
….schon der Untertitel verrät viel von dem, um was es geht in diesem Buch: “Wer umdenkt, lebt besser!”
Daniel Golemann, der Bestseller-Autor von “Emotionale Intelligenz”, erkärt in seinem Buch “Ökologische Intelligenz“, warum “Bio nicht gleich Öko ist” und regionale Lebensmittel von der Öko-Bilanz her immer besser sind als Bio-Produkte, die eingeflogen werden. Er zeigt auf, wo wir wirklich einen Hebel ansetzen können, um unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern – vielfach ist das tatsächlich eine “unbequeme Wahrheit”. Eines seiner Beispiele: Mit dem Auto zum Flaschen entsorgen und danach damit noch schnell zum Bio-Supermarkt. Das Ergebnis: Keine wesentliche Veränderung des ökologischen Fußabdrucks. Besser ist dagegen: Einfach das Fahrrad nehmen oder einen kleinen Spaziergang damit verbinden (was sowieso plausibel erscheint, wenn man bedenkt – wie mir neulich ein Arzt sagte – dass der Steinzeitmensch noch 8 km täglich lief, während wir heute gerade einmal 800 m pro Tag zurück legen) und dann keine Flugware mit Bio-Label kaufen und vielleicht doch eher zur Milch vom Bauer aus der Region greifen.
Eine von Golemanns wesentlichen Forderungen ist die nach Transparenz, damit wir wirklich wissen, was wir kaufen und damit auch in der Lage sind, ökologisch und sozial nicht verträgliche Produkte einfach links liegen zu lassen (er erwähnt z.B. positiv das Unternehmen Eosta, das auf all seinen Früchten etc. Codes hat, die man online eingeben kann und damit direkt zum Erzeuger gelangt. Eosta wurde übrigens von Triodos bei seiner Gründung finanziert). Damit – so glaubt Golemann – könnten wir tatsächlich das “System Konsum” verändern und nicht zuletzt bestimmen, was produziert wird und was nicht. Und dann könnte man auch von “Systemveränderung” sprechen – die, so Golemann, brauchen wir unbedingt. Nur davor müssen wir es erst einmal verstehen und dazu wiederum muss man natürlich einiges wissen.
Ich fand einen Gedanken von ihm noch sehr interessant. Er ist der Meinung, dass der Klimawandel eigentlich zu langsam geht - zumindest für das, wie das menschliche Gehirn ausgelegt ist. Eigentlich müsste sich der Klimawandel ganz schnell und direkt vor unserer Nase vollziehen, dann - so meint er - würden wir schneller handeln, weil wir den Klimawandel unmittelbar als Bedrohung empfinden würden.
Zum Schluss würde mich noch eines interessieren: Golemann vertritt die These, dass eine vollständige Transparenz über Produkte den Verbraucher dazu bewegen würde, anders zu handeln, bewusst Produkte zu meiden, gar zu boykottieren, die für Mensch und Umwelt negative Auswirkungen mit sich bringen. Ganz unabhängig von der komplexen Frage, wie setze ich eine solche Transparenz für die ganze Waren- und Dienstleistungswelt um, würde mich interessieren, was andere darüber denken.
Würde eine weitestmögliche Transparenz reichen, um uns zum Handeln zu bewegen? Oder müssen wir erst alle zum Nordpol fahren, um dort zu sehen, wie der Lebensraum der Eisbären durch das Schmelzen der Polkappen schwindet? Oder wie mache ich transparent, welche Auswirkungen unser Fleischkonsum (Soja) oder auch Kosmetikkonsum (Palmöl) auf das Abholzen des Regenwaldes hat?



