Archiv für die Kategorie ‘Soziales’

Mit der GrünCardPlus Master Card bewusst konsumieren und spenden

Montag, 29. November 2010

Ab dem 1. Dezember werden wir mit der Kreditkarte ein weiteres Produkt für unsere Privatkunden anbieten. Diese Karte bringen wir gemeinsam mit unserem Partner Grünkauf  heraus. Wir verbinden hierfür eine Triodos-MasterCard mit der GrünCard von Grünkauf. Zusammen ergibt das dann die „GrünCardPlus MasterCard“.

Das Konzept von Grünkauf ist dem von payback ähnlich. Es existieren natürlich auch ganz wesentliche Unterschiede. Analog zu payback sammelt der Kunde Punkte beim Kauf mit der GrünCard oder eben unserer neuen Kreditkarte, der GrünCardPlus MasterCard. Die Vorteilspartner von Grünkauf stammen aus dem Bereich des nachhaltigen Konsums. Die Aufnahme eines neuen Vorteilspartners wird durch einen Beirat überwacht.

Darüber hinaus gibt es eine weitere Möglichkeit für Kunden der GrünCard bzw. der GrünCardPlus MasterCard, in zahlreichen Online-Shops Punkte zu sammeln. Diese wurden nicht durch den Beirat geprüft, sondern ergänzen die Vorteilspartner, indem sie in erster Linie Lebensbereiche abdecken, die weitgehend virtuell sind (z.B. Eintrittskarten, Musikdownloads), oder indem sie Unternehmen sind, die Grünkauf als förderungswürdig erachtet, die aber nicht vollständig die strengen Kriterien für Vorteilspartner erfüllen (z.B. bringmirbio.de oder oxfamunverpackt.de).

Mit der GrünCardPlus MasterCard kann der Kunde – im Unterschied zur normalen GrünCard – nun nicht mehr nur bei den Vorteilspartnern oder Online-Shops Punkte sammeln. So werden bei jedem (!) Umsatz, der mit der Kreditkarte GrünCardPlus MasterCard getätigt wird,  Punkte gesammelt. Also auch z.B. beim Kauf von (hoffentlich Bio-)Lebensmitteln, wenn diese mit der Karte bezahlt werden. Hier appellieren wir an das Bewusstsein der Kunden für nachhaltigen Konsum.

Die GrünCard und damit auch die GrünCardPlus MasterCard wollen diesen verantwortungsvollen Konsum mit einer Spendenmöglichkeit verbinden. Denn ein wesentlicher Unterschied zu payback ist die Verwendung der Punkte. Diese sollen in erster Linie an soziale und ökologische Projekte gespendet werden. Der Kreditkarteninhaber kann also bewusst konsumieren und darüber hinaus einen Beitrag für wertvolle Projekte leisten. Ab Mitte 2011 können Karteninhaber die Punkte jedoch auch zum Einkaufen bei Vorteilspartnern verwenden. Grundsätzlich müssen nach EU-Recht die Punkte auf Wunsch auch immer an den Karteninhaber ausgezahlt werden.

Dieses Konzept fanden wir so interessant und unterstützenswert, dass wir uns entschieden haben, Partner von Grünkauf zu werden und ein innovatives nachhaltiges Finanzprodukt zu entwickeln. Bei dieser Entscheidung war für uns auch der Umgang mit dem Datenschutz sehr wichtig. Grünkauf sammelt keine Daten, um diese zu vermarkten. Auch wir werten die Einzelumsätze, die mit der Kreditkarte getätigt werden, nicht aus. Der Datenschutz ist damit für unsere Kunden auf höchstem Niveau gesichert!

Die Kreditkarte ist im ersten Jahr kostenfrei. Jeder kann dieses Produkt also einfach mal ausprobieren. Und zur Begrüßung erhält jeder Karteninhaber 200 Punkte. Ab dem 2. Jahr berechnen wir € 29,- p.a. Sie erhalten dafür jährlich 200 Punkte, die (idealerweise) gespendet werden können. Desweiteren vergüten wir pro € 4, die Sie mit der Karte tätigen, 1 Punkt. Die GrünCardPlus MasterCard ist eine kontounabhängige Kreditkarte – das heißt: Ihr bestehendes Girokonto ist das Referenzkonto. Die Triodos Bank zieht die Umsätze der Kreditkarte von diesem Girokonto über ein automatisch eingerichtetes Kreditkartenkonto bei der Triodos Bank ein. Der Kreditkartenhalter kann auf Wunsch bequem Beträge auf das Kreditkartenkonto bei der Triodos Bank einzahlen und auf diese Weise vom aktuellen Zinssatz des TriodosTagesgelds profitieren.

