Mit ‘Nachhaltigkeit’ getaggte Artikel

Mittwoch, 04. Januar 2012

Liebe (noch nicht)-Kundinnen, liebe (noch nicht)-Kunden, liebe WegbegleiterInnen und WeltbewegerInnen,

Mit Geld etwas zu bewegen – das ist es, was wir bei der Triodos Bank erreichen wollen. Und das können wir nur durch die Menschen, die sich entschließen, unsere Kundinnen und Kunden zu werden. Kurz: Ganz einfach Menschen – wie wir selbst – die auch mit Ihrem Bankkonto einen Unterschied machen möchten,  um einen positiven Wandel zu ermöglichen.

2011 war ein Jahr mit viel Umbruch und Aufbruch:  Wir mussten furchtbares Leid in Fukushima sehen, das viele so tief bewegt hat, dass Ökostromanbieter eine wahre Flut an Neukunden erlebt haben.
Wir hatten viele Jahrzehnte für den Ausstieg aus der Atomenergie demonstriert – nun wurde dieser nicht nur durch erneuten friedlichen Protest endlich durchgesetzt, sondern der Ausstieg wurde auch gewählt. Und dabei wollen es viele Menschen nicht belassen.
Wir erleben weltweite Demonstrationen gegen das bestehende Finanzsystem. Man hat das Gefühl „Nach der Krise ist vor der Krise“ – oder war es umgekehrt?

Und doch: Wohin man sieht geht etwas zu Ende, aber zugleich entsteht viel Neues:
Regionen erfinden funktionierende Regionalwährungen, Menschen schließen sich in Öko-Landbau Kooperativen zusammen, neue Formen der Nachbarschaftshilfe entstehen, Elterngemeinschaften gründen Schulen und so viel mehr, das Mut macht.
Mut der uns darin bestärkt,  dass wir alle, jede und jeder einzelne von uns, gemeinsam „das Gesicht der Welt verändern können.“

Lassen Sie uns auch dieses Jahr gemeinsam viel bewegen! Es ist an uns allen, endlich zu handeln.
Die Zeit dafür ist jetzt!

Alles Gute für ein bewegtes und bewegendes Jahr 2012!

Anna Handschuh, für das ganze Team der Triodos Bank

Ethische Investments – es geht voran, aber noch keine kraftvolle Bewegung

Mittwoch, 21. September 2011

Auf der Fachtagung zum Thema „Ethisches Investment“ von „Brot für die Welt“ und der Evangelischen Akademie wurde ich eingeladen, Einblicke in die praktische Arbeit in diesem Bereich zu geben.

Die Teilnehmer kamen überwiegend aus kirchlichen Institutionen – wie z.B. Kirchenbanken. Auch Stiftungen und andere interessierte Privatpersonen waren vertreten. Die Triodos Bank war der einzige Vertreter aus dem Kreis der Nachhaltigkeitsbanken.

Auf der einen Seite war ersichtlich, dass sich immer mehr Menschen, denen Werte wichtig sind, mit nachhaltigem Investment befassen. Wie eine Studie der Investmentgesellschaft der Genossenschaftsbanken, Union-Investment, bestätigt, ist gerade bei dem dargestellten Teilnehmerkreis – Kirchen und Stiftungen – das Thema angekommen.

Auf der anderen Seite habe ich gespürt, mit welchen Widerständen diese Institutionen noch kämpfen. Nachhaltigkeit darf eben nicht weniger Rendite erzielen. Leider ist dieses Vorurteil noch immer nicht ausgestorben, obwohl viele wissenschaftliche Arbeiten nachgewiesen haben, dass die nachhaltige Geldanlage langfristig die gleiche finanzielle Rendite wie konventionelle Anlagen bringen. Auch scheint es ein Problem, dass durch die Einschränkung der Aktien und Anleihen, in die man investiert, ein Vergleich mit Indizes wie dem DAX schwerer fällt. Dies führt für die Institutionen, die investieren, zu Rechtfertigungsdruck gegenüber Kontrollgremien und anderen Stakeholdern. Nachhaltiges Investment ist noch keine Selbstverständlichkeit.

