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Vision Summit -Weitere Eindrücke

Dienstag, 26. April 2011

Auf dem Vision Summit beeindrucken und motivieren mich immer die vielen Gespräche und die Vorstellung der tollen Projekten von Social Enterpreneurs. Auf diesem Weg möchte ich auf einige dieser faszienierenden Intivativen hinweisen.

- Das Ökosoziale Klimaschutzprojekt von Soil&Energy. Unser Kunde handelt nach dem Motto von Konfuzius “Wer Bäume plfanzt, wird den Himmel gewinnen”. Hier wird man zum “Treepreneur”.

-  Das Projekt Arche Metropolis. Ein Kunstprojekt zu den Chancen und der Entwicklung der urbanen Gesellschaft im 21. Jahrhundert des Nama Rupa Kunst für Geist & Körper e.V. Dieses Projekt in Berlin Tempelhof wird von Tarik Mustafa und Martin Wittau betrieben.

- Die Plattform für soziale Investoren: Phineo gAG. Phineo baut eine Brücke für alle, die nicht nur Gutes tun, sondern auch Gutes bewirken wollen. Diese Brücke verbindet Soziale Investoren und gemeinnützige Organisationen.

- Natürlich das Magazin enorm. Das Magazin enorm ist ein unabhängiges Wirtschaftsmagazin, das an die Überwindung ökosozialer Missstände über Social Business, Social Entrepreneurship und soziales Unternehmertum glaubt.

- doonited inspiriert Menschen, in ihrem Alltag Gutes zu tun und dadurch einen nachhaltigen Wandel zu bewirken.

Dies ist natürlich nur ein Ausschnitt von den vielen inspirienden Intivativen, die man auf dem Vision Summit kennenlernen konnte.

Finanzierungsfragen auf dem Vision Summit

Freitag, 15. April 2011

Die Sozialunternehmer in Deutschland wollen nicht mehr warten, sondern hier und jetzt ihre Geschäftsideen umsetzen und mit ihren Unternehmen wachsen – für mehr soziale Gerechtigkeit. Motivation und Tatendrang lagen in der Luft, als sich vergangene Woche ca. 1.000 Sozialunternehmer und Interessierte rund um die Social Business Szene zum Vision Summit in Potsdam auf dem Universitätscampus trafen. An drei Tagen wurden von früh bis spät Erfahrungen ausgetauscht und genetzwerkt was das Zeug hielt – frei nach dem Motto der Veranstaltung „Don’t wait. Innovate!“.

Der Mensch mit seiner sozialen Unternehmung oder Idee stand klar im Mittelpunkt. Tipps und Know How wurde in zahlreichen Workshops vermittelt – von den geladenen Sprechern wie auch im Dialog mit dem oft sehr fachkundigen Publikum. Im Design Thinking Workshop unter der Leitung des Hasso-Plattner-Instituts erarbeiteten Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen zu einer Fragestellung neue Lösungsansätze. Zum Beispiel wurden bürokratische Hürden für Sozialunternehmer diskutiert und wie man „die träge Masse“ für nachhaltiges Verhalten gewinnen kann.

Da für die meisten Sozialunternehmer sowohl in der Gründungsphase als auch in der Wachstumsphase die Frage der Finanzierung eine große Rolle spielt, gab es zu dem Thema viele Workshop- und Informationsangebote. So wurden mögliche Eigenkapitalgeber vorgestellt: z.B. Fonds wie der Good Growth Fund, der LGT Venture Philanthropy Fund und MAMA. Auch Möglichkeiten der Fremdfinanzierung wurden präsentiert. Unser Geschäftsleiter Georg Schürmann stellte die Triodos Bank in einem Workshop vor. Das bewährte Modell, bei dem sich mehrere Eltern in einer Bürgengemeinschaft zusammenschließen um für einen Schulbau o.ä. einen Kredit aufzunehmen, interessierte den einen oder die andere Sozialunternehmerin. Außerdem sehen wir einen weiteren Bedarf und arbeiten an Lösungen insbesondere für Gründer mit kleinem Finanzierungsvolumen von € 10.000 bis € 15.000.

An anderer Stelle wurde der Vorteil einer Genossenschaft betont, Eigenkapital einsammeln zu können ohne eine Zulassung für einen Unternehmensprospekt der BaFin einholen zu müssen. Dies ist der Fall, da Wirtschaftsprüfer bei Genossenschaften nicht nur die richtige Aufstellung der Zahlen testieren, sondern gleichzeitig auch die Wirtschaftsfähigkeit.