Wir wollen auch mit diesem neuen Produkt hohe Transparenz und Klarheit leben und orientieren uns bei den Preisen am Markt. Hier noch ein Vergleich mit ähnlichen Produkten:

  GründCardPlus MasterCard GLS-BUND payback
Jahresgebühr 1. Jahr: frei + 200 Punkte € 30,- 1. Jahr: frei
  ab 2.Jahr: € 29,- + 200 Punkte € 30,- ab. 2. Jahr: € 25,-
Umsatz-      
vergütung pro 4€: 1 Punkt 1/3 der Umsatzprov. pro 4€: 1 Punkt
       

Über Feedback zu unserer neuen Kreditkarte GrünCardPlus MasterCard würde ich mich freuen.

Internationales Presencing Treffen mit Otto Scharmer in Boston

Montag, 22. November 2010

Ende Oktober war ich in Boston beim Presencing Institute am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Das Presencing Institute wird von Otto Scharmer und seinem Team betrieben. Die inhaltliche Grundlage seiner Arbeit hat er in dem vielbeachteten Buch  TheoryU –  Führen von der Zukunft her dargelegt.

TheoryU entstand aus der Frage, ob man von einer im Entstehen begriffenen Zukunft lernen kann? Denn Lernen basiert traditionell auf den Erfahrungen der Vergangenheit. In vielen Fällen jedoch ist klar, dass wir mit unserem Vergangenheitswissen die Gegenwart und Zukunft nicht genügend begreifen, geschweigen denn gestalten können. Die Arbeit an dieser Fragestellung hat bei Otto Scharmer und seinem Team zu der Erkenntnis geführt, dass die wichtigste Führungsaufgabe nicht ist, Ziele zu definieren oder eine Zukunftsvision zu entwickeln. Die wichtigste Führungsaufgabe ist es, den individuellen und gemeinsamen Prozess des Sehens der Realität zu initiieren und dahingehend zu vertiefen, dass wir beginnen, entstehende Möglichkeitsräume wahrzunehmen (siehe Aufsatz Handeln von der Zukunft her).

Aus dieser Fragestellung heraus hat Otto Scharmer die TheoryU entwickelt. Sie basiert im Wesentlichen auf 150 Interviews mit Menschen, die täglich mit Innovationsprozessen zu tun haben. Die Interviews können auf der Website www.dialogonleadership.org gelesen werden. Sie sind teils wirklich sehr spannend zu lesen!

Kurz zusammengefasst stellt TheoryU einen Prozess dar, bei welchem der Grad der Aufmerksamkeit erhöht wird. Das beginnt mit einem offenen Denken, geht über ein offenes Fühlen bis hin zu einem offenen Willen. Damit wird angedeutet, wie sich der Grad der Aufmerksamkeit verstärken und vertiefen kann. TheoryU weist auch auf die Hindernisse hin, mit denen wir diesbezüglich zu tun haben: nämlich mit Vorurteilen, mit Zynismus und mit der Schwierigkeit, wirklich von sich loszukommen.

Ich habe Ende Oktober in Boston am ersten Treffen  von insgesamt fünf Treffen einer Master Class teilgenommen, genannt PI-Lab. Wir werden uns noch 2x pro Jahr bis 2012 in Boston einfinden. Teilnehmende sind 70 in TheoryU erfahrene Berufstätige aus der ganzen Welt: UnternehmerInnen, NGO-VertreterInnen, Landwirte und BeraterInnen. Die Frage, die uns alle bewegt und für die wir die weite Reise gemacht haben, ist die nach dem Grad der Aufmerksamkeit (level of awareness) aus der TheoryU. Die Aufmerksamkeit kann sich auf die eigene individuelle Entwicklung, auf die Zusammenarbeit mit anderen und auf die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen richten. Hierzu bedarf es einer Offenheit auf der intellektuellen, gedanklichen Ebene, eines offenen Herzens sowie eines gerichteten  Willens und einer Willensanstrengung. Ich muss versuchen, den Anderen gedanklich und emotional in mich aufzunehmen, mich für sie oder ihn wirklich zu interessieren, kurz: vom Ich zum Du. Erst diese Umkehrung des Willens, der eigenen Aktivität ermöglicht, dass ich die Welt draußen in mein Herz aufnehmen kann.

Die Motivation für mehr Aufmerksamkeit sind die großen Herausforderungen, vor denen wir, unsere Gesellschaft, unsere Welt stehen: der Klimawandel und die  notwendige Transformation zu 100% Erneuerbare Energien, die große soziale Frage – und dann natürlich die konkrete Umsetzung von Lösungsansätzen.

