Mit ‘Nachhaltiger Konsum’ getaggte Artikel

Was haben ein Müsli und eine Bank gemeinsam?

Montag, 12. September 2011

Mit mymuesli kannst du wählen, was in dein Müsli soll – und was nicht. Das kannst du auch mit deiner Entscheidung für deine Bank. Du entscheidest, was deine Bank mit deinem Geld finanziert – und was nicht.  Bei mymuesli sind alle Zutaten transparent – wir machen transparent, wer unsere Kreditkunden sind und was wir dort finanzieren.

Wir finden, das passt gut und haben uns daher entschlossen, gemeinsam mit mymuesli ein “Weltverbesserer-Müsli”  (selbstverständlich alles in “Bio-Qualität”) zu machen – das gibt es für mymuesli-Kunden, die bei uns ein Konto eröffnen.

Also: Für alle, die jetzt vielleicht schon mymuesli-Kunden sind und, die nun auch gerne ein TriodosTagesgeld oder einen TriodosSparplan eröffnen möchten: Unsere Aktion ist auch zeitlich limiert – unsere Sonderaktion läuft nur bis 30.11.2011. Hier erfährst du jetzt mehr!

In der Zwischenzeit lassen wir es uns schon einmal schmecken..

und lesen das erste mymuesli-Magazin, das zugleich auch Katalog ist.

Fast forward – Berlin Eco Fashion Days

Montag, 31. Januar 2011

Was hat eine Bank mit Mode zu tun? Das haben mich in Berlin einige während der Fashion Week gefragt und fanden es dann aber schnell toll, dass eine Bank, wie wir, die noch jungen Event-Initiativen rund um Eco Fashion in Berlin unterstützt.
Wir sind oft in der Rolle der “Möglich-Macher” oder “SustainEnabler” – so auch in diesem Fall und das hat einen einfachen Grund und dieser liegt in den Auswirkungen der konventionellen Textilindustrie selbst begründet. Um mehr als den massenhaften Absatz von Bio-Baumwolle, sondern auch einen nachhaltigen und sozial verantwortlichen Anbau und Weiterverarbeitung zu unterstützen, braucht es Unternehmer, die “Bio” und “Öko” mit ethischen Werten verbinden. Und diese Unternehmer brauchen Plattformen, um sich zu präsentieren.
Neulich sah ich auf deinem Taxi die Werbung “Embrace Nature – choose cotton” – doch so einfach ist es eben lange nicht.
Im Gegenteil: Die textile Verarbeitungskette gilt aufgrund ihrer extremen Komplexität als besonders schwierig, nachhaltig zu gestalten und ist sehr verzweigt mit vielen Lieferanten und Produktionspartnern – eine echte Herausforderung also, aber auch ein echter Hebel, um wirklich etwas für unsere Welt von morgen zu bewegen.

Und das führte uns nach Berlin, um dort die Veranstaltung The Key To, den GREEN Showroom und den eco showroom zu unterstützen.

Alle drei Eco Fashion Events haben unterschiedliche Schwerpunkte und finden entsprechend auch in verschiedenen Locations statt. Während die The Key To dieses Jahr in der Columbiahalle genau gegenüber der Bread & Butter Quartier bezog und ihren Schwerpunkt auf Casual wear legt, findet sich im Green Showroom Eco Luxury vor entsprechender Kulisse: dem Hotel Adlon.
Den Macherinnen Magdalena Schaffrin und Jana Keller ist es mit dem GREEN Showroom gelungen, überzeugend das Themo “Eco” auf ein sehr hochwertiges Niveau zu heben. Besonders gut gefiel mir jedoch die “Salonshow” des GREEN Showroom - Laufsteg einmal anders, nämlich in den Salonräumen des Adlon.

An einem der Abende hatte ich noch Gelegenheit, unsere Arbeit beim Auftakt Dinner zu “Create Green”, eine Kooperation des Berliner Kreativwirtschaftsnetzwerk “Create” und “The Key To” vorzustellen.

Mein Fazit: Der Bereich Eco Fashion entwickelt sich, aber um in die großen Vertriebswege zu kommen, die letztlich Eco Fashion für alle zugänglich zu machen, benötigt er weitere starke Player im Markt als Unterstützer und Multiplikatoren! Einer könnte z.B. die Messe Frankfurt sein, deren französische Tochter letztes Jahr die Pariser “Ethical Fashion Show” gekauft hat.

