Archiv für die Kategorie ‘Internes’

Unsere Wurzeln – unsere Zukunft

Donnerstag, 02. Dezember 2010

Heute vor einem Jahr haben wir die Eröffnung der Deutschlandniederlassung gefeiert und hatten gerade 24 Stunden lang die Bank geöffnet! Ein Jahr, in dem wir mit einem Team von ca. 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel gestemmt haben, mit viel Herzblut und Engagement. Ich kann mich noch gut erinnern, wie unsere Website entstand, wie unsere Druckerei Lokay täglich weitere Materialien lieferte, wie unsere Räumlichkeiten ökologisch ausgebaut wurden und langsam ein Gesicht bekamen, bis schließlich endlich alle in ihre Büros ziehen konnten. Das war alles eine wahnsinnig spannende Zeit!

Vor einem Jahr habe ich dann während der Eröffnung spontan ein Interview mit Rudolf Mees gemacht, einem der Gründer der Triodos Bank.

Mich persönlich hat das wirklich bewegt – dieser  nach wie vor vorhandene Pioniergeist und die tiefe Überzeugung, etwas zu ändern, einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten. Leider ist Rudolf Mees dieses Jahr verstorben.

Alexander Schwedeler hat in unserem Newsletter nun einen ganz persönlichen Nachruf auf Ihn geschrieben. Und doch: Nun ist es an den darauf folgenden Generationen, diesen Beitrag zu leisten – hoffentlich immer wieder mit dem Humor, der Leichtigkeit und dem Blick “auf das große Ganze”, wie es Rudolf Mees zu eigen war. Wir tun unser Bestes und hoffen, dass merkt man “da draußen” :-)

“I was the loan department – my car was the loan department”

Dienstag, 30. November 2010

Peter Blom, unser Vorstandsvorsitzender, bekam am 8. Oktober 2010 in New York den Botwinick Preis für Business Ethics verliehen. In seiner Keynote Speech sprach er über die letzten 30 Jahre Triodos Bank. Peter Blom war einer der ersten  fünf (!) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der  Triodos Bank und hat seitdem die 30 Jahre Entwicklung und Wachstum mitgestaltet und miterlebt.

Er war damals der erste und zugleich einzige Mitarbeiter der Kreditabteilung war: “I was the loan department, my car was the loan department”. Wir waren damals eine der ersten Banken weltweit, die mit einer sozialen und ökologischen Gründungsidee antrat. Damals gab es “die anderen Banken”  und uns – die kleine Triodos Bank. Und doch: Man war wirklich angetreten, um die Welt zu verändern, die Gesellschaft zu erneuern – oder zumindest einen wesentlichen Beitrag dazu zu leisten.

Dabei waren drei Dinge waren maßgebend: Transparenz, soziale Erneuerung (im weitesten Sinne) und ein bewußter Umgang mit Geld hierfür, um eben es eben als Gestaltungsmittel einzusetzen. Das wird sehr anschaulich, wenn Peter Blom erzählte, dass er damals bei Kreditinteressenten meist eine Stunde lang über eben diese Themen sprach und  dann noch 10 Minuten über den eigentlichen Kredit. 

In den 90er Jahren wuchsen wir dann stark. Seitdem hat Triodos Bank ihr Geschäftsvolumen ungefähr alle drei Jahre verdoppelt. Sie zählt heute mehr als 600 MitarbeiterInnen in fünf Ländern und hat in all den 30 Jahren immer einen Gewinn erwirtschaftet.

Etwa seit dem Jahr 2000 rückte dann der Begriff  Nachhaltigkeit immer mehr ins “Rampenlicht” der öffentlichen Diskussion und wurde im Zuge dessen auch vermehrt von Unternehmen als ein Standbein eines Geschäftsmodells gesehen – als eine Art “business opportunity”, wie es Peter Blom formulierte.

Die Frage, die sich heute aus unserer Sicht stellt, und die Peter Blom anspricht, ist: Gelingt es uns, dass aus der “business opportunity Nachhaltigkeit” ein völlig neues Paradigma wird, nachdem wir leben und arbeiten werden? Und bezogen auf die Rolle der Banken in unserer Gesellschaft: Was ist die eigentliche Aufgabe von Banken innerhalb dieser Gesellschaft?