An unserem Stand von der Triodos Bank führten wir viele interessante Gespräche. Auch die Plätzchen unseres Kreditnehmers Gutshof Hauteroda, auf dem behinderte und nicht-behinderte Menschen zusammen leben und bio-dynamische Landwirtschaft betreiben, kamen gut an. Den Gutshof sehen wir als gutes Beispiel für ein Unternehmen, das die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit Umwelt, Soziales und Wirtschaft miteinander in Einklang bringt.

Nach knapp drei Tagen Vision Summit, traten wir etwas müde, aber glücklich und mit motivierenden Eindrücken im Gepäck den Heimweg nach Frankfurt an. Und nehmen das Motto des Vision Summit 2011 mit nach Hause: Don’t wait, but innovate.

Fast forward – Berlin Eco Fashion Days

Montag, 31. Januar 2011

Was hat eine Bank mit Mode zu tun? Das haben mich in Berlin einige während der Fashion Week gefragt und fanden es dann aber schnell toll, dass eine Bank, wie wir, die noch jungen Event-Initiativen rund um Eco Fashion in Berlin unterstützt.
Wir sind oft in der Rolle der “Möglich-Macher” oder “SustainEnabler” – so auch in diesem Fall und das hat einen einfachen Grund und dieser liegt in den Auswirkungen der konventionellen Textilindustrie selbst begründet. Um mehr als den massenhaften Absatz von Bio-Baumwolle, sondern auch einen nachhaltigen und sozial verantwortlichen Anbau und Weiterverarbeitung zu unterstützen, braucht es Unternehmer, die “Bio” und “Öko” mit ethischen Werten verbinden. Und diese Unternehmer brauchen Plattformen, um sich zu präsentieren.
Neulich sah ich auf deinem Taxi die Werbung “Embrace Nature – choose cotton” – doch so einfach ist es eben lange nicht.
Im Gegenteil: Die textile Verarbeitungskette gilt aufgrund ihrer extremen Komplexität als besonders schwierig, nachhaltig zu gestalten und ist sehr verzweigt mit vielen Lieferanten und Produktionspartnern – eine echte Herausforderung also, aber auch ein echter Hebel, um wirklich etwas für unsere Welt von morgen zu bewegen.

Und das führte uns nach Berlin, um dort die Veranstaltung The Key To, den GREEN Showroom und den eco showroom zu unterstützen.

Alle drei Eco Fashion Events haben unterschiedliche Schwerpunkte und finden entsprechend auch in verschiedenen Locations statt. Während die The Key To dieses Jahr in der Columbiahalle genau gegenüber der Bread & Butter Quartier bezog und ihren Schwerpunkt auf Casual wear legt, findet sich im Green Showroom Eco Luxury vor entsprechender Kulisse: dem Hotel Adlon.
Den Macherinnen Magdalena Schaffrin und Jana Keller ist es mit dem GREEN Showroom gelungen, überzeugend das Themo “Eco” auf ein sehr hochwertiges Niveau zu heben. Besonders gut gefiel mir jedoch die “Salonshow” des GREEN Showroom - Laufsteg einmal anders, nämlich in den Salonräumen des Adlon.

An einem der Abende hatte ich noch Gelegenheit, unsere Arbeit beim Auftakt Dinner zu “Create Green”, eine Kooperation des Berliner Kreativwirtschaftsnetzwerk “Create” und “The Key To” vorzustellen.

Mein Fazit: Der Bereich Eco Fashion entwickelt sich, aber um in die großen Vertriebswege zu kommen, die letztlich Eco Fashion für alle zugänglich zu machen, benötigt er weitere starke Player im Markt als Unterstützer und Multiplikatoren! Einer könnte z.B. die Messe Frankfurt sein, deren französische Tochter letztes Jahr die Pariser “Ethical Fashion Show” gekauft hat.

We love money! Die Triodos Bank und der eco Showroom

Montag, 06. Dezember 2010

We love money! So hieß unsere Aktion zur Eröffnung des eco Showroom.

Was soll das denn heißen? Klar, typisch Bank. Die Antwort aber ist: Für uns ist Geld ist ein Mittel der Veränderung. Kein Selbstzweck. Kurz: We love money - um damit etwas Positives für Mensch und Umwelt zu bewegen.