We love money! Die Triodos Bank und der eco Showroom

Montag, 06. Dezember 2010

We love money! So hieß unsere Aktion zur Eröffnung des eco Showroom.

Was soll das denn heißen? Klar, typisch Bank. Die Antwort aber ist: Für uns ist Geld ist ein Mittel der Veränderung. Kein Selbstzweck. Kurz: We love money - um damit etwas Positives für Mensch und Umwelt zu bewegen.

Konsum ist ein starker Hebel. Momentan ist unser Konsum jedoch v.a. für Umweltschäden und dramatische soziale Auswirkungen verantwortlich – es geht aber auch anders! Wie dieses “anders” aussehen kann, zeigen Initiativen wie der eco Showroom.

Der eco Showroom bietet Produkten rund um einen nachhaltigen Lebensstil eine Plattform, macht sie sichtbar und zeigt, was man eben alles mit Geld bewegen kann – indem man es für nachhaltige Produkte ausgibt, genauso wie es auf einer nachhaltigen Bank anzulegen. In beiden Fällen kann mit Geld viel bewirkt werden – als “Veränderungskatalysator”.

Übrigens: Die tollen Shirts sind vom Berliner Label Ken Panda ( Hier ein sehr schönes Video-Porträt über Ken Panda) extra für diese Aktion für uns entworfen worden (und haben im Team in Frankfurt gleich reißenden Absatz gefunden – also auch hiermit Danke an Ken Panda). 

Und last but not least: Natürlich an dieser Stelle nochmals ebenso vielen Dank an unsere Agentur, die wie immer schnell, kreativ und unkompliziert ein altes Bettlaken in ein “We love money-Demoplakat” umfunktioniert hat!

“I was the loan department – my car was the loan department”

Dienstag, 30. November 2010

Peter Blom, unser Vorstandsvorsitzender, bekam am 8. Oktober 2010 in New York den Botwinick Preis für Business Ethics verliehen. In seiner Keynote Speech sprach er über die letzten 30 Jahre Triodos Bank. Peter Blom war einer der ersten  fünf (!) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der  Triodos Bank und hat seitdem die 30 Jahre Entwicklung und Wachstum mitgestaltet und miterlebt.

Er war damals der erste und zugleich einzige Mitarbeiter der Kreditabteilung war: “I was the loan department, my car was the loan department”. Wir waren damals eine der ersten Banken weltweit, die mit einer sozialen und ökologischen Gründungsidee antrat. Damals gab es “die anderen Banken”  und uns – die kleine Triodos Bank. Und doch: Man war wirklich angetreten, um die Welt zu verändern, die Gesellschaft zu erneuern – oder zumindest einen wesentlichen Beitrag dazu zu leisten.

Dabei waren drei Dinge waren maßgebend: Transparenz, soziale Erneuerung (im weitesten Sinne) und ein bewußter Umgang mit Geld hierfür, um eben es eben als Gestaltungsmittel einzusetzen. Das wird sehr anschaulich, wenn Peter Blom erzählte, dass er damals bei Kreditinteressenten meist eine Stunde lang über eben diese Themen sprach und  dann noch 10 Minuten über den eigentlichen Kredit. 

In den 90er Jahren wuchsen wir dann stark. Seitdem hat Triodos Bank ihr Geschäftsvolumen ungefähr alle drei Jahre verdoppelt. Sie zählt heute mehr als 600 MitarbeiterInnen in fünf Ländern und hat in all den 30 Jahren immer einen Gewinn erwirtschaftet.

Etwa seit dem Jahr 2000 rückte dann der Begriff  Nachhaltigkeit immer mehr ins “Rampenlicht” der öffentlichen Diskussion und wurde im Zuge dessen auch vermehrt von Unternehmen als ein Standbein eines Geschäftsmodells gesehen – als eine Art “business opportunity”, wie es Peter Blom formulierte.

Die Frage, die sich heute aus unserer Sicht stellt, und die Peter Blom anspricht, ist: Gelingt es uns, dass aus der “business opportunity Nachhaltigkeit” ein völlig neues Paradigma wird, nachdem wir leben und arbeiten werden? Und bezogen auf die Rolle der Banken in unserer Gesellschaft: Was ist die eigentliche Aufgabe von Banken innerhalb dieser Gesellschaft?