Die Global Alliance for Banking on Values (GABV) welche durch die Triodos Bank mitgegründet wurde, bildet unter Ihren Partnerinstituten heute 12 verschiedene nachhaltig orientierte Bankenmodelle ab. Diese Banken stehen für Werte in der Finanzwelt, für nachhaltige und verantwortungsvolle Finanz-Dienstleistungen, für eine globale Wertegemeinschaft, die sich auf den Weg gemacht hat. Hier steht nicht der Shareholder Value im Vordergrund.

Wir – und damit sind auch alle Banken der GABV eingeschlossen – sind uns der Grenzen unseres Planeten sehr bewusst. Das Ziel für uns ist maximale Nachhaltigkeit, statt maximalem Gewinn.

Übrigens: Es lohnt sich den Film zu Ende zu sehen, denn am Ende kommen die Studierenden mit ihren Fragen zu Wort, die die Triodos Bank als Preisträger für den Botwinick-Preis 2010 vorgeschlagen haben!

Mit der GrünCardPlus Master Card bewusst konsumieren und spenden

Montag, 29. November 2010

Ab dem 1. Dezember werden wir mit der Kreditkarte ein weiteres Produkt für unsere Privatkunden anbieten. Diese Karte bringen wir gemeinsam mit unserem Partner Grünkauf  heraus. Wir verbinden hierfür eine Triodos-MasterCard mit der GrünCard von Grünkauf. Zusammen ergibt das dann die „GrünCardPlus MasterCard“.

Das Konzept von Grünkauf ist dem von payback ähnlich. Es existieren natürlich auch ganz wesentliche Unterschiede. Analog zu payback sammelt der Kunde Punkte beim Kauf mit der GrünCard oder eben unserer neuen Kreditkarte, der GrünCardPlus MasterCard. Die Vorteilspartner von Grünkauf stammen aus dem Bereich des nachhaltigen Konsums. Die Aufnahme eines neuen Vorteilspartners wird durch einen Beirat überwacht.

Darüber hinaus gibt es eine weitere Möglichkeit für Kunden der GrünCard bzw. der GrünCardPlus MasterCard, in zahlreichen Online-Shops Punkte zu sammeln. Diese wurden nicht durch den Beirat geprüft, sondern ergänzen die Vorteilspartner, indem sie in erster Linie Lebensbereiche abdecken, die weitgehend virtuell sind (z.B. Eintrittskarten, Musikdownloads), oder indem sie Unternehmen sind, die Grünkauf als förderungswürdig erachtet, die aber nicht vollständig die strengen Kriterien für Vorteilspartner erfüllen (z.B. bringmirbio.de oder oxfamunverpackt.de).

Mit der GrünCardPlus MasterCard kann der Kunde – im Unterschied zur normalen GrünCard – nun nicht mehr nur bei den Vorteilspartnern oder Online-Shops Punkte sammeln. So werden bei jedem (!) Umsatz, der mit der Kreditkarte GrünCardPlus MasterCard getätigt wird,  Punkte gesammelt. Also auch z.B. beim Kauf von (hoffentlich Bio-)Lebensmitteln, wenn diese mit der Karte bezahlt werden. Hier appellieren wir an das Bewusstsein der Kunden für nachhaltigen Konsum.

Die GrünCard und damit auch die GrünCardPlus MasterCard wollen diesen verantwortungsvollen Konsum mit einer Spendenmöglichkeit verbinden. Denn ein wesentlicher Unterschied zu payback ist die Verwendung der Punkte. Diese sollen in erster Linie an soziale und ökologische Projekte gespendet werden. Der Kreditkarteninhaber kann also bewusst konsumieren und darüber hinaus einen Beitrag für wertvolle Projekte leisten. Ab Mitte 2011 können Karteninhaber die Punkte jedoch auch zum Einkaufen bei Vorteilspartnern verwenden. Grundsätzlich müssen nach EU-Recht die Punkte auf Wunsch auch immer an den Karteninhaber ausgezahlt werden.