Es scheint, dass wir Menschen heute so einfache Dinge wie Interesse für den Anderen und Anteilnahme an der Welt erst wieder ganz neu lernen müssen. Es ist, als ob wir durch die industrielle und technologische Entwicklung der letzten 200 Jahre immer mehr in die Vereinzelung und damit in den Egoismus geraten. Die Form von Kapitalismus, die uns die jüngste Finanzkrise beschert hat, bestätigt dies ja in erschreckender Weise. Eine Teilnehmerin berichtete, wie sie eine Zeitlang in einem reichen europäischen Land gelebt hat und dachte, hier müssten doch alle Menschen glücklich sein. Sie erlebte aber das Gegenteil. Wieder zurück in ihrem südamerikanischen Heimatland wurde ihr bewusst, dass Technik und Geld nicht glücklich machen. Eine einfache Erkenntnis, aber nicht immer leicht, sie auch zu leben.

Das PI-Lab fand im Wechsel zwischen Vortrag und Diskussionen an kleinen runden Tischen mit maximal fünf Teilnehmern statt. Das Programm wurde ergänzt durch Gastbeiträge von Ed Schein, Professor für Change Management am MIT (siehe sein neuestes Buch „Helping“), Nicanor Perlas, kürzlich Präsidentschaftskandidat auf den Philippinen (links im Foto zu sehen neben Otto Scharmer), und Jeffrey Hollander, Gründer von Sevens Generations, einem großen Ökounternehmen in den USA .

Nicanor Perlas sprach über neueste wissenschaftliche Ergebnisse auf den Gebieten der Nano-Technik, Gen-Technik, Informationstechnologie und Geo-Engineering. Das Geo-Engineering betrifft die aktive Einflussnahme auf das Wetter und unser Klima zur Eingrenzung weiterer Erderwärmung. Er entwarf daneben ein humanistisches Menschenbild und sprach eindringlich von der Notwendigkeit, das Konzept des Menschen als freies Wesen zu pflegen und zu vertiefen. Sonst drohe die Gefahr, dass immer mehr Roboter und Maschinen unser Leben bestimmen.

Jeder Teilnehmer des PI-Lab ist aufgefordert, sich mit einem für ihn oder sie wichtigen Thema auch in der Zeit zwischen den Kursen zu beschäftigen. Dazu haben wir kulturell diverse 5-er Gruppen gebildet, die sich gegenseitig helfen und unterstützen. In meiner Gruppe sind ein Amerikaner, eine Brasilianerin, zwei Inder, eine Niederländerin und ich. Ich habe für mich das Projekt „die Triodos-Werte leben“ gewählt. Wie geht das? Wo muss ich bei mir beginnen, mich verändern, meine eigene Aufmerksamkeit erhöhen? In den Gesprächen haben wir auf die Bilder geachtet, die vor das innere Auge kommen, wenn die oder der Andere von dem Thema erzählt, mit dem sie/er sich in der Zeit zwischen den Kursen beschäftigen möchte. Hierzu hat Otto Scharmer die Vorgehensweise des sogenannten „case clinic“ vorgeschlagen (case clinic). Es ist hochspannend, mehr auf diese Bilder zu achten und sich zu fragen: welche Zukunft kann sichtbar werden, wenn es gelingt, die Aufmerksamkeit darauf zu erhöhen? Da wir im PI-Lab ja ganz am Anfang des Übens stehen, werde ich hiervon in einem späteren Blog-Beitrag mehr berichten.

Die Welt besser trinken leicht gemacht…

Freitag, 19. November 2010

Ja, das hört sich für mich an, wie “Die Welt besser trinken leicht gemacht.” Das klingt irgendwie “LoHa”, aber dahinter stehen spannende Geschäftsmodelle. Und die haben Namen wie LemonAid, Quartiermeister oder auch Riesperle, genauso wie Premium Cola oder Viva con Agua de St.Pauli.

Allen gemeinsam ist: Sie bewegen sich im schnelllebigen Getränkemarkt und sie versuchen sich an einem “öko-sozialen” Geschäftsmodell. Kurz: Sie reden nicht über CSR und beschäftigen keine CSR-Stabstelle mit Berichten “zur Weltrettung” – Nein: Sie möchten mit Ihrem Geschäftsmodell einen aktiven Beitrag als Unternehmen dazu leisten.

Gestern las ich in der Enorm einen Artikel über manche dieser Unternehmen. Was mir dabei immer wieder auffällt und was ich so positiv finde: Es gibt hier keine Berührungsängste mehr damit, “für etwas” Geld zu verdienen. Und das “für etwas” sind klare Wertvorstellungen, die sehr praktisch gelebt werden – aber eben mit einem Geschäftsmodell, das zulässt das man für den eigenen “öko-sozialen Unternehmenszweck” eine GbR oder auch eine GmbH ist. Manchmal wird auch ein Verein mit einer GmbH gekoppelt.

Denn vom Ziel her gedacht und das ist bei allen “die Wirkung”, macht das Sinn. Und daher freue ich mich ganz persönlich, dass gerade in dieser jungen Gründer- und Gründerinnengeneration nicht nur der “öko-soziale Gedanke” so tief verankert zu sein scheint, sondern auch wirklich “Unternehmergeist”. Da wächst, so ist mein Eindruck, ein neues Bewusstsein für “Entrepreneurship” !