Außerdem fiel mir auf, dass die kleinen bestehenden Unterschiede in den Kriterien von Kirchenbanken und Nachhaltigkeitsbanken mehr diskutiert werden, als dass die Gemeinsamkeiten herausgearbeitet werden. Die Ausschlusskriterien sind nun mal nicht bei allen überzeugten Teilnehmern identisch. Katholische Kirchenbanken schließen öfters Alkohol nicht aus, da es eben auch heute noch Klosterbrauereien gibt. Die große Übereinstimmung bei den angewendeten Ausschlusskriterien hat mich aber beeindruckt. Die Kriterien der Triodos Bank entsprechen in den meisten Punkten denen von Kirchenbanken. Aus meiner Sicht besteht hier ein Potential mit Betonung des Gemeinsamen auch eine gemeinsame Bewegung zu entfachen. Ein gutes Beispiel sind die “Entwicklungspolitischen Kriterien” von “Brot für die Welt”.

Ich hoffe, dass mit den entstandenen Kontakten auf der Fachtagung dieses Gemeinsame weiterentwickelt werden kann. Die Triodos Bank ist Mitbegründer der „Global Allicane for Banking on Values“. Auf der Konferenz war zu spüren wie groß die Basis des „Banking on Values“ in Deutschland ist. Wir wollen sie zum Leben bringen.

Fast forward – Berlin Eco Fashion Days

Montag, 31. Januar 2011

Was hat eine Bank mit Mode zu tun? Das haben mich in Berlin einige während der Fashion Week gefragt und fanden es dann aber schnell toll, dass eine Bank, wie wir, die noch jungen Event-Initiativen rund um Eco Fashion in Berlin unterstützt.
Wir sind oft in der Rolle der “Möglich-Macher” oder “SustainEnabler” – so auch in diesem Fall und das hat einen einfachen Grund und dieser liegt in den Auswirkungen der konventionellen Textilindustrie selbst begründet. Um mehr als den massenhaften Absatz von Bio-Baumwolle, sondern auch einen nachhaltigen und sozial verantwortlichen Anbau und Weiterverarbeitung zu unterstützen, braucht es Unternehmer, die “Bio” und “Öko” mit ethischen Werten verbinden. Und diese Unternehmer brauchen Plattformen, um sich zu präsentieren.
Neulich sah ich auf deinem Taxi die Werbung “Embrace Nature – choose cotton” – doch so einfach ist es eben lange nicht.
Im Gegenteil: Die textile Verarbeitungskette gilt aufgrund ihrer extremen Komplexität als besonders schwierig, nachhaltig zu gestalten und ist sehr verzweigt mit vielen Lieferanten und Produktionspartnern – eine echte Herausforderung also, aber auch ein echter Hebel, um wirklich etwas für unsere Welt von morgen zu bewegen.

Und das führte uns nach Berlin, um dort die Veranstaltung The Key To, den GREEN Showroom und den eco showroom zu unterstützen.

Alle drei Eco Fashion Events haben unterschiedliche Schwerpunkte und finden entsprechend auch in verschiedenen Locations statt. Während die The Key To dieses Jahr in der Columbiahalle genau gegenüber der Bread & Butter Quartier bezog und ihren Schwerpunkt auf Casual wear legt, findet sich im Green Showroom Eco Luxury vor entsprechender Kulisse: dem Hotel Adlon.
Den Macherinnen Magdalena Schaffrin und Jana Keller ist es mit dem GREEN Showroom gelungen, überzeugend das Themo “Eco” auf ein sehr hochwertiges Niveau zu heben. Besonders gut gefiel mir jedoch die “Salonshow” des GREEN Showroom - Laufsteg einmal anders, nämlich in den Salonräumen des Adlon.

An einem der Abende hatte ich noch Gelegenheit, unsere Arbeit beim Auftakt Dinner zu “Create Green”, eine Kooperation des Berliner Kreativwirtschaftsnetzwerk “Create” und “The Key To” vorzustellen.

Mein Fazit: Der Bereich Eco Fashion entwickelt sich, aber um in die großen Vertriebswege zu kommen, die letztlich Eco Fashion für alle zugänglich zu machen, benötigt er weitere starke Player im Markt als Unterstützer und Multiplikatoren! Einer könnte z.B. die Messe Frankfurt sein, deren französische Tochter letztes Jahr die Pariser “Ethical Fashion Show” gekauft hat.

Gemeinsam was bewegen fängt bei uns an. Wie – das verraten wir hier!

