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NRW goes green – von der Energiewende einer Industrieregion

Donnerstag, 12. Januar 2012

In der Oktober-Ausgabe unseres Mehr.Wert-Newsletters berichteten wir von der Energiewende in Nordrhein-Westfalen. Ein wichtiges Thema: Denn mehr als ein Drittel aller deutschen Treibhausgas-Emissionen entsteht in NRW. Grund hierfür: In keinem anderen Bundesland gibt es so viel Schwerindustrie. Man denke nur an das Ruhrgebiet-Klischee von den Fördertürmen der Zechen und den Schornsteinen der Kokereien und der Eisen- und Stahlhütten.

Eine zentrale Rolle in der Energiewende von NRW spielt die EnergieAgentur.NRW. Was die Agentur und das Bundesland für eine nachhaltigere Zukunft im Sinne der Ökologie unternehmen, das wollten wir genauer wissen und haben bei Herrn Goedecke, Energieberater bei der EnergieAgentur, nachgefragt:

 

Herr Goedecke, was genau ist die EnergieAgentur NRW und was sind ihre Aufgaben?

 Die EnergieAgentur.NRW ist eine Einrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen, die im März 1990 gegründet wurde. Wir werden getragen vom NRW-Klimaschutzministerium. Das heißt, wir sind jetzt im 22. Geschäftsjahr. Seit der Anfangszeit bieten wir Beratung für kleine und mittlere Einrichtungen, als auch Vereine und Verbände in Nordrhein-Westfalen – also für Städte, Gemeinden und mittelständische Unternehmen – in den Bereichen Energieeffizienz und Nutzung unerschöpflicher Energiequellen. Der Erfolg liegt darin, dass wir als neutrale, nicht-kommerzielle Einrichtung fungieren. Natürlich haben sich die Dienstleistungen der EnergieAgentur.NRW im Laufe der Zeit gewandelt – und auch erweitert.

Drei Jahre nach unserer Gründung haben wir Aufgaben in der Energie-Weiterbildung übernommen. Zwar haben wir keine Weiterbildungsakademie, aber wir haben bestimmte Themen methodisch und didaktisch aufbereitet und bieten sie – nebst  geschulten Referenten – professionellen Weiterbildungsträgern an. Zielgruppen in diesem Bereich des Wissensmanagements – wie es heute auch genannt wird – gehen von Fachingenieuren über Handwerker wie Hausmeister bis zu Endverbrauchern – wie zum Beispiel Vermietern und Einfamilienhaus-Besitzern.

Unter anderem greift das Wissensmanagement auch das Nutzerverhalten in großen Einrichtungen, in Verwaltungen und in größeren Unternehmen im Einzelnen auf. Ein herausragendes Projekt, das wir lange Jahre betreuten, ist sicherlich die „Mission E“ bei der Bundeswehr. Dort wurde das Nutzerverhalten der Angestellten teils mit Energiesparinitiativen geschult. Das Projekt wird mittlerweile auf andere Bundesliegenschaften übertragen.

Zudem koordiniert die EnergieAgentur.NRW Netzwerke, das Cluster Energieforschung CEF.NRW und das Cluster EnergieRegion.NRW. In diesem Zusammenhang moderieren wir Foren zum Beispiel für Kraftwerkstechnik – unter anderem im regenerativen Bereich mit Wasserkraft und Windkraft.

Sie haben von Clustern gesprochen: Können Sie den Begriff näher erläutern?

 Cluster sind Netzwerke. Es bedeutet nichts anderes, als dass unterschiedliche Akteure, die in der gleichen Branche tätig sind, Kräfte und Know-how bündeln, um mit der Summe Aller mehr zu erreichen, als es alleine möglich wäre. Beginnt beispielsweise eine Gemeinde ein Biomasse-Projekt, spricht sie dabei mit den Landwirten vor Ort über die Errichtung von Biogas-Anlagen und zieht sie zudem Vertreter der örtlichen Hochschule zu Rate, so entsteht eine solche aktive Verbindung: die Landwirte besitzen Boden, um Substrate anbauen und später wieder ausbringen zu können. Die örtliche Hochschule steuert Forschungsergebnisse bei. Und die Gemeinde realisiert das Biomasse-Projekt.

Grundsätzlich gesprochen sind Cluster eine Antwort auf den globalisierten Wettbewerb, der nicht mehr zwischen Unternehmen, sondern in regionalen Netzwerken stattfindet. Unternehmen profitieren von den Clustern, indem sie auf die Kompetenzen anderer Mitglieder zugreifen und sich auf eigene Kernkompetenzen spezialisieren können.

Sie koordinieren ganz gezielt Projekte, wie z. B. die „50 Solarsiedlungen NRW“: Können Sie ein Beispiel dafür nennen? Was sind die Herausforderungen?

 Die „50 Solarsiedlungen NRW“ in NRW sind ein Erfolgsprojekt, das heute kurz vor dem Abschluss steht und schon einen Nachfolger hat, nämlich „100 Klimaschutzsiedlungen NRW“. Drei  Kriterien, von denen zwei erfüllt werden mussten, haben zur Aufnahme einer Siedlung in dieses Projekt geführt: erstens ein Mehr an solarthermischer Nutzung, zweitens ein Mehr an Wärmeschutz bis zu Passivhaustechnik und drittens ein Mehr an Solarstromerzeugung. Ebenfalls sind Gesichtspunkte wie Anbindungen an öffentliche Verkehrssysteme zu berücksichtigen. Diese Kriterien, die im Einzelnen von einer Auswahlkommission überprüft wurden, haben dazu geführt, dass die „50 Solarsiedlungen“ heute alle vergeben sind und 37 schon fertig gestellt worden sind.