Übrigens: Wir, also die Triodos Bank, sind eine AG in eine Stiftung eingegliedert. Für alle, die interessiert, wie das bei uns funktioniert, lest hier mehr.

Rund um grüne Märkte – eine Frankfurter Podiumsdiskussion aus der Reihe “Come Closer”

Freitag, 10. September 2010

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Dass kein Weg mehr am Thema Nachhaltigkeit in der Wirtschaft vorbei führt und dass auch Großkonzerne sich bereits (vielfach durchaus eher unbemerkt, ohne gleich eine grüne Kampagne draus zu machen…) auf den Weg zu mehr Nachhaltigkeit aufgemacht haben, darin waren sich die TeilnehmerInnen der Frankfurter Podiumsdiskussion “Green Markets – die Zukunft der Ökonomie” weitgehend einig. Veranstalter war das “sustainable designforum come closer” – eine spannende Frankfurter Initiative, u.a. von uns unterstützt.

Zusammen mit Dr. Manuela Rottmann (Stadträtin, Dezernentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Frankfurt), Peter Parwan (Gründer und Betreiber des Portals Lohas.de), Olaf Markhoff (Leiter Unternehmenskommunikation Nike Deutschland) und Lutz Dietzold (Geschäftsführer Hessen Design e.V.) diskutierte ich am 2.9.2010, wie grüne Produkte verkauft werden sollten und wie Engagement im Bereich Nachhaltigkeit, insbesondere von Großkonzernen, zu bewerten ist.

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Vor allem an der Frage, wie “grünes Engagment”  konventioneller Unternehmen einzuordnen ist entzündete sich die Diskussion über die (fließenden) Grenzen von Greenwashing. Auf uns als Triodos Bank kommen immer öfter große Unternehmen zu, die von uns erfahren möchten, “wie Nachhaltigkeit geht” – nach dem Motto “Sie als Triodos Bank machen das doch schon seit 30 Jahren, da wissen Sie doch sicher jede Menge über Nachhaltigkeit.”  Das freut uns. Und nicht in erster Linie weil es ein Kompliment ist, sondern weil wir der Meinung sind, dass wir umso mehr bewegen können, desto mehr mitmachen! Ganz klar haben da große Unternehmen eine enorme Hebelwirkung. Aus diesem Grund nehmen wir an solchen Diskussionen auch gerne teil, weil nur durch einen offenen Austausch wird es am Ende wirklich grüner und nicht nur “grün angestrichen”. 

Was heißt wirklich grüner? Für uns heißt das einfach, dass unsere Wirtschaft in naher Zukunft auf nachhaltigen Geschäftsmodellen basiert. Mit einer Corporate Social Responsibility-Abteilung, die Ihre Broschüren auf Umweltpapier drucken darf ist es einfach nicht getan!

Mir persönlich ist aber noch ein Punkt aus Marketingsicht ganz wichtig: Wo eine Nachfrage ist, ist auch ein Markt – so ist das zunächst einmal theoretisch in unserer Marktwirtschaft. Die Frage, die sich damit ganz zentral stellt und die bisher aus meiner Sicht viel zu wenig diskutiert wurde, ist die nach dem Verhalten der Konsumenten. Wie schaffen wir es, Menschen dazu zu bewegen, in wachsendem Maße nachhaltige Produkte nachzufragen? Ein Beispiel: Wir haben ca. 200.000 Kunden nachhaltiger Banken in Deutschland – das Marktpotenzial wird Studien zufolge aber auf 10-12 Millionen Menschen eingeschätzt. Jetzt stellt Euch einmal vor, was wir alles zum Positiven verändern könnten, wenn diese 12 Millionen Menschen bei nachhaltigen Banken Ihr Geld anlegen würden. Wie viele Windparks, Bio-Bauern, Kindergärten, Schulen, Mehrgenerationenhäuser usw. könnten wir mit diesen Einlagengeldern finanzieren? Ein gigantischer Hebel – nur die Frage bleibt, wie schaffen wir es, dass wir als Gesellschaft diese (nennen wir es einmal) “Veränderungshebel” erst erkennen und dann auch in Bewegung setzen?

Im Englischen gibt es dazu den schönen Begriff des “nudge” – das heißt nichts anderes als anstupsen. Oft ist es vielleicht wirklich nur noch das Anstupsen, das notwendig ist, damit man endlich auf Öko-Strom umsteigt, das Fahrrad wieder in Betrieb nimmt (und man sich damit nebenbei noch bewegt..) oder zu einer nachhaltigen Bank wechselt.