Dieses Konzept fanden wir so interessant und unterstützenswert, dass wir uns entschieden haben, Partner von Grünkauf zu werden und ein innovatives nachhaltiges Finanzprodukt zu entwickeln. Bei dieser Entscheidung war für uns auch der Umgang mit dem Datenschutz sehr wichtig. Grünkauf sammelt keine Daten, um diese zu vermarkten. Auch wir werten die Einzelumsätze, die mit der Kreditkarte getätigt werden, nicht aus. Der Datenschutz ist damit für unsere Kunden auf höchstem Niveau gesichert!

Die Kreditkarte ist im ersten Jahr kostenfrei. Jeder kann dieses Produkt also einfach mal ausprobieren. Und zur Begrüßung erhält jeder Karteninhaber 200 Punkte. Ab dem 2. Jahr berechnen wir € 29,- p.a. Sie erhalten dafür jährlich 200 Punkte, die (idealerweise) gespendet werden können. Desweiteren vergüten wir pro € 4, die Sie mit der Karte tätigen, 1 Punkt. Die GrünCardPlus MasterCard ist eine kontounabhängige Kreditkarte – das heißt: Ihr bestehendes Girokonto ist das Referenzkonto. Die Triodos Bank zieht die Umsätze der Kreditkarte von diesem Girokonto über ein automatisch eingerichtetes Kreditkartenkonto bei der Triodos Bank ein. Der Kreditkartenhalter kann auf Wunsch bequem Beträge auf das Kreditkartenkonto bei der Triodos Bank einzahlen und auf diese Weise vom aktuellen Zinssatz des TriodosTagesgelds profitieren.

Wir wollen auch mit diesem neuen Produkt hohe Transparenz und Klarheit leben und orientieren uns bei den Preisen am Markt. Hier noch ein Vergleich mit ähnlichen Produkten:

  GründCardPlus MasterCard GLS-BUND payback
Jahresgebühr 1. Jahr: frei + 200 Punkte € 30,- 1. Jahr: frei
  ab 2.Jahr: € 29,- + 200 Punkte € 30,- ab. 2. Jahr: € 25,-
Umsatz-      
vergütung pro 4€: 1 Punkt 1/3 der Umsatzprov. pro 4€: 1 Punkt
       

Über Feedback zu unserer neuen Kreditkarte GrünCardPlus MasterCard würde ich mich freuen.

Wie leben wir nachhaltig? Eure Meinung ist gefragt!

Mittwoch, 13. Oktober 2010

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Am kommenden Wochenende nehme ich für uns an einem Forschungsworkshop im Piemont in der Citta dell Arte teil, mit dem Titel “Food – Shelter – Clothes”. Das ist eine Initiative von Simonetta Carbonaro, vom Think Tank Design of Prosperity und dem London College of Fashion.

Von Mode ausgehend möchten wir am kommenden Wochenende weg kommen von Diskussionen, die wir alle kennen und, die so oft in die Richtung gehen: “Ja, eigentlich wissen wir, was zu tun ist, aber in der Praxis…..” hin zu ganz konkreten Projekten in Kooperation mit Akteuren der (Mode)industrie, aber auch anderen Konsumgüterherstellern, NGO’s und wissenschaftlichen Institutionen.

Unser Ziel: Alle an einen Tisch bringen, um Projekte anzuschieben, die nachhaltigen Lebensstil in die gesellschaftliche Mitte bringen – es geht uns darum, möglichst viele “Nudges” (also “Anstupser”) hierfür ausfindig zu machen.
So nimmt z.B. Anna Zegna von Ermenegildo Zegna daran teil, genauso wie Elena Schneider von internationalen Netzwerk Terra Madre, das für eine nachhaltige und lokale Lebensmittelproduktion eintritt. Auch Frances Corner, die das London College of Fashion leitet wird dabei sein, genauso wie ein Vertreter der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) oder Ezio Manzini, der international bekannte Experte für nachhaltiges Design. (Hier ein interessantes Video mit ihm zum Thema “Co-farming, Alfred Deakin Innovation Lectures 2009, BMW Center Melbourne.)
In jedem Fall werde ich danach berichten, wie es nun weitergeht, aber für heute habe ich eine Frage an Euch, denn bei soviel Expertenwissen, interessiert mich auch EUER Wissen, das berühmte “Wissen der Vielen”. Ich würde gerne von möglichst vielen ein, zwei Gedanken dazu mitnehmen, was für Euch Nachhaltigkeit heißt und was Ihr als die größte Herausforderung seht auf dem Weg zu einem nachhaltigen Lebensstil für alle? Also, lasst es mich wissen! Ich freue mich.