Was bedeutet konkret „ein Mehr“ an erneuerbaren Energien?

 Ein Mehr an Energieeffizienzsteigerung. Das Unterschreiten der gesetzlichen Energieeffizienzgrenzen war eines der Hauptkriterien, um als Solarsiedlung anerkannt zu werden.

Ist es Zufall, dass eines der ersten Landesklimaschutzgesetze bundesweit  (binnen der nächsten neun Jahre sollen die Treibhausgase in NRW um ein Viertel sinken) in NRW – und damit in einer traditionellen Kohleabbauregion – in Kraft treten soll oder kann man sagen, dass die Menschen hier besonders aus den Folgen Klima belastender Energiequellen gelernt haben?

 Dass NRW ein Klimaschutzgesetz bekommt, ist sicherlich kein Zufall, sondern hängt eng mit der industriellen Geschichte das Landes und seiner Bedeutung als Energieproduzent und -verbraucher zusammen. In keinem anderen Bundesland wird mehr Energie erzeugt – aber auch verbraucht. Wenn hier also ein Klimaschutzgesetz umgesetzt wird, dann wird das Land damit vor allem seiner besonderen Verantwortung als Energieland Nummer eins gerecht. Zugleich gibt es in dieser Energieregion NRW eine Menge an Know-how, dass auch im Bereich der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien nutzbar gemacht wird.

Das heißt, Ihrer Meinung nach ist ein Bewusstsein für die Wichtigkeit einer Energiewende in der breiten Bevölkerung schon vorhanden?

 Ja! Also ich arbeite unter anderem im Projekt „EnergieDialog NRW“. Zudem bin ich seit Gründung der Agentur im Bereich Windkraftberatung tätig. Heute erreichen uns sehr viele Anfragen darüber, wie sich die Kommunen oder Kreise im Klimaschutz weiterentwickeln können – wie in der Anfangszeit Mitte der 90er Jahre. Vom öffentlichen Widerspruch zum Beispiel gegen Windkraft ist nur noch selten etwas zu spüren.

Wie sehr ist ein Energiewandel auch von einem gesellschaftlichen Wandel abhängig?

 Neben den Diskussionen über gesamtgesellschaftliche Aufgaben liegen wir im Augenblick in einer Diskussion darüber, inwieweit die Kreditwirtschaft auch von solchen Fragen betroffen ist. Der ehemalige Direktor des UN-Umweltprogramms UNEP in Nairobi, Prof. Töpfer, prognostiziert unter anderem, dass der Wettbewerb um Kapital auch von Anlagenbetreibern erneuerbarer Energien und Energieeffizienzprojekten erfolgreich bestanden werden muss. Ich glaube, dies beschreibt einen Teil der Hürden, die auch in Zukunft noch genommen werden müssen.   

Die Energiewende ist tatsächlich eine komplexe Herausforderung. Zum Beispiel: In den letzten zwei Jahrzehnten ist die Energieeffizienz pro Quadratmeter und Jahr im Wohnungsbau zwar gestiegen, gleichzeitig die Fläche, die jeder einzelne von uns bewohnt, aber ebenso. Inzwischen steht jedem Deutschen durchschnittlich eine Wohnfläche von bald 45 Quadratmetern zur Verfügung. Vor 20 Jahren waren es noch weniger als 35 Quadratmeter. Unterm Strich steht aufgrund dieses Rebound-Effekts, dass trotz gestiegener Energieeffizienz der Energieverbrauch praktisch nicht gesunken ist. Ein Effekt übrigens, den wir auch aus dem Automobilbau kennen. Die Motoren werden zwar effizienter, der Verbrauch sinkt aber nicht, weil die Autos immer schwerer und leistungsstärker werden. Die Herausforderung ist also nicht nur eine ingenieurwissenschaftlich-technische, es ist mindestens genauso eine mentale Herausforderung. Wir müssen – gerade was unsere Wohn- und Lebensgewohnheiten betrifft – uns verabschieden vom „größer ist besser“ und zu einem „weniger ist mehr“ kommen.

Welche erneuerbare Energietechniken würden Sie als besonders zukunftsträchtig sehen?

 Auch wenn diese Frage im Detail diskussionswürdig ist, stimmt im Großen und Ganzen das Energiekonzept der Bundesregierung und der Landesregierung in NRW in zwei Bereichen, die Nachhaltigkeit und Klimaschutz fördern: Zum einen ist dies die Nutzung regenerativer Energiequellen und zum anderen die Effizienzsteigerung. Diese beiden Bereiche sind im Kern überall wieder zu finden und machen auch unsere Zukunftsfähigkeit aus, wenn wir als Nation es schaffen, die politischen Beschlüsse umzusetzen und in Zukunft ein wesentliches Mehr an regenerativem Strom in Deutschland zu erzeugen, als das bislang der Fall ist.

Heißt das, unser Weg zu flächendeckender Versorgung durch erneuerbare Energien ist noch sehr weit?

 Laut den jüngsten Statistiken von 2010  liegt der Anteil regenerativen Stroms im Bundesdurchschnitt bei 16,8 %. Das Ziel ist eine Steigerung auf 35 % bis 2020. Das Land NRW hat sich die Aufgabe gestellt, den Anteil des Windstroms von 3% bis 2020 auf 15 % zu erhöhen. Der Anteil erneuerbarer Energien in NRW ist vergleichsweise niedrig, weil viel Strom aus Stein- und Braunkohle gewonnen wird. Wir sind eben „das Energieland NRW“.