Doch wie funktioniert dieser “nudge”? Wo findet er statt? Wie schaffen wir es, dass der Erkenntnis, eine kluge Entscheidung und schließlich die Umsetzung folgt? Und zwar weil wir wollen – nicht weil es uns verordnet wurde. Ich glaube, darüber sollten wir jetzt einmal mehr reden als über weitere Tausend neue Technologien für einen noch effektiveren Ressourceneinsatz , denn am Ende des Tages sind wir ja schließlich alle Menschen, die diese Technologien anwenden müssen, damit wir was bewegen. Und darum geht es doch, oder?

Über Quote, Topmanagerinnen und Männer in Elternzeit bei der Triodos Bank und anderswo

Donnerstag, 22. Juli 2010

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Letzten Montag hatten wir bei Triodos im Team-Meeting (wie wir das jeden Montag haben) das Thema Gender Diversity auf der Agenda. Frei übersetzt: Die Vielfältigkeit der spezifisch weiblichen und männlichen Fähigkeiten. In einer McKinsey-Studie zu diesem Thema heißt es: Firmen, bei denen in der Top-Management-Ebene gleichermaßen Frauen wie Männer präsent sind, erwirtschaften eine bis zu 53 Prozent höhere Eigenkapitalrendite als Firmen, bei denen überwiegend oder ausschließlich Männer im Top-Management zu finden sind.

Wie ist das bei der Triodos Bank insgesamt? Die gute Nachricht zuerst: die Verteilung von Frauen und Männern bei den fast 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller fünf europäischen Filialen von Triodos ist annähernd 50/50, also ausgewogen. Dann die weniger gute Nachricht: im mittleren Management sind es nur noch 38 Prozent weibliche Mitarbeiter und im Top-Management gar nur noch acht Prozent.

Das muss also besser werden. Wir haben uns vorgenommen, die Anzahl von Frauen im Top- und im mittleren Management weiter zu erhöhen – auch weil das im Verständnis von Triodos zu einer Nachhaltigkeitsbank gehört. Quote oder nicht? Das wird bei uns gerade diskutiert. Auf jeden Fall gilt: Positionen sind immer mit dem dafür qualifizierten Menschen zu besetzen. Dabei aber ist verstärkt darauf zu achten, dass die Anzahl der Frauen in Führungspositionen zunimmt.

Die Führung der Triodos Bank in Deutschland stellen zur Zeit Georg Schürmann und ich. Das soll auch zunächst so bleiben, obwohl das hundert Prozent Männer bedeutet. Im mittleren Management jedoch beträgt bei uns die Frauenquote schon ein halbes Jahr nach der Eröffnung hier in Deutschland 75 Prozent. Im Zuge des geplanten Wachstums in den nächsten Jahren werden wir die Führung schrittweise erweitern und dann besonders darauf achten, dass Frauen diesen Schritt machen, die möchten und können.

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass eine Ausgewogenheit zwischen Frauen und Männern notwendig ist, um zu besseren Entscheidungen zu kommen. Das kann man immer wieder am Verlauf von Diskussionen beobachten. Diese verlaufen einfach ideenreicher und vielfältiger, wenn Frauen und Männer gleichermaßen vertreten sind. Frauen gehen erfahrungsgemäß kooperativer vor, während Männer sich stärker wettbewerbsorientiert bewegen. Hier liegt ja auch einer der Gründe, warum immer noch viele Frauen zum Beispiel die Selbständigkeit bevorzugen, weil sie diese dem Konkurrenzkampf in einem mittleren oder größeren Unternehmen vorziehen.

Ganz zentral bei dem Thema Frauen in Führungspositionen ist ja auch das Thema flexible Arbeitszeiten: Bei der Triodos Bank haben wir schon relativ flexible Arbeitszeiten. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten entweder nur vier Tage, oder sind meist Freitags im Home-Office. Da sind auch Führungskräfte des Mittleren- und Top-Managements dabei. In vielen Fällen lassen sich so Kindererziehung und Beruf besser vereinbaren. Bei längerer Unterbrechung der Arbeitszeit durch Schwangerschaft garantieren wir den Arbeitsplatz. Das ist wichtig für werdende Mütter. Dann wissen sie, dass sie nach einem Jahr wieder zurück an ihren Arbeitsplatz können. Bei der Triodos Bank in den Niederlanden ist es bereits sehr verbreitet, dass beide Elternteile mit Kindern jeweils nur vier Tage arbeiten und diese so durch die Woche verteilen, dass die Kinder insgesamt nur drei Tage in der Kinderbetreuung sind.

Eine ähnliche Unterbrechung für Väter, zum Beispiel für ein Jahr Kindererziehung, sollten wir ermöglichen und fördern. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schön es ist, als junger Vater einmal ganz allein die Verantwortung für die Kinder zu haben – und das über längere Zeit. Ich habe damals das Fernstudium gewählt, damit meine Frau ihr Medizinstudium absolvieren konnte. Während ihrer Prüfungszeit habe ich dann die Kinder – damals waren es noch zwei – zu hundert Prozent ein halbes Jahr lang betreut. Erst dann kommt man so richtig ins Vater-Sein rein und merkt auch mal, wie anstrengend das ist. Im Ergebnis habe ich damit eine richtig gute Beziehung zu meinen Kindern aufbauen können. Das hält dann das ganze Leben.