Konsum ist ein starker Hebel. Momentan ist unser Konsum jedoch v.a. für Umweltschäden und dramatische soziale Auswirkungen verantwortlich – es geht aber auch anders! Wie dieses “anders” aussehen kann, zeigen Initiativen wie der eco Showroom.

Der eco Showroom bietet Produkten rund um einen nachhaltigen Lebensstil eine Plattform, macht sie sichtbar und zeigt, was man eben alles mit Geld bewegen kann – indem man es für nachhaltige Produkte ausgibt, genauso wie es auf einer nachhaltigen Bank anzulegen. In beiden Fällen kann mit Geld viel bewirkt werden – als “Veränderungskatalysator”.

Übrigens: Die tollen Shirts sind vom Berliner Label Ken Panda ( Hier ein sehr schönes Video-Porträt über Ken Panda) extra für diese Aktion für uns entworfen worden (und haben im Team in Frankfurt gleich reißenden Absatz gefunden – also auch hiermit Danke an Ken Panda). 

Und last but not least: Natürlich an dieser Stelle nochmals ebenso vielen Dank an unsere Agentur, die wie immer schnell, kreativ und unkompliziert ein altes Bettlaken in ein “We love money-Demoplakat” umfunktioniert hat!

Internationales Presencing Treffen mit Otto Scharmer in Boston

Montag, 22. November 2010

Ende Oktober war ich in Boston beim Presencing Institute am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Das Presencing Institute wird von Otto Scharmer und seinem Team betrieben. Die inhaltliche Grundlage seiner Arbeit hat er in dem vielbeachteten Buch  TheoryU –  Führen von der Zukunft her dargelegt.

TheoryU entstand aus der Frage, ob man von einer im Entstehen begriffenen Zukunft lernen kann? Denn Lernen basiert traditionell auf den Erfahrungen der Vergangenheit. In vielen Fällen jedoch ist klar, dass wir mit unserem Vergangenheitswissen die Gegenwart und Zukunft nicht genügend begreifen, geschweigen denn gestalten können. Die Arbeit an dieser Fragestellung hat bei Otto Scharmer und seinem Team zu der Erkenntnis geführt, dass die wichtigste Führungsaufgabe nicht ist, Ziele zu definieren oder eine Zukunftsvision zu entwickeln. Die wichtigste Führungsaufgabe ist es, den individuellen und gemeinsamen Prozess des Sehens der Realität zu initiieren und dahingehend zu vertiefen, dass wir beginnen, entstehende Möglichkeitsräume wahrzunehmen (siehe Aufsatz Handeln von der Zukunft her).

Aus dieser Fragestellung heraus hat Otto Scharmer die TheoryU entwickelt. Sie basiert im Wesentlichen auf 150 Interviews mit Menschen, die täglich mit Innovationsprozessen zu tun haben. Die Interviews können auf der Website www.dialogonleadership.org gelesen werden. Sie sind teils wirklich sehr spannend zu lesen!

Kurz zusammengefasst stellt TheoryU einen Prozess dar, bei welchem der Grad der Aufmerksamkeit erhöht wird. Das beginnt mit einem offenen Denken, geht über ein offenes Fühlen bis hin zu einem offenen Willen. Damit wird angedeutet, wie sich der Grad der Aufmerksamkeit verstärken und vertiefen kann. TheoryU weist auch auf die Hindernisse hin, mit denen wir diesbezüglich zu tun haben: nämlich mit Vorurteilen, mit Zynismus und mit der Schwierigkeit, wirklich von sich loszukommen.

Ich habe Ende Oktober in Boston am ersten Treffen  von insgesamt fünf Treffen einer Master Class teilgenommen, genannt PI-Lab. Wir werden uns noch 2x pro Jahr bis 2012 in Boston einfinden. Teilnehmende sind 70 in TheoryU erfahrene Berufstätige aus der ganzen Welt: UnternehmerInnen, NGO-VertreterInnen, Landwirte und BeraterInnen. Die Frage, die uns alle bewegt und für die wir die weite Reise gemacht haben, ist die nach dem Grad der Aufmerksamkeit (level of awareness) aus der TheoryU. Die Aufmerksamkeit kann sich auf die eigene individuelle Entwicklung, auf die Zusammenarbeit mit anderen und auf die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen richten. Hierzu bedarf es einer Offenheit auf der intellektuellen, gedanklichen Ebene, eines offenen Herzens sowie eines gerichteten  Willens und einer Willensanstrengung. Ich muss versuchen, den Anderen gedanklich und emotional in mich aufzunehmen, mich für sie oder ihn wirklich zu interessieren, kurz: vom Ich zum Du. Erst diese Umkehrung des Willens, der eigenen Aktivität ermöglicht, dass ich die Welt draußen in mein Herz aufnehmen kann.