Welche sind die langfristigen Ziele der EnergieAgentur.NRW des Landes Nordrhein-Westfalen?

 Das Klimaschutzstartprogramm und die eingeläutete Energiewende geben viele Ziele des Dienstleisters EnergieAgentur.NRW vor. Viele Projekte des Landes NRW sind in den am Anfang beschriebenen Bereichen schon in Auftrag gegeben worden. Diese Projekte wollen wir natürlich auch zum Erfolg führen. Der Weg zur Kosteneffizienz ist das eigentliche Erfolgsrezept.

Sobald eine neue Energieform bezahlbar ist und obendrein noch zusätzlichen Nutzen bringt, hat sie den Durchbruch auf dem Markt geschafft.

Glauben Sie, dass ein Übergang zu 100 % erneuerbaren Energien realistisch ist?

 Viele Wissenschaftler sagen, dass die Vollversorgung aus regenerativen Quellen realistisch ist. Bislang haben wir noch alle Karten in der Hand, das heißt wir haben noch die Gestaltungsmöglichkeiten. Das Ziel zu formulieren, ist also statthaft. Die aktuelle Herausforderung lautet: Soviel wie möglich erneuerbare Energien nutzen. Wenn wir als EnergieAgentur.NRW unseren Beitrag dazu leisten können, dass der Anteil an regenerativen Energien und Energieeffizienz steigt, dann haben wir unsere Hausaufgaben gemacht.

Autor: Simon Opydo, bei der Triodos Bank im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig

Wir fordern zu neuem Denken über Bankwesen auf

Freitag, 21. Oktober 2011

Die aktuellen weltweiten zivilen Proteste gegen die Bankenbranche – u.a. in Form der Occupy-Bewegung – zeigen: die Bevölkerung fordert ein Umdenken in Bankenbranche und Politik. Seit Ausbruch der Finanzkrise ist aus ihrer Sicht nicht genug verändert worden. Sie wollen eine andere Form von Bank – ein neues Denken über Bank. Wir als Triodos Bankhaben sehr großes Verständnis für die zivilen Proteste und möchte in Deutschland den Dialog über ein Umdenken aktiv mitgestalten.

Was ist aus Sicht der Triodos Bank die „neue Bank“?

1. Die Bank konzentriert sich wieder auf ihre Kernaufgabe, für die sie durch die Gesellschaft beauftragt worden ist: Einlagen einsammeln und hiermit Kredite vergeben.

Alle weiteren Aufgaben, die viele Banken heute betreiben, speziell riskante Investments, müssen von diesem Kerngeschäft abgespalten werden. Selbst dann gilt jedoch: Keine Spekulation. Derivative Produkte sind aufzugeben, solange sie nicht unmittelbar der Finanzierung der Realwirtschaft dienen. Der Eigenhandel ist einzustellen

2. Die Bank ist transparent. Dem Kunden und anderen Interessensgruppen ist zu jeder Zeit klar, was die Bank finanziert bzw. in was sie investiert, wie sie ihre Erträge und Rendite erwirtschaftet, welche Risiken sie hierbei eingeht und wie sie diese managt.

3. Die Bank ist mittelständisch. Dies geht einher mit einer thematischen (Bsp. Nachhaltigkeit)  bzw. geographischen Spezialisierung.

Denn Größe ist kein Selbstzweck. Deshalb sollte gelten: Umso größer eine Bank, umso mehr Eigenkapital muss sie vorweisen. Mit Größe der Bilanzsumme sollten insgesamt die Eigenkapitalanforderungen steigen.

4. Die Bank handelt nicht nur im Interesse ihrer Anteilseigner, aber auch im Interesse anderer Anspruchsgruppen, insbesondere Kunden und Mitarbeiter. 

Die Bank ist sich ihres gesellschaftlichen Auftrages bewusst. Ihr Ziel ist nicht die kurzfristige Profitmaximierung, sondern die Maximierung der Nachhaltigkeit als Einklang von Mensch, Umwelt und Wirtschaft.

5. Die Bank hat klare Ausschlusskriterien, was sie aus ethisch-ökologischen Gründen nicht finanziert. Diese werden veröffentlicht und die Bank lässt sich hieran messen. Die Bank sollte in ihrer Finanzierungs- und Investitionstätigkeit auch nachhaltige Unternehmen und Projekte einschließen.

Risiken müssen minimiert und kontrolliert werden. Denn es ist die oberste Pflicht der Bank, ihre kontinuierliche Rolle als Finanzierer der Realwirtschaft nicht unnötig zu gefährden. 

6. Die Bank wird von Bankern geführt, die sich ihrer wichtigen gesellschaftlichen Rolle bewusst sind und diese auch erfüllen können. Sie denken in Beziehungen, nicht in Transaktionen. Sie denken langfristig, nicht kurzfristig und machen ihre Handlungen transparent.

Sie brauchen für die Erfüllung ihrer Aufgaben keine Anreizsysteme. Sie sind bereit, hierfür auch einen Eid zu schwören (wie dies in den Niederlanden bereits praktiziert wird).

Nachhaltigkeitsbanken wie die Triodos Bank stehen für diese Forderungen. Sie liefern mit ihrem kontinuierlichen Wachstum von im Durchschnitt 20% p.a. den Beweis, dass ein solches Geschäftsmodell auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann, ohne Mensch(lichkeit) und Umwelt zu kompromittieren.