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Liebe Kundinnen und liebe Kunden, liebe Menschen, die uns nahe stehen, die uns begleiten, begleitet haben und noch begleiten werden,

heute möchten wir einmal Danke sagen – wir, das sind alle Kolleginnen und Kollegen hier in Frankfurt in der Triodos Bank. (Das Foto ist übrigens während eines Teamtreffens vor einigen Tagen entstanden.)

Nun sind wir in Deutschland schon ein Jahr und einige Tage alt und Weihnachten steht vor der Tür. Vor uns liegt 2011. Letztes Jahr sind viele neue Kolleginnen und Kollegen zu uns gestoßen – z.B. Marion Buley, die zusammen mit Bettina Atwood nicht müde wird, spannende neue Projekte und Unternehmen aus dem Bereich Öko-Landbau für uns zu gewinnen. Oder Maren Weber, die seit kurzem engagiert das Marketing verstärkt, genauso wie Thomas Horvath, der uns nun bei der Finanzierung erneuerbarer Energien-Projekte tatkräftig unterstützt.

Dabei sind wir ein kleines Team in Deutschland mit ca. 30 Mitarbeitern, die ganz schön viel gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern 2010 bewegt haben.

Einige von Ihnen haben nun in den letzten Tagen unsere Weihnachtspost bekommen – aber irgendwie war uns das nicht genug: Eine Karte entwerfen, sie unterschreiben und dann ab in den Umschlag. Wir wollten Ihnen auch etwas Persönliches von uns übermitteln – also haben Maren Weber und ich einmal unsere Kolleginnen und Kollegen gebeten, uns zu sagen, was jeder Einzelne von ihnen nächstes Jahr eigentlich bewegen möchte. Sie sehen also, wir meinen das ganz ernst, wenn wir sagen: “Lassen Sie uns etwas gemeinsam bewegen”. Und was das für uns als Menschen bedeutet, lesen Sie hier:

Ich will mich bewegen – Mich! (vergangenes Jahr bin ich wenig zum Sport gekommen….)

Ich möchte mich & unsere Bank & unsere Gesellschaft bewegen. Und zwar in Richtung Nachhaltigkeit, in Richtung ZUKUNFT.

Ich möchte bewegen – etwas Positives für die Menschen, die mir am Herzen liegen, und für mich.

Persönlich: mehr Zeit mit Freunden verbringen. Und beruflich: mehr für die Triodos Mitarbeiter tun.

Ich möchte ein Projekt zur betriebswirtschaftlichen Effizienz in der Landwirtschaft starten.

Ich möchte im nächsten Jahr noch mehr Menschen überzeugen, ihre Bankgeschäfte nachhaltig zu tätigen, und ich möchte versuchen, Unternehmer bei ihren nachhaltigen Projekten zu unterstützen.

Jedem Teammitglied möchte ich auch 2011 bei ihrer oder seiner beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung behilflich sein.

Mehr Achtsamkeit beim täglichen Energieverbrauch.

Bewusst mehr Zeit nehmen für das “Wesentliche” im Leben = “Quality time” mit Familie und engem Freundeskreis.

Klimaschutzprojekte unterstützen und den Bekanntenkreis zeitgleich dafür animieren…

Last but not least: mehr radeln, weniger Autofahrten!

2011 will ich meine Masterarbeit im Studiengang Social Banking abgeben. Hier werde ich das Thema “Nachhaltigkeit und Bankgeschäft – ein Widerspruch?” am Beispiel der Triodos Bank Deutschland beleuchten.

Ich will ein Produkt entwickeln, das es in der Landschaft der nachhaltigen Banken noch nicht gibt.

Ich wünsche mir für das nächste Jahr, dass sich nicht das Klima weiter erwärmt, sondern unsere Herzen. Wir erfüllt sind von Freude und dem Wahrnehmen für all das Schöne, was uns umgibt. Ich wünsche mir, dass wir das, was uns unsere Erde in Hülle und Fülle schenkt, als etwas Besonderes wertschätzen und nicht als Selbstverständlichkeit ansehen. In diesem Sinne ist mein Plan weiter mit meiner Arbeit dazu beizutragen, dass wir ein Vorreiter und ein positives Beispiel sind und andere mit unserem Spirit in diese positive Richtung mitziehen.

Ich möchte eine Familie gründen.

Ich möchte durch das Pflanzen von verschiedenartigen Bäumen und Sträuchern in meinem Wald die Vielfalt schaffen, die die Natur braucht, um die kommenden klimatischen Veränderungen bewältigen zu können.