Das Thema Gender Diversity ist also ein weites Feld, auf dem viele Einflussfaktoren eine Rolle spielen. Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigen Einflussfaktoren? Warum sind immer noch so wenig Frauen im mittleren, aber vor allem Top-Management? Wie denken Sie darüber, lieber Leser?

Nachtrag zur TEDx Konferenz – Der Video!

Montag, 12. Juli 2010

Für alle, die es interessiert, hier noch der Beitrag von Georg Schürmann auf der TEDx Konferenz (siehe auch sein Beitrag hier auf unserem Blog) als Video…

Der Triodos Enorm Sozialfonds – eine Kooperation zwischen Triodos Bank und dem Magazin Enorm

Montag, 12. Juli 2010

Weg frei für eine Kooperation der besonderen Art! Wir, die Triodos Bank und das Magazin Enorm kooperieren ab sofort innerhalb eines gemeinsamen Projektes: Dem Triodos Enorm Sozialfonds. Warum diese Aktion einfach Mehr Wert ist und wie jeder mitmachen kann, um gemeinsam mehr zu bewegen – das lest Ihr am Besten einfach hier nach.

Transaktionssteuer und Bankenabgabe – Reicht das für ein neues Verhalten an den Finanzmärkten?

Donnerstag, 24. Juni 2010

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Die Pleite von Lehman liegt nun fast zwei Jahre zurück. In dieser Zeit wurde viel über Regulierung diskutiert und es wurden auch einige Beschlüsse gefällt. Zu einer umfassenden neuen Art von Regulierung oder noch besser Finanzverfassung ist es aber bisher nicht gekommen.

Letzte Woche auf einer Konferenz der Financial Times Deutschland in Frankfurt, die auch die Bankenregulierung zum Thema hatte, habe ich jedoch den Eindruck gewonnen, dass Regierungen und Bundesbank jetzt auf die Zielgerade kommen. Für mich stellt sich allerdings die Frage, ob die zukünftige Regulierung nur an Symptomen ansetzt oder auch an den Ursachen der Finanzkrise. Viele Vorschläge führen mit Sicherheit in die richtige Richtung. Die Ausführungen von Bundesbankpräsident Weber auf der Konferenz, die Eigenkapitalforderung bei zunehmender Bankengröße ebenfalls zu erhöhen, finde ich sehr gut. Dies schafft wirkliche Anreize, eine Bank nicht zu groß werden zu lassen. Damit wäre das Argument „too big to fail“ vom Tisch. Diese Regelung hätte echten Lenkungscharakter. Nicht mehr der Steuerzahler müsste dann einspringen, sondern die Eigentümer, also Aktionäre müssten dann Verantwortung übernehmen. Es muss bei neuen Regelungen darum gehen, dass Verantwortliche auch zur Verantwortung gezogen werden und Risiken nicht auf Dritte abgewälzt werden. Dies ist uns allen unter dem Stichwort „Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren“ noch sehr bewusst. Das darf nicht erneut vorkommen.

In diesem Kontext möchte ich auf eine Konferenz der Akademie Heiligenfeld mit dem Titel “Die Kunst des Wirtschaftens”  hinweisen, die vorletzte Woche stattfand. Im Gegensatz zur FTD-Konferenz wurden hier auch die tieferen Gründe der Finanzkrise diskutiert. Es wurde viel darüber gesprochen, dass sich hinter der Finanzkrise und auch den anderen Krisen unserer Zeit eine Wertekrise bzw. Bewusstseinskrise verbirgt. Diese These teile ich.

Vor diesem Hintergrund muss eine sinnvolle Bankenregulierung zu Verhaltensänderungen führen, da im Bankensektor von selbst keine Veränderung stattfinden wird. Bei den vorgeschlagenen Instrumenten Transaktionssteuer und Bankenabgabe habe ich die Sorge, dass dies nur vordergründig zu Verhaltensänderungen führen soll, aber eigentlich die Einnahmensteigerung für den Bund im Fokus steht.

Natürlich ist es richtig mit der Bankenabgabe die Kreditwirtschaft an den Kosten der Krise zu beteiligen. Die Erfahrung lehrt, dass solche Einnahmen aber mittelfristig den Anforderungen des Bundeshaushaltes geopfert werden. Hier bedarf es entsprechender Regelungen, die dies verhindern.