Die Global Alliance for Banking on Values (GABV) welche durch die Triodos Bank mitgegründet wurde, bildet unter Ihren Partnerinstituten heute 12 verschiedene nachhaltig orientierte Bankenmodelle ab. Diese Banken stehen für Werte in der Finanzwelt, für nachhaltige und verantwortungsvolle Finanz-Dienstleistungen, für eine globale Wertegemeinschaft, die sich auf den Weg gemacht hat. Hier steht nicht der Shareholder Value im Vordergrund.

Wir – und damit sind auch alle Banken der GABV eingeschlossen – sind uns der Grenzen unseres Planeten sehr bewusst. Das Ziel für uns ist maximale Nachhaltigkeit, statt maximalem Gewinn.

Übrigens: Es lohnt sich den Film zu Ende zu sehen, denn am Ende kommen die Studierenden mit ihren Fragen zu Wort, die die Triodos Bank als Preisträger für den Botwinick-Preis 2010 vorgeschlagen haben!

Die Welt besser trinken leicht gemacht…

Freitag, 19. November 2010

Ja, das hört sich für mich an, wie “Die Welt besser trinken leicht gemacht.” Das klingt irgendwie “LoHa”, aber dahinter stehen spannende Geschäftsmodelle. Und die haben Namen wie LemonAid, Quartiermeister oder auch Riesperle, genauso wie Premium Cola oder Viva con Agua de St.Pauli.

Allen gemeinsam ist: Sie bewegen sich im schnelllebigen Getränkemarkt und sie versuchen sich an einem “öko-sozialen” Geschäftsmodell. Kurz: Sie reden nicht über CSR und beschäftigen keine CSR-Stabstelle mit Berichten “zur Weltrettung” – Nein: Sie möchten mit Ihrem Geschäftsmodell einen aktiven Beitrag als Unternehmen dazu leisten.

Gestern las ich in der Enorm einen Artikel über manche dieser Unternehmen. Was mir dabei immer wieder auffällt und was ich so positiv finde: Es gibt hier keine Berührungsängste mehr damit, “für etwas” Geld zu verdienen. Und das “für etwas” sind klare Wertvorstellungen, die sehr praktisch gelebt werden – aber eben mit einem Geschäftsmodell, das zulässt das man für den eigenen “öko-sozialen Unternehmenszweck” eine GbR oder auch eine GmbH ist. Manchmal wird auch ein Verein mit einer GmbH gekoppelt.

Denn vom Ziel her gedacht und das ist bei allen “die Wirkung”, macht das Sinn. Und daher freue ich mich ganz persönlich, dass gerade in dieser jungen Gründer- und Gründerinnengeneration nicht nur der “öko-soziale Gedanke” so tief verankert zu sein scheint, sondern auch wirklich “Unternehmergeist”. Da wächst, so ist mein Eindruck, ein neues Bewusstsein für “Entrepreneurship” !

Übrigens: Wir, also die Triodos Bank, sind eine AG in eine Stiftung eingegliedert. Für alle, die interessiert, wie das bei uns funktioniert, lest hier mehr.

Wie leben wir nachhaltig? Eure Meinung ist gefragt!

Mittwoch, 13. Oktober 2010

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Am kommenden Wochenende nehme ich für uns an einem Forschungsworkshop im Piemont in der Citta dell Arte teil, mit dem Titel “Food – Shelter – Clothes”. Das ist eine Initiative von Simonetta Carbonaro, vom Think Tank Design of Prosperity und dem London College of Fashion.

Von Mode ausgehend möchten wir am kommenden Wochenende weg kommen von Diskussionen, die wir alle kennen und, die so oft in die Richtung gehen: “Ja, eigentlich wissen wir, was zu tun ist, aber in der Praxis…..” hin zu ganz konkreten Projekten in Kooperation mit Akteuren der (Mode)industrie, aber auch anderen Konsumgüterherstellern, NGO’s und wissenschaftlichen Institutionen.