Ein anderes Bankwesen ist möglich. Politik und Bankenbranche müssen handeln. Sie müssen dies im Dialog mit der Bevölkerung machen – denn ihr sind sie verpflichtet, von ihr erhalten sie den gesellschaftlichen (Existenz-)auftrag. Die Zeit zu handeln ist jetzt.

Ethische Investments – es geht voran, aber noch keine kraftvolle Bewegung

Mittwoch, 21. September 2011

Auf der Fachtagung zum Thema „Ethisches Investment“ von „Brot für die Welt“ und der Evangelischen Akademie wurde ich eingeladen, Einblicke in die praktische Arbeit in diesem Bereich zu geben.

Die Teilnehmer kamen überwiegend aus kirchlichen Institutionen – wie z.B. Kirchenbanken. Auch Stiftungen und andere interessierte Privatpersonen waren vertreten. Die Triodos Bank war der einzige Vertreter aus dem Kreis der Nachhaltigkeitsbanken.

Auf der einen Seite war ersichtlich, dass sich immer mehr Menschen, denen Werte wichtig sind, mit nachhaltigem Investment befassen. Wie eine Studie der Investmentgesellschaft der Genossenschaftsbanken, Union-Investment, bestätigt, ist gerade bei dem dargestellten Teilnehmerkreis – Kirchen und Stiftungen – das Thema angekommen.

Auf der anderen Seite habe ich gespürt, mit welchen Widerständen diese Institutionen noch kämpfen. Nachhaltigkeit darf eben nicht weniger Rendite erzielen. Leider ist dieses Vorurteil noch immer nicht ausgestorben, obwohl viele wissenschaftliche Arbeiten nachgewiesen haben, dass die nachhaltige Geldanlage langfristig die gleiche finanzielle Rendite wie konventionelle Anlagen bringen. Auch scheint es ein Problem, dass durch die Einschränkung der Aktien und Anleihen, in die man investiert, ein Vergleich mit Indizes wie dem DAX schwerer fällt. Dies führt für die Institutionen, die investieren, zu Rechtfertigungsdruck gegenüber Kontrollgremien und anderen Stakeholdern. Nachhaltiges Investment ist noch keine Selbstverständlichkeit.

Außerdem fiel mir auf, dass die kleinen bestehenden Unterschiede in den Kriterien von Kirchenbanken und Nachhaltigkeitsbanken mehr diskutiert werden, als dass die Gemeinsamkeiten herausgearbeitet werden. Die Ausschlusskriterien sind nun mal nicht bei allen überzeugten Teilnehmern identisch. Katholische Kirchenbanken schließen öfters Alkohol nicht aus, da es eben auch heute noch Klosterbrauereien gibt. Die große Übereinstimmung bei den angewendeten Ausschlusskriterien hat mich aber beeindruckt. Die Kriterien der Triodos Bank entsprechen in den meisten Punkten denen von Kirchenbanken. Aus meiner Sicht besteht hier ein Potential mit Betonung des Gemeinsamen auch eine gemeinsame Bewegung zu entfachen. Ein gutes Beispiel sind die “Entwicklungspolitischen Kriterien” von “Brot für die Welt”.

Ich hoffe, dass mit den entstandenen Kontakten auf der Fachtagung dieses Gemeinsame weiterentwickelt werden kann. Die Triodos Bank ist Mitbegründer der „Global Allicane for Banking on Values“. Auf der Konferenz war zu spüren wie groß die Basis des „Banking on Values“ in Deutschland ist. Wir wollen sie zum Leben bringen.

Spiritualität im Unternehmen?

Mittwoch, 07. September 2011

Am 1. und 2. September fand in Dornach am Goetheanum das vierte Wirtschaftsforum statt. Das Thema war diesmal “Spiritualität im Unternehmen”. Es nahmen ca. 100 Entscheider, Führungskräfte und Berater teil. Auf dem Programm standen Vorträge wie beispielsweise ” Zur gelebten Spiritualität im Unternehmen”, “Selbsterkenntnis als Führungskraft im Spiegel der Mitarbeitenden”, “Spiritualität oder ökonomisches Kalkül” oder zu “Räume schaffen für Meditation”. Auch ich beteiligte mich als Referent an der Diskussion um Spiritualität im Unternehmen.

In den Beiträgen und Gesprächen wurden von den Teilnehmern der Veranstaltung viele Fragen gestellt. Vorsichtig haben sich die Beitragenden an die Frage herangetastet, was Spiritualität im Unternehmen sein kann – wohl wissend, dass Anspruch und Wirklichkeit nur allzu leicht weit auseinander klaffen können. Fragen wie, ist es Spiritualität, wenn ich meditiere oder wenn ich mich im Gespräch wahrgenommen fühle, kamen auf. Oder ist Spiritualität, wenn plötzlich klar wird, warum ich jeden Tag zu Arbeit gehe?

Mich hat die Schilderung einer Teilnehmerin sehr berührt, die beschrieb, wie sie genau diese Frage an die Führungskräfte eines großen Unternehmens mit einer eher kalten und harten Arbeitskultur stellte: Warum seid ihr hier, warum geht ihr jeden Tag zu Arbeit, was motiviert euch? Es wurde deutlich, dass diese Menschen, diese Führungskräfte sich durch die Fragestellung der Teilnehmerin das erste Mal richtig wahrgenommen fühlten. Die Antwort war sehr bewegend und einfach: wir sind hier, um den Anderen zu helfen, ihre Arbeit besser erledigen zu können.