Ähnliches gilt für die Transaktionssteuer. Diese soll durch Besteuerung von Finanztransaktionen  die Spekulation eingedämmt werden. Die Erlöse sollen nach dem ursprünglichen Konzept von Tobin zur Armutsbekämpfung eingesetzt werden. Dieses Konzept ist richtig. Meine Sorge ist allerdings, dass die Einnahmen nicht zur Armutsbekämpfung, sondern zur Haushaltskonsolidierung eingesetzt werden, was die politische Diskussion der letzten Wochen bereits andeutet. Desweiteren läßt sich die Transaktionssteuer leicht auf die Kunden abwälzen oder durch Verlagerung des Handels an andere Orte auf der Welt umgehen. Somit fürchte ich, dass der Kerngedanke von Tobin eben nicht verwirklicht wird.

Für mich stellt sich die Frage, warum nicht über die Wiedereinführung der Spekulationssteuer diskutiert wird. Sie wurde Ende 2008 abgeschafft. Aktuell werden „Spekulationsgewinne“ mit der Abgeltungssteuer von 25% besteuert. Bei den meisten Anlegern liegt der persönliche Steuersatz allerdings eher über 40%. Somit werden „Spekulationsgewinne“ also „subventioniert“. Die Spekulationssteuer kann dazu führen, dass Wertpapiere eben nicht gekauft und schnell wieder verkauft werden, da dann hohe Steuern anfallen. Sie könnte dazu führen, dass verstärkt langfristig investiert wird. Dies wäre eine wünschenswerte Lenkung. Die Spekulationssteuer hat damit eher eine Lenkungsfunktion und weniger eine Einnahmefunktion.  Hierzu würde ich mir eine Diskussion wünschen, da diese wirklich an den Kern der Finanzkrise führen würde, auch wenn diese Maßnahme immer nur als Teil eines Paketes verstanden werden darf.

Grüner lesen! Daniel Golemanns “Ökologische Intelligenz”

Montag, 26. April 2010

Golemann

….schon der Untertitel verrät viel von dem, um was es geht in diesem Buch: “Wer umdenkt, lebt besser!”

Daniel Golemann, der Bestseller-Autor von “Emotionale Intelligenz”, erkärt in seinem Buch “Ökologische Intelligenz“, warum “Bio nicht gleich Öko ist” und regionale Lebensmittel von der Öko-Bilanz her immer besser sind als Bio-Produkte, die eingeflogen werden. Er zeigt auf, wo wir wirklich einen Hebel ansetzen können, um unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern – vielfach ist das tatsächlich eine “unbequeme Wahrheit”. Eines seiner Beispiele: Mit dem Auto zum Flaschen entsorgen und danach damit noch schnell zum Bio-Supermarkt. Das Ergebnis: Keine wesentliche Veränderung des ökologischen Fußabdrucks. Besser ist dagegen: Einfach das Fahrrad nehmen oder einen kleinen Spaziergang damit verbinden (was sowieso plausibel erscheint, wenn man bedenkt – wie mir neulich ein Arzt sagte – dass der Steinzeitmensch noch 8 km täglich lief, während wir heute gerade einmal 800 m pro Tag zurück legen) und dann keine Flugware mit Bio-Label kaufen und vielleicht doch eher zur Milch vom Bauer aus der Region greifen.

Eine von Golemanns wesentlichen Forderungen ist die nach Transparenz, damit wir wirklich wissen, was wir kaufen und damit auch in der Lage sind, ökologisch und sozial nicht verträgliche Produkte einfach links liegen zu lassen (er erwähnt z.B. positiv das Unternehmen Eosta, das auf all seinen Früchten etc. Codes hat, die man online eingeben kann und damit direkt zum Erzeuger gelangt. Eosta wurde übrigens von Triodos bei seiner Gründung finanziert). Damit – so glaubt Golemann – könnten wir tatsächlich das “System Konsum” verändern und nicht zuletzt bestimmen, was produziert wird und was nicht. Und dann könnte man auch von “Systemveränderung” sprechen – die, so Golemann, brauchen wir unbedingt. Nur davor müssen wir es erst einmal verstehen und dazu wiederum muss man natürlich einiges wissen.

Ich fand einen Gedanken von ihm noch sehr interessant. Er ist der Meinung, dass der Klimawandel eigentlich zu langsam geht - zumindest für das, wie das menschliche Gehirn ausgelegt ist. Eigentlich müsste sich der Klimawandel ganz schnell und direkt vor unserer Nase vollziehen, dann - so meint er - würden wir schneller handeln, weil wir den Klimawandel unmittelbar als Bedrohung empfinden würden.

Zum Schluss würde mich noch eines interessieren: Golemann vertritt die These, dass eine vollständige Transparenz über Produkte den Verbraucher dazu bewegen würde, anders zu handeln, bewusst Produkte zu meiden, gar zu boykottieren, die für Mensch und Umwelt negative Auswirkungen mit sich bringen. Ganz unabhängig von der komplexen Frage, wie setze ich eine solche Transparenz für die ganze Waren- und Dienstleistungswelt um, würde mich interessieren, was andere darüber denken.

