Wir schreiben auch die Triodos Bank Position Papers, das sind Denkschriften über unseren Standpunkt zu Menschenrechten, Kernenergie und Tierversuchen. Zusätzlich prüfen wir auch Geschäftspartner und Dienstleister der Triodos Bank. Von der Birne bis zum Druckertoner, vom Kaffee bis zum Stromerzeuger wählen wir immer die Produkte und Dienste mit den besten sozialen und ökologischen Ergebnissen. Trotzdem müssen Qualität und Nutzwert stimmen. In einigen wenigen Fällen sind wir leider auf Anbieter angewiesen, die nicht vollumfänglich unseren Kriterien standhalten. Das ist dann der Fall, wenn kein anderer Anbieter existiert oder in Frage kommt.

Was sind Mindeststandards?

Wir haben eine bestimmte Methodologie für unser Arbeit, basierend auf der ‘best-in-class’-Klassifizierung und unseren Mindeststandards. Insgesamt haben wir mehr als zwanzig solcher Mindeststandards. Sie betreffen Themen wie Rüstung und Waffen, Tierversuche, Umweltschäden, Unternehmensführung (Corporate Governance), Korruption, Arbeitsrecht, Menschenrechte, Pornografie, Tabak, Alkohol, Glücksspiel, usw. Natürlich sind nicht alle Kriterien für jedes Unternehmen oder jede Branche relevant. Wir müssen übrigens auch entscheiden, was „relevant“ überhaupt bedeutet. Das ist nicht immer einfach!

Wenn möglich, nutzen wir internationale Standards und bewährte Verfahren: The International Labour Organisation Basic Labour Rights, the United Nations Declaration of Basic Human Rights, EU Gesetze oder internationale Gruppen für bestimmte Rohstoffe oder Themen, wie Biodiversität, Abforstung oder Kinderarbeit. Diese Mindeststandards werden immer wieder erneuert, so dass wir immer noch ein Stück weiter in die richtige Richtung gehen. Unsere Methodologie ist sehr eng mit weiteren Informationsquellen verbunden. Wir arbeiten mit anderen Forschungspartnern, wie Sustainalytics und dem European Corporate Governance Service, haben Kontakte mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Nachhaltigkeitsstandards wie dem Bio- oder dem Fair-Trade-Siegel, integrieren Berichte von internationalen Organisationen und stehen in engem Kontakt zu den Unternehmen, die wir untersuchen. Natürlich arbeiten wir auch eng mit unseren Triodos Kollegen, dem Triodos Vorstand, dem Geschäfts- und Privatkundenbereich. Wir haben außerdem einen sehr wichtigen Beirat, eine Gruppe von Experten aus dem akademischen Umfeld, der Politik, verschiedenen NGOs und der Geschäftswelt.

Was bedeutet „best-in-class“?

Einen großen Teil unserer Arbeit investieren wir für die Fonds der Triodos Bank. Für sie suchen wir Firmen, die aus einer sozialen oder ökologischen Perspektive besonders positiv auffallen. Aus diesem Blickwinkel ermitteln wir auch die jeweils besten Firmen von ganz normalen, nicht grundsätzlich nachhaltigen Branchen. Erst schauen wir, welche Unternehmen ‘best-in-class’ – die Besten in ihrer Branche – sind, dann überprüfen wir ganz genau, ob sie unsere Mindeststandards erfüllen. Ungefähr 23 Prozent der Firmen die wir untersuchen, sind Anwärter oder bereits anerkannte Unternehmen unserer Fonds.