Die Motivation für mehr Aufmerksamkeit sind die großen Herausforderungen, vor denen wir, unsere Gesellschaft, unsere Welt stehen: der Klimawandel und die  notwendige Transformation zu 100% Erneuerbare Energien, die große soziale Frage – und dann natürlich die konkrete Umsetzung von Lösungsansätzen.

Es scheint, dass wir Menschen heute so einfache Dinge wie Interesse für den Anderen und Anteilnahme an der Welt erst wieder ganz neu lernen müssen. Es ist, als ob wir durch die industrielle und technologische Entwicklung der letzten 200 Jahre immer mehr in die Vereinzelung und damit in den Egoismus geraten. Die Form von Kapitalismus, die uns die jüngste Finanzkrise beschert hat, bestätigt dies ja in erschreckender Weise. Eine Teilnehmerin berichtete, wie sie eine Zeitlang in einem reichen europäischen Land gelebt hat und dachte, hier müssten doch alle Menschen glücklich sein. Sie erlebte aber das Gegenteil. Wieder zurück in ihrem südamerikanischen Heimatland wurde ihr bewusst, dass Technik und Geld nicht glücklich machen. Eine einfache Erkenntnis, aber nicht immer leicht, sie auch zu leben.

Das PI-Lab fand im Wechsel zwischen Vortrag und Diskussionen an kleinen runden Tischen mit maximal fünf Teilnehmern statt. Das Programm wurde ergänzt durch Gastbeiträge von Ed Schein, Professor für Change Management am MIT (siehe sein neuestes Buch „Helping“), Nicanor Perlas, kürzlich Präsidentschaftskandidat auf den Philippinen (links im Foto zu sehen neben Otto Scharmer), und Jeffrey Hollander, Gründer von Sevens Generations, einem großen Ökounternehmen in den USA .

Nicanor Perlas sprach über neueste wissenschaftliche Ergebnisse auf den Gebieten der Nano-Technik, Gen-Technik, Informationstechnologie und Geo-Engineering. Das Geo-Engineering betrifft die aktive Einflussnahme auf das Wetter und unser Klima zur Eingrenzung weiterer Erderwärmung. Er entwarf daneben ein humanistisches Menschenbild und sprach eindringlich von der Notwendigkeit, das Konzept des Menschen als freies Wesen zu pflegen und zu vertiefen. Sonst drohe die Gefahr, dass immer mehr Roboter und Maschinen unser Leben bestimmen.

Jeder Teilnehmer des PI-Lab ist aufgefordert, sich mit einem für ihn oder sie wichtigen Thema auch in der Zeit zwischen den Kursen zu beschäftigen. Dazu haben wir kulturell diverse 5-er Gruppen gebildet, die sich gegenseitig helfen und unterstützen. In meiner Gruppe sind ein Amerikaner, eine Brasilianerin, zwei Inder, eine Niederländerin und ich. Ich habe für mich das Projekt „die Triodos-Werte leben“ gewählt. Wie geht das? Wo muss ich bei mir beginnen, mich verändern, meine eigene Aufmerksamkeit erhöhen? In den Gesprächen haben wir auf die Bilder geachtet, die vor das innere Auge kommen, wenn die oder der Andere von dem Thema erzählt, mit dem sie/er sich in der Zeit zwischen den Kursen beschäftigen möchte. Hierzu hat Otto Scharmer die Vorgehensweise des sogenannten „case clinic“ vorgeschlagen (case clinic). Es ist hochspannend, mehr auf diese Bilder zu achten und sich zu fragen: welche Zukunft kann sichtbar werden, wenn es gelingt, die Aufmerksamkeit darauf zu erhöhen? Da wir im PI-Lab ja ganz am Anfang des Übens stehen, werde ich hiervon in einem späteren Blog-Beitrag mehr berichten.