Unser Ziel: Alle an einen Tisch bringen, um Projekte anzuschieben, die nachhaltigen Lebensstil in die gesellschaftliche Mitte bringen – es geht uns darum, möglichst viele “Nudges” (also “Anstupser”) hierfür ausfindig zu machen.
So nimmt z.B. Anna Zegna von Ermenegildo Zegna daran teil, genauso wie Elena Schneider von internationalen Netzwerk Terra Madre, das für eine nachhaltige und lokale Lebensmittelproduktion eintritt. Auch Frances Corner, die das London College of Fashion leitet wird dabei sein, genauso wie ein Vertreter der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) oder Ezio Manzini, der international bekannte Experte für nachhaltiges Design. (Hier ein interessantes Video mit ihm zum Thema “Co-farming, Alfred Deakin Innovation Lectures 2009, BMW Center Melbourne.)
In jedem Fall werde ich danach berichten, wie es nun weitergeht, aber für heute habe ich eine Frage an Euch, denn bei soviel Expertenwissen, interessiert mich auch EUER Wissen, das berühmte “Wissen der Vielen”. Ich würde gerne von möglichst vielen ein, zwei Gedanken dazu mitnehmen, was für Euch Nachhaltigkeit heißt und was Ihr als die größte Herausforderung seht auf dem Weg zu einem nachhaltigen Lebensstil für alle? Also, lasst es mich wissen! Ich freue mich.

Rund um grüne Märkte – eine Frankfurter Podiumsdiskussion aus der Reihe “Come Closer”

Freitag, 10. September 2010

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Dass kein Weg mehr am Thema Nachhaltigkeit in der Wirtschaft vorbei führt und dass auch Großkonzerne sich bereits (vielfach durchaus eher unbemerkt, ohne gleich eine grüne Kampagne draus zu machen…) auf den Weg zu mehr Nachhaltigkeit aufgemacht haben, darin waren sich die TeilnehmerInnen der Frankfurter Podiumsdiskussion “Green Markets – die Zukunft der Ökonomie” weitgehend einig. Veranstalter war das “sustainable designforum come closer” – eine spannende Frankfurter Initiative, u.a. von uns unterstützt.

Zusammen mit Dr. Manuela Rottmann (Stadträtin, Dezernentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Frankfurt), Peter Parwan (Gründer und Betreiber des Portals Lohas.de), Olaf Markhoff (Leiter Unternehmenskommunikation Nike Deutschland) und Lutz Dietzold (Geschäftsführer Hessen Design e.V.) diskutierte ich am 2.9.2010, wie grüne Produkte verkauft werden sollten und wie Engagement im Bereich Nachhaltigkeit, insbesondere von Großkonzernen, zu bewerten ist.

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Vor allem an der Frage, wie “grünes Engagment”  konventioneller Unternehmen einzuordnen ist entzündete sich die Diskussion über die (fließenden) Grenzen von Greenwashing. Auf uns als Triodos Bank kommen immer öfter große Unternehmen zu, die von uns erfahren möchten, “wie Nachhaltigkeit geht” – nach dem Motto “Sie als Triodos Bank machen das doch schon seit 30 Jahren, da wissen Sie doch sicher jede Menge über Nachhaltigkeit.”  Das freut uns. Und nicht in erster Linie weil es ein Kompliment ist, sondern weil wir der Meinung sind, dass wir umso mehr bewegen können, desto mehr mitmachen! Ganz klar haben da große Unternehmen eine enorme Hebelwirkung. Aus diesem Grund nehmen wir an solchen Diskussionen auch gerne teil, weil nur durch einen offenen Austausch wird es am Ende wirklich grüner und nicht nur “grün angestrichen”. 

Was heißt wirklich grüner? Für uns heißt das einfach, dass unsere Wirtschaft in naher Zukunft auf nachhaltigen Geschäftsmodellen basiert. Mit einer Corporate Social Responsibility-Abteilung, die Ihre Broschüren auf Umweltpapier drucken darf ist es einfach nicht getan!

Mir persönlich ist aber noch ein Punkt aus Marketingsicht ganz wichtig: Wo eine Nachfrage ist, ist auch ein Markt – so ist das zunächst einmal theoretisch in unserer Marktwirtschaft. Die Frage, die sich damit ganz zentral stellt und die bisher aus meiner Sicht viel zu wenig diskutiert wurde, ist die nach dem Verhalten der Konsumenten. Wie schaffen wir es, Menschen dazu zu bewegen, in wachsendem Maße nachhaltige Produkte nachzufragen? Ein Beispiel: Wir haben ca. 200.000 Kunden nachhaltiger Banken in Deutschland – das Marktpotenzial wird Studien zufolge aber auf 10-12 Millionen Menschen eingeschätzt. Jetzt stellt Euch einmal vor, was wir alles zum Positiven verändern könnten, wenn diese 12 Millionen Menschen bei nachhaltigen Banken Ihr Geld anlegen würden. Wie viele Windparks, Bio-Bauern, Kindergärten, Schulen, Mehrgenerationenhäuser usw. könnten wir mit diesen Einlagengeldern finanzieren? Ein gigantischer Hebel – nur die Frage bleibt, wie schaffen wir es, dass wir als Gesellschaft diese (nennen wir es einmal) “Veränderungshebel” erst erkennen und dann auch in Bewegung setzen?