5 Länder, 15 Kollegen aus Marketing und PR = rauchende Köpfe und jede Menge Spaß!

Freitag, 08. Oktober 2010

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….so lässt sich aus meiner Sicht am Besten unser zwei Tage dauerndes Meeting mit den 15 internationalen Kollegen aus Marketing und Pressearbeit zusammenfassen. 48 Stunden lang haben wir die Köpfe zusammen gesteckt, diskutiert und nachgedacht über die Triodos Bank heute und in Zukunft. Lustig war es wie immer – aber abends beim gemeinsamen Kochen, wo richtig Teamarbeit angesagt war und es – zumindest zu meinem Erstaunenen – doch am Ende essbar war, was wir da produziert hatten, war es am Schönsten.
Aber so oder so wären wir nicht verhungert, wie Maarten, der Kollege für PR aus den Niederlanden, in eloquentem Deutsch erleichtert feststellte, denn: “Die Suppe ist ja schon vorgekocht worden.” Auch Georg Schürmann, einer unserer beiden Geschäftsleiter, kochte fleißig mit – aber lange Rede, kurzer Sinn, macht euch einfach selbst ein Bild.

Nachhaltigkeitsbanken auch in diesem Jahr erfolgreich

Mittwoch, 01. September 2010

 Entwicklung Bilanzsumme Triodos Bank

In den letzten Wochen hat nicht nur die Triodos Bank, sondern auch die anderen Nachhaltigkeitsbanken über die geschäftliche Entwicklung im ersten Halbjahr berichtet. Die gesamte Branche konnte erneut deutlich wachsen. Nach dem außergewöhnlichen Geschäftsjahr 2009, welches durch die Auswirkungen der Finanzkrise geprägt und mit Wachstumsraten von ca. 30% überdurchschnittlich war, schienen viele Marktbeobachter gespannt, ob sich die Nachhaltigkeitsbanken in 2010 weiter stark entwickeln würden.

Ähnlich wie die meisten Nachhaltigkeitsbanken ist die Triodos Bank auf ihren „normalen“, aber im Vergleich mit traditionellen Banken weiterhin starken Wachstumspfad zurückgekehrt. Die Einlagen sind im Jahresvergleich per 30.6. um 20% und die Kredite um 32% gewachsen. Es wurden europaweit  im ersten Halbjahr 18.000 neue Kunden gewonnen. Somit hat die Triodos Bank mittlerweile insgesamt 260.000 Kunden.

In Deutschland hatten wir zur Jahreshälfte und damit nach sieben Monaten Geschäftstätigkeit hierzulande knapp 500 Kunden und ein Einlagenvolumen von ca. € 11 Mio. Von Journalisten bin ich in den letzten Tagen oft gefragt worden, ob das nicht zu wenig sei. Wir haben uns natürlich vor Start unseres Geschäftes in Deutschland die zahlenmäßige Entwicklung vergleichbarer Banken angeschaut. So lagen unsere spanischen Kollegen, die in 2004 auf den Markt gegangen sind,  im ersten Geschäftsjahr bei ca. 1.000 Neukunden. Auch bei der Ethikbank, die in 2002 in Deutschland gestartet ist, lag das jährliche Kundenwachstum bis zum Jahr 2008 bei ca. 1000 Neukunden. Für uns sind unsere spanischen Kollegen eine sehr gute Orientierung. Heute liegen sie bei ca. 30.000 Kunden. Es scheint so etwas wie ein natürliches, gesundes Wachstum für Nachhaltigkeitsbanken zu geben. Auch ein Grashalm wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

Bei Nachhaltigkeitsbanken  ist ein Grund für dieses gesunde Wachstum, dass wir die Einlagen eben als Kredite in den Bereichen Umwelt, Soziales und Kultur verantwortlich vergeben wollen. Auch dies geht nur in einem vernünftigen Tempo. In Deutschland verfügen wir über ein Kreditportfolio von aktuell € 64 Mio. Dieser Erfolg basiert auf den Aktivitäten einer Repräsentanz der Triodos Bank in Frankfurt, die bereits 2005 gegründet wurde.