Vor diesem Hintergrund hat sich auch eine Geschichte bei mir eingeprägt, mit der ein Vortrag bei der Veranstaltung endete und die auf Konfuzius zurückgeführt wird:

Konfuzius in der Hölle

Konfuzius schlief und träumte, er sei zu Besuch in der Hölle.
Er sah eine riesige Tafel, gedeckt mit den feinsten Köstlichlkeiten, die man sich nur vorstellen kann.
Die Leute aber hungerten, denn sie durften nur mit Stäbchen essen. Und die Stäbchen waren zwei Meter lang, das konnte nicht funktionieren.

Dann besuchte Konfuzius den Himmel.
Er sah eine ganz ähnliche, grosse Tafel, ebenfalls berstend voll mit Köstlichkeiten, und auch hier mussten die Leute mit zwei Meter langen Stäbchen essen. Doch hier waren die Leute glücklich, zufrieden und wohlgenährt.

Denn im Himmel fütterten sie sich gegenseitig.

Die Frage, was Spiritualität im Unternehmen nun wirklich bedeutet, ist nicht einfach zu beantworten, aber hochspannend. Die Beiträge auf dem Wirtschaftsforum des Goetheanum und in den Gesprächen deuten auf das Zwischenmenschliche. Immer wenn ein Gespräch gelingt, wenn die Gesprächsteilnehmer das Gefühl haben, es ist was passiert, wenn sie nach einem Gespräch im positiven Sinne nicht mehr dieselben sind, dann kann das auf anwesende Spiritualität hindeuten.

Ich würde mich freuen, wenn unsere Blog-Leser uns ihre Meinung zu dieser spannenden Frage mitteilen würden: was ist für Euch Spiritualität? Und speziell Spiritualität im Unternehmen?

Weltladen Reloaded – der Fair Trade Shop in München

Mittwoch, 08. Juni 2011

Fair Trade Shop Gründer Heiko Harms und Peter Eicher

Am 26. Mai 2011 war es soweit. Unser neuer Kreditkunde, der „Fair Trade Shop“, öffnete seine Türen im Herzen von München in den frisch sanierten Stachus-Passagen. Die Gründer Heiko Harms und Peter Eicher wagen damit eine Neudefinition des Weltladen-Konzepts. Und die Triodos Bank begleitet sie dabei als Finanzierungspartner. Unser Kollege Götz Feeser, als Relationship Manager für die Kreditvergabe an Unternehmen und Institutionen im Bereich Sozialwirtschaft und Kultur zuständig, berichtet:

Nachdem wir erste tolle Fotos des fertiggestellten Fair Trade Shops von der offiziellen Eröffnung am Freitag, 27. Mai gesehen hatten, waren mein Kollege Richard Günther und ich sehr gespannt, uns selber vor Ort ein Bild zu machen und hatten hierzu direkt am Samstag, 28. Mai Gelegenheit: Gemeinsam mit den Gründern sowie Geschäftspartnern und vielen weiteren Menschen feierten wir den Start des Ladens. Wir waren sehr beeindruckt, sowohl von dem gelungen Design des Ladens als auch von dem Kreis an unterschiedlichsten Menschen, die das Projekt mit begleiten und unterstützen.

Der Fair Trade Shop ist wirklich super zentral gelegen in München. Wenn man eintritt, wird man von einem modernen, ästhetischen, aber gleichzeitig einladenden Ambiente empfangen. Auf einer Verkaufsfläche von 60 Quadratmetern werden ausgewählte Artikel des gehobenen Segments aus Fairem Handel angeboten. Viele Artikel sind zudem zusätzlich aus ökologischer Herstellung. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Mir haben insbesondere die schönen  Bambusschalen aus Vietnam gefallen (sehen wirklich schick aus) und sehr überzeugend war die Rotweinempfehlung aus Südafrika. Ansonsten gibt es Mode aus Bio-Baumwolle, schöne Taschen und weitere Non-Food-Artikeln, aber auch Food-Artikel wie gute Schokolade (bis zu 85% Kakaoanteil) oder Hochlandkaffee aus Bolivien, beides schön zum Verschenken.

Der Fair Trade Shop setzt stark auf Transparenz. So wird man als Kunde auf Wunsch von den vier freundlichen Verkäuferinnen genau informiert, unter welchen Bedingungen die Produkte hergestellt wurden und wie faire Handelskonditionen dazu beitragen, die Existenz der Hersteller sowie gerechte Löhne und soziale Arbeitsbedingungen zu sichern. Die Kombination aus Expertise im Fair-Handels-Bereich und Erfahrung im Einzelhandel zeichnet den Fair Trade Shop aus – zu dem neuen Team kann ich nur gratulieren. Ich habe mich als Kunde sehr gut beraten und wohl gefühlt.

Die Gründer des Fair Trade Shops, Heiko Harms und Peter Eicher, sind seit mehr als 20 Jahren in der Fair-Handels-Branche tätig. Sie beraten seit den 90er Jahren unter anderem die klassischen Weltläden in Marketingfragen. Hierbei machen sie immer wieder die Erfahrung: Der wirtschaftliche Erfolg der Weltläden hängt stark von der Standortfrage ab: je besser die Lage, desto höher die Umsätze. Dennoch scheuen die Weltläden in der Regel das finanzielle Risiko, in Zentrumsnähe zu eröffnen. Anders der Fair Trade Shop, der mit den Stachus-Passagen bewusst eine der belebtesten Einkaufspassagen Münchens, die täglich von bis zu 160.000 Besuchern frequentiert wird, als Standort gewählt hat.