Triodos Bank unterstützt den ersten Eco Concept Store der Hauptstadt

Freitag, 12. November 2010

Am 26. November 2010 wird der eco Showroom, der erste Concept Store mit konsequent ökologischer Ausrichtung, in Berlin die Türen öffnen. In der Almstadtstraße 35 in Berlin Mitte wird es dann in einem einzigen Laden hochwertige, ausgesuchte und vor allem nachhaltige Produkte aus dem Bereich Mode, Kosmetik, Wohnen, Lebensmittel etc. geben. Die Personen hinter dem eco Showroom sind Kati Drescher und Nadine Valencic von der Berliner PR Agentur sieben&siebzig. Sie beraten ausschließlich Kunden und Unternehmen, die sich sehr genaue Gedanken über Rohstoffe, Inhaltstoffe, die Verarbeitung und Verbreitung ihrer Produkte machen.

Bereits zweimal hat sieben&siebzig in der Vergangenheit erfolgreich den eco Showroom zur Fashionweek geöffnet, um Kunden aus Mode, Beauty und Food zu präsentieren – allerdings bisher nur für ein Fachpublikum. Die vielen Nachfragen neugieriger Vorbeigeher und der Mangel an einem schönen eco Store in Berlin Mitte haben sieben&siebzig nun dazu bewogen, den Showroom dauerhaft zu öffnen - für Endverbraucher, Shopping-Begeisterte und Touristen – und die Produkte in Zukunft auch zu verkaufen. Es werden Produkte von traditionellen Bio-Unternehmen, aber auch von neuen und unbekannteren ökologisch ausgerichteten Unternehmen angeboten. Und jedes Produkt hat eine kleine Geschichte zu erzählen und steht für Leidenschaft. Marken, die im eco Showroom vertreten sein werden, sind u.a.: Dr. Hauschka, die Modelabels Pyua und Vilde Svaner, Hari Tea und San Floriano.

Und auch die Triodos Bank wird im eco Showroom vertreten sein. Schaut vorbei und besorgt euch Informationen zur Bank und unseren Produkten - lasst euch überraschen, was wir zudem noch in Kooperation mit dem ecoShowroom machen werden, es wird spannend. 

Wir unterstützen den eco Showroom, weil dieses innovative Projekt genau wie wir Nachhaltigkeit als allumfassenden  Lebensansatz versteht und dies – wenn auch im kleinen – propagiert. Wir freuen uns, dabei zu sein und wünschen dem eco Showroom die Aufmerksamkeit, die er jetzt schon verdient.

Nachtrag zur TEDx Konferenz – Der Video!

Montag, 12. Juli 2010

Für alle, die es interessiert, hier noch der Beitrag von Georg Schürmann auf der TEDx Konferenz (siehe auch sein Beitrag hier auf unserem Blog) als Video…

“The heat is on” – Klimawandel und die Medien

Mittwoch, 30. Juni 2010

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Letzte Woche war ich auf dem Global Media Forum der Deutschen Welle in Bonn. Das diesjährige Thema der Veranstaltungsreihe, die sich an Medienvertreter aus aller Welt, Experten von zwischenstaatlichen und Nichtregierungsorganisationen, Politiker, Unternehmer und Wissenschaftler richtet:

“The heat is on – Climate change and the media”.

Die Bilanz: Zweieinhalb Tage, 51 Diskussionsrunden, mehr als 1.500 Teilnehmer aus 95 Ländern, über 200 Referenten, u.a. von der UNFCCC (Yvo de Boer) und anderen UN-Organisationen, von GermanwatchWuppertal InstitutPotsdam InstitutGreenpeace, WWF, Kieler Institut für Weltwirtschaft, Asian Development Bank, DEG, GTZ, DIE, NABU etc.

Laut einer auf der Konferenz vorgestellten Studie von Deutsche Welle und Synovate empfinden Menschen (befragt wurden 13.000) in aller Welt den globalen Klimawandel mehrheitlich nach wie vor als Bedrohung. Von den Medien erwarten sie mehrheitlich, dass diese über Klimawandel und seine Folgen aufklären. Allerdings ist die Zahl derer, die sich keine Sorgen machen, in den vergangenen zwei Jahren gestiegen: von vier Prozent 2008 auf jetzt neun Prozent. Tendenz steigend???