Mit der Noa Bank haben wir den in den letzten Wochen ein Beispiel erlebt, wie man unter anderem auch wegen zu schnellem Einlagenwachstum scheitern kann. Natürlich war dies in diesem konkreten Fall nicht der einzige Grund.

Erfreulicherweise ist das gesamte Segment der Nachhaltigkeitsbanken mit hochgerechnet ca. 13.000 Neukunden im 1. Halbjahr 2010 in Deutschland gewachsen. Der langfristige Wachstumstrend hat sich somit bestätigt.

Unseren Zinssatz für das TriodosTagesgeld Privatkunden haben wir gesenkt – warum schreibe ich hier”

Donnerstag, 05. August 2010

 tagesgeld

Zum 1. August haben wir den Zinssatz unseres TriodosTagesgeld für Privatkunden von 1,5% p.a. auf 1,3% p.a. gesenkt. Gerne möchte ich erläutern, was uns zu diesem Schritt bewegt hat und wie unser Produkt im Vergleich zu anderen Nachhaltigkeitsbanken und traditionellen Online-Banken steht.

Mir ist wichtig, dass wir auch bei unserer Zins- und Preisgestaltung transparent und fair sind. Ich möchte, dass wir für unsere Kunden ein verlässlicher Partner sind. Der Zins für unser Tagesgeld orientiert sich am Marktdurchschnitt. Diesen durchschnittlichen Marktzins kann sich jeder Verbraucher tagesaktuell unter fmh.de anschauen.
Dieser Satz lag Ende Juli bei 1,08% p.a. und damit deutlich unter unseren 1,5% p.a. Mit diesem Zinssatz sind wir bereits zu unserer Eröffnung im Dezember 2009 gestartet. Natürlich wollten wir diesen Satz so lange wie möglich beibehalten, um Irritation durch ständige Zinsanpassungen bei Interessenten und Neukunden zu vermeiden. Der Marktzins ist allerdings seit Ende letzten Jahres ständig gefallen. Nun war der Abstand so groß geworden, dass wir handeln mussten.

Zur Nachhaltigkeit gehören eben Umwelt, Soziales UND Wirtschaft. Dies bedeutet, dass es sich keine Bank auf Dauer leisten kann, deutlich über dem Markt liegende Zinssätze zu bezahlen, wenn sie auch wirtschaftlich erfolgreich sein will. Solche hohen Zinssätze werden entweder aus dem Marketingbudget bezahlt oder mit einer risikoreichen Kredit- und Anlagepolitik finanziert. Beides ist aus meiner Sicht wirtschaftlich nicht nachhaltig.
Natürlich möchten wir unseren Kunden ein Top-Produkt liefern, welches sich mit dem Wettbewerb messen kann. Hier eine Übersicht von anderen relevanten Marktteilnehmern:

 

Vergleich Tagesgeldkonten von Anbietern in Deutschland    
           
           
Anbieter Triodos Bank GLS Bank Umweltbank ING-Diba Comdirect
           
aktueller Zinssatz p.a. 1,30% 1,00% 1,25% Standartsatz: 1,30%  ab € 5000: 1,0% 
keine Mindestanlage ja nein nein ja ja
einheitlicher Zinssatz ja ja ja nein nein
Transparenz über Ver-wendung der Einlagen ja ja nein nein nein
Mittelverwendung nur im öko-sozialen Bereich ja ja ja nein nein

     
Natürlich findet man im Markt auch Angebote mit deutlich höheren Zinsen. Diese sind aber meist nur für Neukunden oder werden mit risikoreicher Kreditpolitik erzielt und richten sich an “Zinshopper”. Wir möchten auch in Zukunft bei unseren Produkten transparent sein und faire Preise bieten.