Und Fairer Handel boomt. Immer mehr Verbraucher achten darauf, dass Produkte nicht nur ökologisch, sondern auch sozial gerecht hergestellt werden. Laut einer aktuellen Studie vom Mai 2011 gaben deutsche Verbraucher im vergangenen Jahr 340 Millionen Euro für Transfair-gesiegelte Produkte aus – eine Steigerung von 27 Prozent gegenüber 2009. Beste Voraussetzungen also für den Erfolg des Fair Trade Shop.

Deshalb haben wir uns auch als Triodos Bank entschieden, dem Fair Trade Shop einen Kredit zu geben. Dieser ist Teil eines innovativen Gesamtfinanzierungskonzepts, das wir gemeinsam mit den Gründern des Fair Trade Shop entwickelt haben. Denn neben uns als Kreditgeber haben sich Freunde und Bekannte mit Kapital in Form von Genussrechten an der Shop-Gründung beteiligt. Wir sehen als Bank die Genussrechte als Erweiterung des Eigenkapitals an und in der Bürgengemeinschaft von Menschen aus dem persönlichen und beruflichen Umfeld der Gründer eine zusätzliche Sicherheit.

Für wen München zu weit weg ist, dem kann ich dennoch einen positiven Ausblick geben. Denn langfristig sollen in größeren Städten bundesweit weitere Filialen des Fair Trade Shops entstehen.

Transparent, interaktiv, online: unser Geschäftsbericht 2010

Freitag, 13. Mai 2011

Wie kann eine Online-Bank eigentlich noch mehr „online“ werden? Ganz einfach: indem sie ihren Geschäftsbericht auch entsprechend gestaltet: online, transparent, interaktiv.

In der Vergangenheit hat die Triodos Bank ihren Geschäftsbericht immer als gedrucktes Dokument erstellt. Schön dick, zum in den Schrank stellen…
Wir haben uns gefragt: muss das sein? Die ganze interne Arbeit und Kosten, die auf die Erstellung von Geschäftsberichten verwendet werden, und am Ende lesen das Pamphlet nur ein paar Menschen und auch die nur selektiv?

Deswegen präsentieren wir nun erstmals den Geschäftsbericht 2010 als Online-Version. Das ist besser für die Umwelt. Aber auch für unsere Anteilseigner, Kunden und alle an der Triodos Bank interessierten Menschen angenehmer und interessanter zu lesen.

Denn in dem Online-Bericht können wir mehr Informationen zu unserer Tätigkeit und unserem Wirken darstellen. Gleichzeitig kann sich der Leser genau das schnell und unkompliziert raussuchen, was ihn wirklich interessiert.

Und wir haben wirklich Interessantes zu berichten! Mit dem Geschäftsbericht 2010 legen wir erstmals nicht nur umfangreiche Finanzergebnisse vor, sondern auch Zahlen über die Wirkung der Triodos Bank im ökologischen und sozialen Sinne. Denn diese Zahlen sind für unsere Anteilseigener und Kunden doch eigentlich von besonderem Interesse: weil sie einen positiven Beitrag für Mensch und Umwelt mit ihren Geldern, durch ihre Bank leisten wollen.

Und das haben wir gemeinsam mit unseren Anteilseignern, Kunden und den von uns finanzierten nachhaltigen Unternehmen, Projekten und Institutionen 2010 unter anderem erreichen können:

100%
100% der Finanzierung der Triodos Bank geht an nachhaltige Unternehmen und Projekte.

17.283
17.283 nachhaltige Unternehmen und Projekte in ganz Europa sind Kreditnehmer der Triodos Bank.

3,3 Millionen
In 2010 besuchten 3,3 Millionen Menschen die von der Triodos Bank finanzierten Theater und Museen in ganz Europa.

4.818
In 2010 profitieren 4.818 Menschen von der Pflege in den 70 Altenheimen, die von der Triodos Bank finanziert werden.

1.181.600 europäische Haushalte
Die von der Triodos Bank finanzierten Projekte im Bereich erneuerbare Energien generieren genug saubere Energie, um den durchschnittlichen Bedarf von 1.181.600 europäischen Haushalten decken zu können. Dadurch werden 1.624.373 Tonnen CO2-Emissionen vermieden.

7,4 Millionen +
Unsere spezialisierten Mikrofinanzfonds stellen 85 Mikrofinanzinstituten in 43 Ländern Finanzierung zur Verfügung. Dadurch werden 7,4 Millionen Kleinstkreditnehmer erreicht.

Zu unserer Wirkung im Bereich Energie und Klima, Kunst und Kultur sowie Mikrofinanzierung berichten wir auch detaillierter im Geschäftsbericht 2010: Was ist unsere Vision und was bewegen wir hier.

Es gibt übrigens auch Videointerviews mit unserem Vorstandsvorsitzenden Peter Blom und Marilou Goldstein-Bouwers sowie Bas Rüter, beide Geschäftsleiter von Triodos Investment Management, unser Fondsgesellschaft.

Und natürlich kann man auch nachlesen, wie sich die Triodos Bank 2010 in Deutschland entwickelt hat und was die Aussichten für 2011 sind.