Allerdings versuchen wir natürlich die Firmen, in die wir investieren, davon zu überzeugen, weiter ihre sozialen und ökologischen Ergebnisse zu verbessern. „Best-in-class“ bedeutet also nicht, dass das Unternehmen schon 100 Prozent nachhaltig wirtschaftet. Uns ist sehr wichtig, verantwortungsvolle, aktive und engagierte Aktionäre zu sein. Indem wir die Vertretung für unsere Anleger bei der Hauptversammlung eines Unternehmens übernehmen – man spricht dabei von Proxy Voting – können wir dort Fragen zur Firmenpolitik stellen und Veränderungen anregen. Im April dieses Jahres nahm Georg Schürmann diese Chance bei Henkel wahr. Gerade auf einer Hauptversammlung ist es möglich, Fragen zur Nachhaltigkeit zu stellen. Wir wollen beispielsweise wissen, ob das Gehalt des Firmenvorstands an Nachhaltigkeitskriterien geknüpft ist oder ob das Unternehmen feste Ziele für die Verringerung der CO2-Emission verfolgt. Häufig bitten uns die Unternehmen dann auch um persönliche Termine, bei denen wir unsere Expertise vermitteln können. Bei gesellschaftlichen Kontroversen fragen wir grundsätzlich nach, wie die Unternehmen damit umgehen. Bei einem Autohersteller würden wir zum Beispiel erwarten, dass er die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien voran bringt. Positiven Druck üben wir schließlich auch über unsere Website aus. Dort sind nur die Unternehmen aufgeführt, die unsere Kriterien erfüllen.

Wie schwer ist der Informationsbeschaffungsprozess?

Das hängt vom Unternehmen, der Branche und dem Thema ab. Mal ist es ist leichter, mal schwerer. Wann immer wir nicht weiter kommen, fragen wir beim Unternehmen nach. Transparenz ist uns sehr wichtig – und wenn sie nicht antworten können oder wollen, dann ist das ein Ausschlusskriterium. Es ist beispielsweise sehr schwierig herauszufinden, ob ein Finanzinstitut Beziehungen zu Rüstungsunternehmen unterhält. Wir müssen fast immer die Banken selbst fragen. Tierversuche sind ein weiteres Thema, bei dem wir oft nachfragen müssen. Wir akzeptieren beispielsweise Tierversuche nur dann, wenn sie medizinisch notwendig sind oder der Gesetzgeber sie fordert.

Wie arbeitet das europäische Research-Team zusammen und aus welchen Bereichen kommen die Analysten?

Wir sind ein Team mit Spezialisten auf unterschiedlichen Gebieten und arbeiten ziemlich eng zusammen. Der Kern unseres Teams sitzt in der Zentrale in den Niederlanden. Zusätzlich haben wir Kollegen in der britischen, der belgischen und der deutschen Niederlassung. Wir telefonieren und mailen täglich, auch Telekonferenzen gibt es häufig. Viermal pro Jahr treffen wir uns in den Niederlanden. Das Team setzt sich aus zwölf Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen zusammen: Biologie, Volkswirtschaft, Ökologie, Umweltpolitik, nachhaltiger Tourismus und Sozialarbeit. Wir arbeiten immer im Team, jede Analyse wird von anderen Kollegen überprüft.

Zusätzlich diskutieren wir häufig in unseren wöchentlichen Prozessterminen über bestimmte Aspekte. Wir treffen uns mehrmals im Jahr mit dem Beirat und mit dem Vorstand der Triodos Bank. Wenn ein Thema also sehr komplex und vielschichtig ist, können wir das im Team ansprechen oder auch den Beirat konsultieren. Meine Kollegen und ich bitten außerdem oft um Input, wenn es um kontroversere Themen oder besonders komplizierte Fragen geht. Neulich habe ich bei unserem wöchentlichen Montagsmeeting den Kollegen der Triodos Bank das Thema Tierversuche vorgestellt. Daraus ergab sich eine Diskussion, die mir wiederum neuen Input lieferte. Diese Meetings finden in allen Standorten statt und fördern teilweise länderspezifisch unterschiedliche Meinungen und Aspekte zu Tage.

Wie fließt eure Forschung dann in die praktische Arbeit der Triodos Bank ein? Welche Rolle spielen beispielsweise deine Ergebnisse für unsere Fonds oder andere Produkte?

Das Triodos Research Team ist wirklich ein Eckpfeiler unserer Bank. Unsere Analysen beeinflussen fast jede Entscheidung – was ist unsere Position, wer sind unsere Geschäftspartner und Geschäftskunden, wo und mit wem arbeiten wir, in welches Unternehmen investieren wir? Wir entscheiden, welche Firmen für unsere Fonds in Frage kommen und welche Autos unsere Mitarbeiter fahren. Es ist jedenfalls eine sehr spannende Arbeit und ich lerne immer wieder etwas Neues.

Alice, vielen Dank für diesen umfassenden Einblick in deine Arbeit.