Aber wie gut können die Medien die Aufgabe erfüllen, welche von ihnen verlangt wird, und verhindern, dass wir die “inconvenient truth” verdrängen? Auf der Konferenz wurden u.a. diese Probleme und Herausforderungen für die Medien genannt bzw. deutlich:

Klimawandel ist ein hoch komplexes Thema. Die Vielfalt der Dimensionen, die sich hinter dem Begriff verbergen und sich gegenseitig bedingen, ist groß. Klimawandel hat nicht nur eine ökologische Dimension, sondern auch eine soziale (Nord-Süd-Gerechtigkeit), politische, wirtschaftliche, finanzielle, rechtliche (Grundrechte, Menschenrechte) sowie religiöse und kulturelle Dimension (und dies ist nur eine grobe, unvollständige Aufzählung). Ein Journalist muss also ein weitreichendes, interdisziplinäres Verständnis über Klimawandel entwickeln - einen “Umweltjournalisten” wie Fiona Harvey von der Financial Times haben, meines Wissens, jedoch nicht viele Publikationen.

Zudem ist Klimawandel noch weitgehend ein wissenschaftliches Thema (auch wenn die Beweislage im Alltag immer deutlicher wird). Die wissenschaftlichen Studien sind für Nicht-Wissenschaftler oft nicht leicht zu verstehen, die Fachbegriffe bilden eine eigene Welt. Der Journalist muss also vereinfachen können, übersetzen können, ohne hierdurch die wissenschaftlichen Aussagen zu verwässern oder zu verfälschen. Auf der Konferenz wurde allerdings auch deutlich, dass die Wissenschaft lernen muss, besser, einfacher zu kommunizieren.

Medien sind von Neuigkeiten getrieben, Aufklärung über Klimawandel kann diesem Prinzip aber nicht (immer) folgen. 2050 ist zudem ein zu langer Zeithorizont für eine Tages-aktuelle Berichterstattung. Bereits heute sichtbare Folgen des Klimawandels in Afrika, Asien oder Lateinamerika sind zu weit weg, um den Leser hierzulande ausreichend zu motivieren. Und die Maxime der Neutralität der Berichterstattung führt dazu, dass denjenigen, die an den Mensch-gemachten Klimawandel glauben (Mehrheit), und denjenigen, die nicht an den Mensch-gemachten Klimawandel glauben (Minderheit) und dies nicht selten aus wirtschaftlichen Gründen heraus propagieren, der gleiche Platz im Artikel gegeben wird. Letztere Gruppe, die Gruppe der Klimaskeptiker, so Fiona Harvey von der FT, sind sehr gut organisiert, politisch und wirtschaftlich auf den höchsten Ebenen verankert und mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestattet. Und sie haben oft die einfachere argumentative Ausgangsbasis.

Grundsätzlich wurde auch wieder zwischen den Zeilen deutlich, dass Medien wirtschaftliche Einheiten sind, als solche nicht vollkommen frei agieren können und von der Finanzkrise nicht unberührt geblieben sind.   

Was den anwesenden Journalisten immer wieder auf der Konferenz nahe gelegt worden ist: schreibt beim Thema Klimawandel nicht über Probleme und Kosten, sondern über Lösungen und Chancen. Und werdet euch eurer Bedeutung im Kampf gegen Klimawandel und für die gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Transformation bewusst. Medien müssen Verantwortung übernehmen. Aber eine einfache Aufgabe ist das sicherlich nicht – auch wenn die zahlreichen Journalisten, die auf der Konferenz waren und sich offensichtlich für das Thema Klimawandel interessieren, ein positives Zeichen waren.

Ich denke auch im Nachgang noch viel über die Konferenz nach…denkt doch mal mit! Was für Erwartungen habt ihr an die Medien beim Thema Klimawandel? Welche Herausforderungen und Chancen seht ihr?

Transaktionssteuer und Bankenabgabe – Reicht das für ein neues Verhalten an den Finanzmärkten?

Donnerstag, 24. Juni 2010

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Die Pleite von Lehman liegt nun fast zwei Jahre zurück. In dieser Zeit wurde viel über Regulierung diskutiert und es wurden auch einige Beschlüsse gefällt. Zu einer umfassenden neuen Art von Regulierung oder noch besser Finanzverfassung ist es aber bisher nicht gekommen.