Ich möchte in 2011 mehr Achtsamkeit üben.

Ich stelle mir eher die Frage: Was will ich 2011 nicht bewegen, weil es nicht relevant ist, weil ich meine Energie lieber für etwas wirklich Wichtiges einsetzen will? Um zu wissen, was unwichtig und wichtig ist, muss ich aber Zeit zum Nachdenken haben – und was zeigt uns das: Am Ende geht es immer um Entschleunigung.

Wir wünschen nun allen entspannende, geruhsame Weihnachtstage und ein gesundes neues Jahr!

P.S. Und auch unser Blog macht ab sofort Ferien  – bis zur ersten Januarwoche, um genau zu sein.

We love money! Die Triodos Bank und der eco Showroom

Montag, 06. Dezember 2010

We love money! So hieß unsere Aktion zur Eröffnung des eco Showroom.

Was soll das denn heißen? Klar, typisch Bank. Die Antwort aber ist: Für uns ist Geld ist ein Mittel der Veränderung. Kein Selbstzweck. Kurz: We love money - um damit etwas Positives für Mensch und Umwelt zu bewegen.

Konsum ist ein starker Hebel. Momentan ist unser Konsum jedoch v.a. für Umweltschäden und dramatische soziale Auswirkungen verantwortlich – es geht aber auch anders! Wie dieses “anders” aussehen kann, zeigen Initiativen wie der eco Showroom.

Der eco Showroom bietet Produkten rund um einen nachhaltigen Lebensstil eine Plattform, macht sie sichtbar und zeigt, was man eben alles mit Geld bewegen kann – indem man es für nachhaltige Produkte ausgibt, genauso wie es auf einer nachhaltigen Bank anzulegen. In beiden Fällen kann mit Geld viel bewirkt werden – als “Veränderungskatalysator”.

Übrigens: Die tollen Shirts sind vom Berliner Label Ken Panda ( Hier ein sehr schönes Video-Porträt über Ken Panda) extra für diese Aktion für uns entworfen worden (und haben im Team in Frankfurt gleich reißenden Absatz gefunden – also auch hiermit Danke an Ken Panda). 

Und last but not least: Natürlich an dieser Stelle nochmals ebenso vielen Dank an unsere Agentur, die wie immer schnell, kreativ und unkompliziert ein altes Bettlaken in ein “We love money-Demoplakat” umfunktioniert hat!

Unsere Wurzeln – unsere Zukunft

Donnerstag, 02. Dezember 2010

Heute vor einem Jahr haben wir die Eröffnung der Deutschlandniederlassung gefeiert und hatten gerade 24 Stunden lang die Bank geöffnet! Ein Jahr, in dem wir mit einem Team von ca. 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel gestemmt haben, mit viel Herzblut und Engagement. Ich kann mich noch gut erinnern, wie unsere Website entstand, wie unsere Druckerei Lokay täglich weitere Materialien lieferte, wie unsere Räumlichkeiten ökologisch ausgebaut wurden und langsam ein Gesicht bekamen, bis schließlich endlich alle in ihre Büros ziehen konnten. Das war alles eine wahnsinnig spannende Zeit!

Vor einem Jahr habe ich dann während der Eröffnung spontan ein Interview mit Rudolf Mees gemacht, einem der Gründer der Triodos Bank.

Mich persönlich hat das wirklich bewegt – dieser  nach wie vor vorhandene Pioniergeist und die tiefe Überzeugung, etwas zu ändern, einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten. Leider ist Rudolf Mees dieses Jahr verstorben.

Alexander Schwedeler hat in unserem Newsletter nun einen ganz persönlichen Nachruf auf Ihn geschrieben. Und doch: Nun ist es an den darauf folgenden Generationen, diesen Beitrag zu leisten – hoffentlich immer wieder mit dem Humor, der Leichtigkeit und dem Blick “auf das große Ganze”, wie es Rudolf Mees zu eigen war. Wir tun unser Bestes und hoffen, dass merkt man “da draußen” :-)

“I was the loan department – my car was the loan department”

Dienstag, 30. November 2010

Peter Blom, unser Vorstandsvorsitzender, bekam am 8. Oktober 2010 in New York den Botwinick Preis für Business Ethics verliehen. In seiner Keynote Speech sprach er über die letzten 30 Jahre Triodos Bank. Peter Blom war einer der ersten  fünf (!) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der  Triodos Bank und hat seitdem die 30 Jahre Entwicklung und Wachstum mitgestaltet und miterlebt.