Übrigens (jetzt wird es etwas technisch): Der Geschäftsbericht der Triodos Bank ist ein integrierter Jahres- und Nachhaltigkeitsbericht. Das ist schon selten. Dazu kommt noch etwas seltenes: unser Geschäftsbericht beruht auf den GRI G3 Richtlinien, Applikations-Ebene A+. Was heißt das? GRI steht für Global Reporting Initiative. Aufgabe der GRI war und ist es, weltweit anwendbare Richtlinien für Nachhaltigkeitsberichte zu entwickeln, insbesondere für Großunternehmen, aber auch für andere Unternehmen, Regierungen und NGOs. Ziel ist die standardisierte Darstellung der ökonomischen, ökologischen und sozialen/gesellschaftlichen Performance des jeweiligen Berichtenden. Die GRI G3 Richtlinien sind die aktuellen  Richtlinien (im Oktober 2006 vorgestellt). A+ ist hierbei das höchste Level der Anwendung der Richtlinien und bedeutet zudem, dass ein externer Prüfer dies kontrolliert und bestätigt hat. Also: der Geschäftsbericht der Triodos Bank bietet maximale Transparenz über die Wirkung der Triodos Bank im Sinne der Nachhaltigkeit.

Und nun viel Spaß beim Lesen des neuen Online-Geschäftsberichts der Triodos Bank. Und wie bei allem was wir tun, möchten wir gerne Ihre Meinung dazu erfahren. Wir würden uns daher freuen, wenn Sie das Feedback-Formular ausfüllen und uns mitteilen, was Sie an dem neuen Online-Geschäftsbericht mögen und was nicht bzw. wo Verbesserungen erfolgen sollten. Besten Dank!

Vision Summit -Weitere Eindrücke

Dienstag, 26. April 2011

Auf dem Vision Summit beeindrucken und motivieren mich immer die vielen Gespräche und die Vorstellung der tollen Projekten von Social Enterpreneurs. Auf diesem Weg möchte ich auf einige dieser faszienierenden Intivativen hinweisen.

- Das Ökosoziale Klimaschutzprojekt von Soil&Energy. Unser Kunde handelt nach dem Motto von Konfuzius “Wer Bäume plfanzt, wird den Himmel gewinnen”. Hier wird man zum “Treepreneur”.

-  Das Projekt Arche Metropolis. Ein Kunstprojekt zu den Chancen und der Entwicklung der urbanen Gesellschaft im 21. Jahrhundert des Nama Rupa Kunst für Geist & Körper e.V. Dieses Projekt in Berlin Tempelhof wird von Tarik Mustafa und Martin Wittau betrieben.

- Die Plattform für soziale Investoren: Phineo gAG. Phineo baut eine Brücke für alle, die nicht nur Gutes tun, sondern auch Gutes bewirken wollen. Diese Brücke verbindet Soziale Investoren und gemeinnützige Organisationen.

- Natürlich das Magazin enorm. Das Magazin enorm ist ein unabhängiges Wirtschaftsmagazin, das an die Überwindung ökosozialer Missstände über Social Business, Social Entrepreneurship und soziales Unternehmertum glaubt.

- doonited inspiriert Menschen, in ihrem Alltag Gutes zu tun und dadurch einen nachhaltigen Wandel zu bewirken.

Dies ist natürlich nur ein Ausschnitt von den vielen inspirienden Intivativen, die man auf dem Vision Summit kennenlernen konnte.

Finanzierungsfragen auf dem Vision Summit

Freitag, 15. April 2011

Die Sozialunternehmer in Deutschland wollen nicht mehr warten, sondern hier und jetzt ihre Geschäftsideen umsetzen und mit ihren Unternehmen wachsen – für mehr soziale Gerechtigkeit. Motivation und Tatendrang lagen in der Luft, als sich vergangene Woche ca. 1.000 Sozialunternehmer und Interessierte rund um die Social Business Szene zum Vision Summit in Potsdam auf dem Universitätscampus trafen. An drei Tagen wurden von früh bis spät Erfahrungen ausgetauscht und genetzwerkt was das Zeug hielt – frei nach dem Motto der Veranstaltung „Don’t wait. Innovate!“.

Der Mensch mit seiner sozialen Unternehmung oder Idee stand klar im Mittelpunkt. Tipps und Know How wurde in zahlreichen Workshops vermittelt – von den geladenen Sprechern wie auch im Dialog mit dem oft sehr fachkundigen Publikum. Im Design Thinking Workshop unter der Leitung des Hasso-Plattner-Instituts erarbeiteten Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen zu einer Fragestellung neue Lösungsansätze. Zum Beispiel wurden bürokratische Hürden für Sozialunternehmer diskutiert und wie man „die träge Masse“ für nachhaltiges Verhalten gewinnen kann.

Da für die meisten Sozialunternehmer sowohl in der Gründungsphase als auch in der Wachstumsphase die Frage der Finanzierung eine große Rolle spielt, gab es zu dem Thema viele Workshop- und Informationsangebote. So wurden mögliche Eigenkapitalgeber vorgestellt: z.B. Fonds wie der Good Growth Fund, der LGT Venture Philanthropy Fund und MAMA. Auch Möglichkeiten der Fremdfinanzierung wurden präsentiert. Unser Geschäftsleiter Georg Schürmann stellte die Triodos Bank in einem Workshop vor. Das bewährte Modell, bei dem sich mehrere Eltern in einer Bürgengemeinschaft zusammenschließen um für einen Schulbau o.ä. einen Kredit aufzunehmen, interessierte den einen oder die andere Sozialunternehmerin. Außerdem sehen wir einen weiteren Bedarf und arbeiten an Lösungen insbesondere für Gründer mit kleinem Finanzierungsvolumen von € 10.000 bis € 15.000.