Letzte Woche auf einer Konferenz der Financial Times Deutschland in Frankfurt, die auch die Bankenregulierung zum Thema hatte, habe ich jedoch den Eindruck gewonnen, dass Regierungen und Bundesbank jetzt auf die Zielgerade kommen. Für mich stellt sich allerdings die Frage, ob die zukünftige Regulierung nur an Symptomen ansetzt oder auch an den Ursachen der Finanzkrise. Viele Vorschläge führen mit Sicherheit in die richtige Richtung. Die Ausführungen von Bundesbankpräsident Weber auf der Konferenz, die Eigenkapitalforderung bei zunehmender Bankengröße ebenfalls zu erhöhen, finde ich sehr gut. Dies schafft wirkliche Anreize, eine Bank nicht zu groß werden zu lassen. Damit wäre das Argument „too big to fail“ vom Tisch. Diese Regelung hätte echten Lenkungscharakter. Nicht mehr der Steuerzahler müsste dann einspringen, sondern die Eigentümer, also Aktionäre müssten dann Verantwortung übernehmen. Es muss bei neuen Regelungen darum gehen, dass Verantwortliche auch zur Verantwortung gezogen werden und Risiken nicht auf Dritte abgewälzt werden. Dies ist uns allen unter dem Stichwort „Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren“ noch sehr bewusst. Das darf nicht erneut vorkommen.

In diesem Kontext möchte ich auf eine Konferenz der Akademie Heiligenfeld mit dem Titel “Die Kunst des Wirtschaftens”  hinweisen, die vorletzte Woche stattfand. Im Gegensatz zur FTD-Konferenz wurden hier auch die tieferen Gründe der Finanzkrise diskutiert. Es wurde viel darüber gesprochen, dass sich hinter der Finanzkrise und auch den anderen Krisen unserer Zeit eine Wertekrise bzw. Bewusstseinskrise verbirgt. Diese These teile ich.

Vor diesem Hintergrund muss eine sinnvolle Bankenregulierung zu Verhaltensänderungen führen, da im Bankensektor von selbst keine Veränderung stattfinden wird. Bei den vorgeschlagenen Instrumenten Transaktionssteuer und Bankenabgabe habe ich die Sorge, dass dies nur vordergründig zu Verhaltensänderungen führen soll, aber eigentlich die Einnahmensteigerung für den Bund im Fokus steht.

Natürlich ist es richtig mit der Bankenabgabe die Kreditwirtschaft an den Kosten der Krise zu beteiligen. Die Erfahrung lehrt, dass solche Einnahmen aber mittelfristig den Anforderungen des Bundeshaushaltes geopfert werden. Hier bedarf es entsprechender Regelungen, die dies verhindern.

Ähnliches gilt für die Transaktionssteuer. Diese soll durch Besteuerung von Finanztransaktionen  die Spekulation eingedämmt werden. Die Erlöse sollen nach dem ursprünglichen Konzept von Tobin zur Armutsbekämpfung eingesetzt werden. Dieses Konzept ist richtig. Meine Sorge ist allerdings, dass die Einnahmen nicht zur Armutsbekämpfung, sondern zur Haushaltskonsolidierung eingesetzt werden, was die politische Diskussion der letzten Wochen bereits andeutet. Desweiteren läßt sich die Transaktionssteuer leicht auf die Kunden abwälzen oder durch Verlagerung des Handels an andere Orte auf der Welt umgehen. Somit fürchte ich, dass der Kerngedanke von Tobin eben nicht verwirklicht wird.

Für mich stellt sich die Frage, warum nicht über die Wiedereinführung der Spekulationssteuer diskutiert wird. Sie wurde Ende 2008 abgeschafft. Aktuell werden „Spekulationsgewinne“ mit der Abgeltungssteuer von 25% besteuert. Bei den meisten Anlegern liegt der persönliche Steuersatz allerdings eher über 40%. Somit werden „Spekulationsgewinne“ also „subventioniert“. Die Spekulationssteuer kann dazu führen, dass Wertpapiere eben nicht gekauft und schnell wieder verkauft werden, da dann hohe Steuern anfallen. Sie könnte dazu führen, dass verstärkt langfristig investiert wird. Dies wäre eine wünschenswerte Lenkung. Die Spekulationssteuer hat damit eher eine Lenkungsfunktion und weniger eine Einnahmefunktion.  Hierzu würde ich mir eine Diskussion wünschen, da diese wirklich an den Kern der Finanzkrise führen würde, auch wenn diese Maßnahme immer nur als Teil eines Paketes verstanden werden darf.