Er war damals der erste und zugleich einzige Mitarbeiter der Kreditabteilung war: “I was the loan department, my car was the loan department”. Wir waren damals eine der ersten Banken weltweit, die mit einer sozialen und ökologischen Gründungsidee antrat. Damals gab es “die anderen Banken”  und uns – die kleine Triodos Bank. Und doch: Man war wirklich angetreten, um die Welt zu verändern, die Gesellschaft zu erneuern – oder zumindest einen wesentlichen Beitrag dazu zu leisten.

Dabei waren drei Dinge waren maßgebend: Transparenz, soziale Erneuerung (im weitesten Sinne) und ein bewußter Umgang mit Geld hierfür, um eben es eben als Gestaltungsmittel einzusetzen. Das wird sehr anschaulich, wenn Peter Blom erzählte, dass er damals bei Kreditinteressenten meist eine Stunde lang über eben diese Themen sprach und  dann noch 10 Minuten über den eigentlichen Kredit. 

In den 90er Jahren wuchsen wir dann stark. Seitdem hat Triodos Bank ihr Geschäftsvolumen ungefähr alle drei Jahre verdoppelt. Sie zählt heute mehr als 600 MitarbeiterInnen in fünf Ländern und hat in all den 30 Jahren immer einen Gewinn erwirtschaftet.

Etwa seit dem Jahr 2000 rückte dann der Begriff  Nachhaltigkeit immer mehr ins “Rampenlicht” der öffentlichen Diskussion und wurde im Zuge dessen auch vermehrt von Unternehmen als ein Standbein eines Geschäftsmodells gesehen – als eine Art “business opportunity”, wie es Peter Blom formulierte.

Die Frage, die sich heute aus unserer Sicht stellt, und die Peter Blom anspricht, ist: Gelingt es uns, dass aus der “business opportunity Nachhaltigkeit” ein völlig neues Paradigma wird, nachdem wir leben und arbeiten werden? Und bezogen auf die Rolle der Banken in unserer Gesellschaft: Was ist die eigentliche Aufgabe von Banken innerhalb dieser Gesellschaft?

Die Global Alliance for Banking on Values (GABV) welche durch die Triodos Bank mitgegründet wurde, bildet unter Ihren Partnerinstituten heute 12 verschiedene nachhaltig orientierte Bankenmodelle ab. Diese Banken stehen für Werte in der Finanzwelt, für nachhaltige und verantwortungsvolle Finanz-Dienstleistungen, für eine globale Wertegemeinschaft, die sich auf den Weg gemacht hat. Hier steht nicht der Shareholder Value im Vordergrund.

Wir – und damit sind auch alle Banken der GABV eingeschlossen – sind uns der Grenzen unseres Planeten sehr bewusst. Das Ziel für uns ist maximale Nachhaltigkeit, statt maximalem Gewinn.

Übrigens: Es lohnt sich den Film zu Ende zu sehen, denn am Ende kommen die Studierenden mit ihren Fragen zu Wort, die die Triodos Bank als Preisträger für den Botwinick-Preis 2010 vorgeschlagen haben!

Die Welt besser trinken leicht gemacht…

Freitag, 19. November 2010

Ja, das hört sich für mich an, wie “Die Welt besser trinken leicht gemacht.” Das klingt irgendwie “LoHa”, aber dahinter stehen spannende Geschäftsmodelle. Und die haben Namen wie LemonAid, Quartiermeister oder auch Riesperle, genauso wie Premium Cola oder Viva con Agua de St.Pauli.

Allen gemeinsam ist: Sie bewegen sich im schnelllebigen Getränkemarkt und sie versuchen sich an einem “öko-sozialen” Geschäftsmodell. Kurz: Sie reden nicht über CSR und beschäftigen keine CSR-Stabstelle mit Berichten “zur Weltrettung” – Nein: Sie möchten mit Ihrem Geschäftsmodell einen aktiven Beitrag als Unternehmen dazu leisten.