Würde eine weitestmögliche Transparenz reichen, um uns zum Handeln zu bewegen? Oder müssen wir erst alle zum Nordpol fahren, um dort zu sehen, wie der Lebensraum der Eisbären durch das Schmelzen der Polkappen schwindet? Oder wie mache ich transparent, welche Auswirkungen unser Fleischkonsum (Soja) oder auch Kosmetikkonsum (Palmöl) auf das Abholzen des Regenwaldes hat?

Schon mal von Mikroversicherung gehört?

Dienstag, 30. März 2010

LeapFrog Logo

Mikrofinanzierung ist in aller Munde – dank Muhammad Yunus, Gründer der Grameen Bank und Friedensnobelpreisträger, ist dieses Thema in die breite Öffentlichkeit getragen worden. Gestern habe ich nun das erste Mal von Mikroversicherung gehört. LeapFrog Investments ist der weltweit erste Mikroversicherungsfonds. Die Triodos Bank ist über zwei ihrer Fonds einer der institutionellen Investoren von LeapFrog.

Die Gelder von LeapFrog werden in wachstumsstarke Versicherungsgesellschaften in Asien und Afrika investiert, insbesondere Indien, Philippinen, Südafrika, Kenia und Ghana. LeapFrog verfolgt mit seinen Investments zwei Ziele: Die Versorgung von über 25 Millionen unversicherter Menschen mit bezahlbaren Versicherungen, die es ihnen ermöglichen ihr Leben, ihre Familien und ihren Lebensunterhalt abzusichern, sowie die Erzielung interessanter Renditen für beteiligte Investoren. LeapFrog wurde im Jahr 2008 von Präsident Bill Clinton auf der Clinton Global Initiative ins Leben gerufen und von diesem 2009 als “Versicherer für die Armen” besonders hervorgehoben.

Die Mikroversicherungsindustrie hat derzeit eine jährliche Wachstumsrate von über 18%, mit einem geschätzten Markt von 1,5 Milliarden Menschen, so Lloyds und das Microinsurance Center. Dieser Markt ist derzeit extrem unterversorgt, da über 90% der Menschen mit niedrigem Einkommen noch immer keinen Zugang zu bezahlbaren und ihren Bedürfnissen angepassten Versicherungen haben.

Gestern haben nun auch BMZ und KfW Entwicklungsbank bekannt gegeben, dass sie sich mit rund 26 Mio. USD (ca. 19,2 Mio. EUR) als größter Investor an LeapFrog beteiligen werden. Weitere neue Investoren sind die zur Weltbankgruppe gehörende International Finance  Corporation (IFC) mit 20 Mio. USD, The Soros Economic Development Fund (7 Mio. USD) sowie Flagstone Reinsurance (12 Mio. USD). Damit kommt LeapFrog auf ein Gesamtvolumen von 112 Mio. USD.

Die KfW beschreibt die Bedeutung von Mikroversicherungen wie folgt in ihrer gestrigen Pressemitteilung: “Mikroversicherungen bieten armen Haushalten in Entwicklungs- und Schwellenländern Absicherung gegen elementare Risiken wie zum Beispiel Tod des Hauptverdieners, Krankheit, Ernteausfall oder Naturkatastrophen. Die Entwicklung von Versicherungsleistungen kann somit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der sozialen Sicherheit und Armutsminderung leisten. Gerade ärmere Haushalte profitieren stark von Versicherungsschutz, denn sie sind in einer Gesellschaft den meisten Risiken ausgesetzt und am wenigsten vor ihnen geschützt. Dies wird dadurch verstärkt, dass Risiken miteinander verbunden sind und einander begünstigen. Wenn arme Haushalte finanziellen Schocks ausgesetzt sind, wirken sich diese oft elementar auf deren Lebensverhältnisse aus (z. B. Mangelernährung oder Schulabmeldung der Kinder). Ohne Schutz vor nachteiligen Auswirkungen verzichten Arme darüber hinaus häufig auf potenziell ertragsreichere Aktivitäten, die jedoch gleichzeitig ein höheres Risiko in sich bergen. Als Konsequenz bleiben arme Familien und ihre Kinder häufig in der Armut stecken oder fallen aufgrund finanzieller Schocks in sie zurück. Angemessene Versicherungsangebote können die Armutsrisiken mindern und ein Sicherheitsnetz schaffen, das Raum für Investitionen in langfristig wirksamere  Entwicklungsstrategien bietet. Erst die Absicherung des aufgebauten Lebensunterhaltes ermöglicht eine echte Existenzsicherung und damit einen dauerhaften Ausstieg aus der Armut.”

Auf der Internetseite von LeapFrog kann man sich einige sehr interessante Videos zu dem Thema anschauen – hier erklärt u.a. der Gründer von LeapFrog, Dr. Andrew Kuper (ehemaliger Managing Director von Ashoka), was Mikroversicherung ist und was LeapFrog macht.