An anderer Stelle wurde der Vorteil einer Genossenschaft betont, Eigenkapital einsammeln zu können ohne eine Zulassung für einen Unternehmensprospekt der BaFin einholen zu müssen. Dies ist der Fall, da Wirtschaftsprüfer bei Genossenschaften nicht nur die richtige Aufstellung der Zahlen testieren, sondern gleichzeitig auch die Wirtschaftsfähigkeit.

An unserem Stand von der Triodos Bank führten wir viele interessante Gespräche. Auch die Plätzchen unseres Kreditnehmers Gutshof Hauteroda, auf dem behinderte und nicht-behinderte Menschen zusammen leben und bio-dynamische Landwirtschaft betreiben, kamen gut an. Den Gutshof sehen wir als gutes Beispiel für ein Unternehmen, das die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit Umwelt, Soziales und Wirtschaft miteinander in Einklang bringt.

Nach knapp drei Tagen Vision Summit, traten wir etwas müde, aber glücklich und mit motivierenden Eindrücken im Gepäck den Heimweg nach Frankfurt an. Und nehmen das Motto des Vision Summit 2011 mit nach Hause: Don’t wait, but innovate.

Wie kommen unsere Zinssätze bei den Anlageprodukten zustande?

Mittwoch, 13. April 2011

Das Interesse auf unserer Facebook-Seite zu den aktuellen Zinssätzen unseres Sparvertrages hat mich wirklich gefreut. Nun bietet unser Blog aber die bessere Möglichkeit als facebook, etwas ausführlicher den Hintergrund zum Thema “Zinssätze” zu erläutern.

Daher hier ein paar Sätze von unserer Seite dazu:

Erstmal grundsätzlich vorab: Uns ist Transparenz und Fairness wichtig – das gilt natürlich auch für die Zinssätze. Den Zinssatz des Sparvertrages haben wir an einen Referenzzinssatz gebunden. Dieser Referenzzinsatz ist der sog. 12-Monats-Euribor. Unsere Kunden binden sich bei dem Sparvertrag mindestens ein Jahr und sparen in der Regel länger. Hier wollen wir verlässlich sein und unsere Kunden sollen keine Überraschungen erleben. Deswegen haben wir die Bindung an einen Referenzzins gewählt. Dieser ist in den letzten Monaten gestiegen, so dass wir beim Sparvertrag jetzt einen Zinssatz von 2% p.a. anbieten.

Beim Tagesgeld orientieren wir uns am Marktdurchschnitt für Tagesgelder. Diesen findet man z.B. auf Websites wie der von FMH . Heute liegt dieser Zins bei 1,24%. Somit liegen wir weiterhin leicht über dem Marktdurchschnitt. Wenn dieser Zins steigt, werden wir auch unsere Tagesgeldzinsen erhöhen.

Wer sein Geld mindestens 1 Jahr anlegen möchte kann hierfür auch unseren Sparvertrag nutzen. Bei der Erstanlage sind auch Einmalbeträge möglich. Man kann also z.b. 5.000 Euro anlegen und eine kleine Sparrate von 25 Euro vereinbaren. Für die 5.000  Euro und natürlich die Sparraten gibt es dann 2 % p.a. Zinsen. Falls man das Geld dann wirklich braucht, kann man den Vertrag einfach kündigen. Aber bitte nicht vergessen, die 3-monatige Kündigungsfrist zu beachten. Ansonsten läuft der Vertrag einfach zum aktuellen Zinssatz weiter.

Nun hoffe ich, dass ich ein paar Fragen klären konnte – falls nicht, lassen Sie es uns weiter wissen. Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen!

Japan macht betroffen

Freitag, 01. April 2011

 

Die Ereignisse in Japan machen mich betroffen. Die Naturkatastrophe mit Erdbeben und Tsunami hat Tausende von Leben gefordert, viele Menschen sind verletzt worden. Diese Verletzungen sind nicht nur körperlicher sondern auch seelischer Natur. Menschen haben ihre Liebsten verloren und viele haben ihr Hab und Gut oder auch ihre Heimat verloren.

Neben dieser sehr schlimmen Naturkatastrophe erleben wir täglich das Fortschreiten der Nuklear-Katastrophe. Diese ist von Mensch gemacht. Hierfür tragen Menschen Verantwortung. Auch durch diese Katastrophe hat es Verletzte gegeben. Arbeiter riskieren ihre Gesundheit, um noch Schlimmeres zu verhindern. Ihnen muss auch unsere Hochachtung und unser Mitgefühl gelten. Wahrscheinlich werden viele Menschen nicht mehr in Ihre Häuser zurück kehren können. Auch dies ist eine schlimme Erfahrung.

Japan ist eine sehr leidvolle Erfahrung.

Mich macht es sehr betroffen, dass Menschen oft nur durch solche schlimmen Erfahrungen lernen. Einsicht führt leider nur selten zu Veränderungen. Mich bewegt die Frage, was auch wir als Triodos Bank tun können, um Prozesse zu fördern, die zu einer Einsicht führen.
Auch in Sachen Atomenergie hat die Triodos Bank schon immer klar Stellung bezogen. In den letzten Tagen haben wir auf Facebook sowohl auf Demonstrationen hingewiesen als auch auf die Studie von urgewald.
Ich sehe die überall entstehenden Stromwechselparties, die noch mehr Menschen zu Ökostrom bringen sollen. Ich sehe auch mehr Veröffentlichungen, die im Zusammenhang mit dem aktueller Atomkatastrophe auf die Möglichkeit der Nachhaltigen Geldanlage hinweisen.
Ich stelle mir die Frage, wie man noch mehr Mitmenschen zu bewussten Verhalten und Konsum motivieren kann. Über jedes Feedback bin ich dankbar.