Im Englischen gibt es dazu den schönen Begriff des “nudge” – das heißt nichts anderes als anstupsen. Oft ist es vielleicht wirklich nur noch das Anstupsen, das notwendig ist, damit man endlich auf Öko-Strom umsteigt, das Fahrrad wieder in Betrieb nimmt (und man sich damit nebenbei noch bewegt..) oder zu einer nachhaltigen Bank wechselt.

Doch wie funktioniert dieser “nudge”? Wo findet er statt? Wie schaffen wir es, dass der Erkenntnis, eine kluge Entscheidung und schließlich die Umsetzung folgt? Und zwar weil wir wollen – nicht weil es uns verordnet wurde. Ich glaube, darüber sollten wir jetzt einmal mehr reden als über weitere Tausend neue Technologien für einen noch effektiveren Ressourceneinsatz , denn am Ende des Tages sind wir ja schließlich alle Menschen, die diese Technologien anwenden müssen, damit wir was bewegen. Und darum geht es doch, oder?

Neulich bei Aarstiderne in Dänemark..

Sonntag, 18. April 2010

Imarken.ashxKürzlich war ich wieder in Dänemark bei der Bio-Firma Aarstiderne. Das heißt übersetzt “Jahreszeiten”. Bei Aarstiderne dreht sich alles ums Bio-Essen, mit viel Spass dabei. Bei unserem Treffen ging es um das Thema Vision und Strategie bis 2020.

Triodos hatte Aarstiderne in 2001 Wachstumskapital zur Verfügung gestellt. Das war in der Zeit, als ich in den Niederlanden bei Triodos  als Fund Manager für Beteiligungskapital gearbeitet habe. Seitdem begleite ich die Firma als Mitglied des Aufsichtsrat und lerne jedes Mal viel über Anbau, Lieferung, Logistik, Kundenwünsche – und Bedürfnisse und natürlich die ganze Organisation drum herum.

LandmandsBlog.ashxAarstiderne liefert heute wöchentlich an mehr als 30.000 Kunden die sogenannte Abo-Kiste – direkt vom Acker vor die Haustüre. Neu dabei sind jetzt auch Stockholm und Hamburg. Bestellt wird per Internet. Der Spass beginnt beim Kochen und Zubereiten. Es gibt zum Beispiel eine meal-box. Sie enthält sämtliche Zutaten, die für das Gericht notwendig sind, mit Gewürzen und Rezept dabei. Oder die Aarstiderne eigene Website Madbio Hier zeigen Kunden und Mitarbeiter, wie man am besten Spargel schält oder Gemüse schneidet. Geleitet wird das Ganze von Annette Hartvig Larsen (siehe links im Bild) und ihrem Team. Insgesamt arbeiten dort 120 Menschen.

Aarstiderne betreibt auch eine eigene biodynamic farm, damit so viel Lebensmittel wie möglich regional produziert werden. Es werden aber auch viele Früchte und andere Produkte weltweit eingekauft. Dabei gilt eine strenge sog. “no-flight-policy” – d.h. nichts wird per Flieger eingeflogen. Dabei kauft Aarstiderne auch in Spanien ein, wo wir ja auch eine Niederlassung der Bank haben.

P1000168Auf dem Photo nebenan sieht man Thomas Harttung, einen der zwei Gründer, zusammen mit mir. Der andere Gründer ist übrigens Koch, so eine Art dänischer Jamie Oliver. Für mich ist die Teilnahme an diesen Sitzungen immer eine grosse Herausforderung und Freude: das Innovationstempo der “Aarstiderner” ist hoch, da muss man mitkommen, will man die Fragestellungen verstehen und beurteilen können. Dabei hilft mir aber mein landwirtschaftlicher Hintergrund. Ich bin auf einem Hof aufgewachsen und habe dort in der Landwirtschaft über viele Jahre Ferienarbeit geleistet. Natürlich hilft auch, dass ich inzwischen viele Firmen von Innen gesehen habe, mit all ihren Fragestellungen und Entwicklungen.

Annette Hartvig Larsen betreibt übrigens ihren eigenen Landwirtschaftsblog mit vielen Photos. Da bekommt man einen guten Eindruck von der Arbeit auf dem Land.