Über Quote, Topmanagerinnen und Männer in Elternzeit bei der Triodos Bank und anderswo

Donnerstag, 22. Juli 2010

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Letzten Montag hatten wir bei Triodos im Team-Meeting (wie wir das jeden Montag haben) das Thema Gender Diversity auf der Agenda. Frei übersetzt: Die Vielfältigkeit der spezifisch weiblichen und männlichen Fähigkeiten. In einer McKinsey-Studie zu diesem Thema heißt es: Firmen, bei denen in der Top-Management-Ebene gleichermaßen Frauen wie Männer präsent sind, erwirtschaften eine bis zu 53 Prozent höhere Eigenkapitalrendite als Firmen, bei denen überwiegend oder ausschließlich Männer im Top-Management zu finden sind.

Wie ist das bei der Triodos Bank insgesamt? Die gute Nachricht zuerst: die Verteilung von Frauen und Männern bei den fast 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller fünf europäischen Filialen von Triodos ist annähernd 50/50, also ausgewogen. Dann die weniger gute Nachricht: im mittleren Management sind es nur noch 38 Prozent weibliche Mitarbeiter und im Top-Management gar nur noch acht Prozent.

Das muss also besser werden. Wir haben uns vorgenommen, die Anzahl von Frauen im Top- und im mittleren Management weiter zu erhöhen – auch weil das im Verständnis von Triodos zu einer Nachhaltigkeitsbank gehört. Quote oder nicht? Das wird bei uns gerade diskutiert. Auf jeden Fall gilt: Positionen sind immer mit dem dafür qualifizierten Menschen zu besetzen. Dabei aber ist verstärkt darauf zu achten, dass die Anzahl der Frauen in Führungspositionen zunimmt.

Die Führung der Triodos Bank in Deutschland stellen zur Zeit Georg Schürmann und ich. Das soll auch zunächst so bleiben, obwohl das hundert Prozent Männer bedeutet. Im mittleren Management jedoch beträgt bei uns die Frauenquote schon ein halbes Jahr nach der Eröffnung hier in Deutschland 75 Prozent. Im Zuge des geplanten Wachstums in den nächsten Jahren werden wir die Führung schrittweise erweitern und dann besonders darauf achten, dass Frauen diesen Schritt machen, die möchten und können.

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass eine Ausgewogenheit zwischen Frauen und Männern notwendig ist, um zu besseren Entscheidungen zu kommen. Das kann man immer wieder am Verlauf von Diskussionen beobachten. Diese verlaufen einfach ideenreicher und vielfältiger, wenn Frauen und Männer gleichermaßen vertreten sind. Frauen gehen erfahrungsgemäß kooperativer vor, während Männer sich stärker wettbewerbsorientiert bewegen. Hier liegt ja auch einer der Gründe, warum immer noch viele Frauen zum Beispiel die Selbständigkeit bevorzugen, weil sie diese dem Konkurrenzkampf in einem mittleren oder größeren Unternehmen vorziehen.

Ganz zentral bei dem Thema Frauen in Führungspositionen ist ja auch das Thema flexible Arbeitszeiten: Bei der Triodos Bank haben wir schon relativ flexible Arbeitszeiten. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten entweder nur vier Tage, oder sind meist Freitags im Home-Office. Da sind auch Führungskräfte des Mittleren- und Top-Managements dabei. In vielen Fällen lassen sich so Kindererziehung und Beruf besser vereinbaren. Bei längerer Unterbrechung der Arbeitszeit durch Schwangerschaft garantieren wir den Arbeitsplatz. Das ist wichtig für werdende Mütter. Dann wissen sie, dass sie nach einem Jahr wieder zurück an ihren Arbeitsplatz können. Bei der Triodos Bank in den Niederlanden ist es bereits sehr verbreitet, dass beide Elternteile mit Kindern jeweils nur vier Tage arbeiten und diese so durch die Woche verteilen, dass die Kinder insgesamt nur drei Tage in der Kinderbetreuung sind.

