Letzte Woche war ich zu einem Gespräch über Management im sozial orientierten Bankwesen, zusammen mit einem der Filialleiter der GLS-Bank, in das ISB geladen. Es waren ca. 15 Studenten dort aus verschiedenen Ländern, sowie einige der Dozenten des ISB. Das Gespräch wurde von der ISB moderiert.
Das ISB ist eine tolle Sache. Dort lernt man wie Social Banking funktioniert und alles über die verschiedenen Aspekte des nachhaltigen Banking. Es ist ja beachtlich, wie stark die Institute Triodos und GLS in den letzten Jahren gewachsen sind. Daraus ergibt sich natürlich ein wachsender Ausbildungsbedarf, den das ISB in Zukunft verstärkt nachkommen wird.
So war eine Frage an uns, wie wir bei dem starken Wachstum die inhaltlichen Ideen und Werte erhalten, pflegen und weiterentwickeln. Bei Triodos findet hierzu immer Montags morgens eine Teamrunde zu verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen statt – an der übrigens sämtliche Mitarbeiter teilnehmen. Hier geht es einerseits um inhaltliche Positionen der Bank, z.B. die Vorstellung unserer Policy zu Tierversuchen (also das heißt, wie stehen wir als Bank zum Thema Tierversuche), oder konkret über das interne Umweltmanagement und was wir, jeder einzelne von uns, noch im Alltag besser oder anders machen können . Immer wieder bilden wir dann auch Kleingruppen, um z.B. die Frage zu diskutieren, was Nachhaltigkeit für jeden Einzelnen von uns bedeutet.
Beim ISB-Gespräch wurde auch diskutiert, wie die Nachhaltigkeitsbanken noch relevanter werden können. Muss dazu ein Bank-Institut immer größer werden? Ist Größe überhaupt das richtige Kriterium an dieser Stelle? Ist nicht jede Tätigkeit, die aus Interesse am Anderen getan wird, relevant, egal wie sichtbar oder unsichtbar?
Aus meiner Sicht ist eine gewisse Größe notwendig. Eine Bank muss auch mit ihren Kreditnehmern mitwachsen. Und viele dieser Kreditnehmer sind mittelständische Betriebe mit Umsätzen von 10 bis 50 Mio. Euro und mehr. Die benötigen auch entsprechend größere Kredite.
Es wurden auch Fragen zu Spiritualität in der Führung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gestellt. Ein Aspekt, der hier diskutiert wurde war, dass Führung vor allem Selbstführung sei. Ein anderer Aspekt war die Wichtigkeit, sich Freiräume zu schaffen im Alltag für die wichtigen Dinge.
Ich kann das ISB jedem empfehlen, der sich für nachhaltiges Banking interessiert. Die nachhaltige Bankenszene wächst so stark, dass der Bedarf an Aus- und Weiterbildung sehr gross ist. Ich finde es super, dass das ISB diesem Bedarf in Zukunft verstärkt nachkommen will.