TEDx: Neue Bank – Werte sind das Kapital

Freitag, 28. Mai 2010

 TEDxHamburg

Die TEDx-Konferenz am 27. Mai in Hamburg war für mich ein besonderes Ereignis. Es ist ein gutes Gefühl, so viele engagierte Menschen zu erleben, die mit ihren Projekten zu einer besseren Welt beitragen. Es war für mich eine Ehre, auch einen Beitrag auf der Konferenz leisten zu dürfen. Mein Thema war naheliegend: Die „neue Bank“, die auf Werten basiert. So wie die Triodos Bank.

Das sind für mich die drei wesentlichen Kernpunkte, die eine „neue Bank“ ausmachen:

1.) Transparenz als Basis für Vertrauen
Die Transparenz wird in Form von Preistransparenz und Transparenz über die Verwendung der Einlagen hergestellt. Preistransparenz bedeutet, dass der Kunde nachvollziehen kann, wie Zinssätze zu Stande kommen. Dies stellen wir bei der Triodos Bank z.B. über die Bindung des Zinses unseres Sparplans an den Referenzzins „12-Monats-Euribor“ dar. Bei der Triodos Bank sieht der Kunde zudem, in welche Unternehmen und Projekte seine Einlagen fließen. Es ist ja bekanntlich das Geld der Kunden und sie haben ein Recht zu sehen, was mit ihrem Geld geschieht.

In der aktuellen Diskussion über die Weiterentwicklung und Regulierung des Finanzmarktes vermisse ich die Forderung nach Schaffung von mehr Transparenz. Lediglich im Bereich der Wertpapierberatung gibt es im Ansatz eine solche Diskussion. Das Stichwort lautet hier „Produktinformationsblatt“, welches zu mehr Transparenz bei Wertpapierprodukten für die Kunden führen soll. In Sachen Preistransparenz sind Gerichte die Instanzen, die neue Standards setzen und in Urteilen Preistransparenz von den Kreditinstituten fordern.

2.) Dienstleister für die Realwirtschaft

Der zweite Kernpunkt ist die Orientierung an der Realwirtschaft und damit die Konzentration der Bank auf ihre Funktion als Dienstleister. Die „neue Bank“ dient ausschließlich der Wirtschaft, indem sie sich auf Einlagen- und Kreditgeschäft, Zahlungsverkehr und die Vermittlung von Fremdkapital und Eigenkapital im Fondsgeschäft beschränkt. Eigenhandel und Spekulation sind nicht Aufgabe einer „neuen Bank“.

Hierzu erlebe ich aktuell nur eine Diskussion in den USA und erste Ansätze der Umsetzung in der amerikanischen Gesetzgebung. Hierin wird das Verbot von Eigenhandel bei Banken erwähnt. Die konkrete Umsetzung bleibt allerdings abzuwarten. In Europa vermisse ich eine solche Diskussion, sie ist noch nicht einmal in Ansätzen zu erkennen.

3.) Bank im Dialog.

Der dritte Punkt ist die Dialogfähigkeit der „neuen Bank“. Auch hier möchte die Triodos Bank mit der Nutzung von Facebook, unserem Blog und auch Kundenversammlungen, die wir bereits in den Ländern, in denen die Triodos Bank schon länger vertreten ist, durchführen.
Dieser Punkt ist keine Frage der Regulierung, sondern diese Diskussion muss innerhalb der Banken geführt werden. Erste erfreuliche Ansätze sind hier zu erkennen. Als Beispiel ist der Kundenbeirat der Commerzbank zu nennen. Es bleibt abzuwarten, ob es eine ernst gemeinte Initiative oder nur eine Marketingmaßnahme ist.

Insgesamt bleibt leider festzuhalten, dass auch 18 Monate nach der Insolvenz von Lehman Brothers noch keine Maßnahmen der Politik erkennbar sind, die die wirklichen Probleme der Finanzmärkte adressieren. Es wird zwar über Bankenabgabe und Finanztransaktionssteuer gesprochen. Dies sind durchaus sinnvolle und populäre Überlegungen, den Finanzsektor an den Kosten der Krise zu beteiligen. Sie greifen aber zu kurz. Es bleibt zu hoffen, dass die richtigen, notwendigen Maßnahmen noch ergriffen werden.