Gestern las ich in der Enorm einen Artikel über manche dieser Unternehmen. Was mir dabei immer wieder auffällt und was ich so positiv finde: Es gibt hier keine Berührungsängste mehr damit, “für etwas” Geld zu verdienen. Und das “für etwas” sind klare Wertvorstellungen, die sehr praktisch gelebt werden – aber eben mit einem Geschäftsmodell, das zulässt das man für den eigenen “öko-sozialen Unternehmenszweck” eine GbR oder auch eine GmbH ist. Manchmal wird auch ein Verein mit einer GmbH gekoppelt.

Denn vom Ziel her gedacht und das ist bei allen “die Wirkung”, macht das Sinn. Und daher freue ich mich ganz persönlich, dass gerade in dieser jungen Gründer- und Gründerinnengeneration nicht nur der “öko-soziale Gedanke” so tief verankert zu sein scheint, sondern auch wirklich “Unternehmergeist”. Da wächst, so ist mein Eindruck, ein neues Bewusstsein für “Entrepreneurship” !

Übrigens: Wir, also die Triodos Bank, sind eine AG in eine Stiftung eingegliedert. Für alle, die interessiert, wie das bei uns funktioniert, lest hier mehr.

Wie leben wir nachhaltig? Eure Meinung ist gefragt!

Mittwoch, 13. Oktober 2010

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Am kommenden Wochenende nehme ich für uns an einem Forschungsworkshop im Piemont in der Citta dell Arte teil, mit dem Titel “Food – Shelter – Clothes”. Das ist eine Initiative von Simonetta Carbonaro, vom Think Tank Design of Prosperity und dem London College of Fashion.

Von Mode ausgehend möchten wir am kommenden Wochenende weg kommen von Diskussionen, die wir alle kennen und, die so oft in die Richtung gehen: “Ja, eigentlich wissen wir, was zu tun ist, aber in der Praxis…..” hin zu ganz konkreten Projekten in Kooperation mit Akteuren der (Mode)industrie, aber auch anderen Konsumgüterherstellern, NGO’s und wissenschaftlichen Institutionen.

Unser Ziel: Alle an einen Tisch bringen, um Projekte anzuschieben, die nachhaltigen Lebensstil in die gesellschaftliche Mitte bringen – es geht uns darum, möglichst viele “Nudges” (also “Anstupser”) hierfür ausfindig zu machen.
So nimmt z.B. Anna Zegna von Ermenegildo Zegna daran teil, genauso wie Elena Schneider von internationalen Netzwerk Terra Madre, das für eine nachhaltige und lokale Lebensmittelproduktion eintritt. Auch Frances Corner, die das London College of Fashion leitet wird dabei sein, genauso wie ein Vertreter der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) oder Ezio Manzini, der international bekannte Experte für nachhaltiges Design. (Hier ein interessantes Video mit ihm zum Thema “Co-farming, Alfred Deakin Innovation Lectures 2009, BMW Center Melbourne.)
In jedem Fall werde ich danach berichten, wie es nun weitergeht, aber für heute habe ich eine Frage an Euch, denn bei soviel Expertenwissen, interessiert mich auch EUER Wissen, das berühmte “Wissen der Vielen”. Ich würde gerne von möglichst vielen ein, zwei Gedanken dazu mitnehmen, was für Euch Nachhaltigkeit heißt und was Ihr als die größte Herausforderung seht auf dem Weg zu einem nachhaltigen Lebensstil für alle? Also, lasst es mich wissen! Ich freue mich.

5 Länder, 15 Kollegen aus Marketing und PR = rauchende Köpfe und jede Menge Spaß!

Freitag, 08. Oktober 2010

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….so lässt sich aus meiner Sicht am Besten unser zwei Tage dauerndes Meeting mit den 15 internationalen Kollegen aus Marketing und Pressearbeit zusammenfassen. 48 Stunden lang haben wir die Köpfe zusammen gesteckt, diskutiert und nachgedacht über die Triodos Bank heute und in Zukunft. Lustig war es wie immer – aber abends beim gemeinsamen Kochen, wo richtig Teamarbeit angesagt war und es – zumindest zu meinem Erstaunenen – doch am Ende essbar war, was wir da produziert hatten, war es am Schönsten.
Aber so oder so wären wir nicht verhungert, wie Maarten, der Kollege für PR aus den Niederlanden, in eloquentem Deutsch erleichtert feststellte, denn: “Die Suppe ist ja schon vorgekocht worden.” Auch Georg Schürmann, einer unserer beiden Geschäftsleiter, kochte fleißig mit – aber lange Rede, kurzer Sinn, macht euch einfach selbst ein Bild.