Eine ähnliche Unterbrechung für Väter, zum Beispiel für ein Jahr Kindererziehung, sollten wir ermöglichen und fördern. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schön es ist, als junger Vater einmal ganz allein die Verantwortung für die Kinder zu haben – und das über längere Zeit. Ich habe damals das Fernstudium gewählt, damit meine Frau ihr Medizinstudium absolvieren konnte. Während ihrer Prüfungszeit habe ich dann die Kinder – damals waren es noch zwei – zu hundert Prozent ein halbes Jahr lang betreut. Erst dann kommt man so richtig ins Vater-Sein rein und merkt auch mal, wie anstrengend das ist. Im Ergebnis habe ich damit eine richtig gute Beziehung zu meinen Kindern aufbauen können. Das hält dann das ganze Leben.

Das Thema Gender Diversity ist also ein weites Feld, auf dem viele Einflussfaktoren eine Rolle spielen. Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigen Einflussfaktoren? Warum sind immer noch so wenig Frauen im mittleren, aber vor allem Top-Management? Wie denken Sie darüber, lieber Leser?

Transaktionssteuer und Bankenabgabe – Reicht das für ein neues Verhalten an den Finanzmärkten?

Donnerstag, 24. Juni 2010

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Die Pleite von Lehman liegt nun fast zwei Jahre zurück. In dieser Zeit wurde viel über Regulierung diskutiert und es wurden auch einige Beschlüsse gefällt. Zu einer umfassenden neuen Art von Regulierung oder noch besser Finanzverfassung ist es aber bisher nicht gekommen.

Letzte Woche auf einer Konferenz der Financial Times Deutschland in Frankfurt, die auch die Bankenregulierung zum Thema hatte, habe ich jedoch den Eindruck gewonnen, dass Regierungen und Bundesbank jetzt auf die Zielgerade kommen. Für mich stellt sich allerdings die Frage, ob die zukünftige Regulierung nur an Symptomen ansetzt oder auch an den Ursachen der Finanzkrise. Viele Vorschläge führen mit Sicherheit in die richtige Richtung. Die Ausführungen von Bundesbankpräsident Weber auf der Konferenz, die Eigenkapitalforderung bei zunehmender Bankengröße ebenfalls zu erhöhen, finde ich sehr gut. Dies schafft wirkliche Anreize, eine Bank nicht zu groß werden zu lassen. Damit wäre das Argument „too big to fail“ vom Tisch. Diese Regelung hätte echten Lenkungscharakter. Nicht mehr der Steuerzahler müsste dann einspringen, sondern die Eigentümer, also Aktionäre müssten dann Verantwortung übernehmen. Es muss bei neuen Regelungen darum gehen, dass Verantwortliche auch zur Verantwortung gezogen werden und Risiken nicht auf Dritte abgewälzt werden. Dies ist uns allen unter dem Stichwort „Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren“ noch sehr bewusst. Das darf nicht erneut vorkommen.

In diesem Kontext möchte ich auf eine Konferenz der Akademie Heiligenfeld mit dem Titel “Die Kunst des Wirtschaftens”  hinweisen, die vorletzte Woche stattfand. Im Gegensatz zur FTD-Konferenz wurden hier auch die tieferen Gründe der Finanzkrise diskutiert. Es wurde viel darüber gesprochen, dass sich hinter der Finanzkrise und auch den anderen Krisen unserer Zeit eine Wertekrise bzw. Bewusstseinskrise verbirgt. Diese These teile ich.

Vor diesem Hintergrund muss eine sinnvolle Bankenregulierung zu Verhaltensänderungen führen, da im Bankensektor von selbst keine Veränderung stattfinden wird. Bei den vorgeschlagenen Instrumenten Transaktionssteuer und Bankenabgabe habe ich die Sorge, dass dies nur vordergründig zu Verhaltensänderungen führen soll, aber eigentlich die Einnahmensteigerung für den Bund im Fokus steht.

Natürlich ist es richtig mit der Bankenabgabe die Kreditwirtschaft an den Kosten der Krise zu beteiligen. Die Erfahrung lehrt, dass solche Einnahmen aber mittelfristig den Anforderungen des Bundeshaushaltes geopfert werden. Hier bedarf es entsprechender Regelungen, die dies verhindern.

Ähnliches gilt für die Transaktionssteuer. Diese soll durch Besteuerung von Finanztransaktionen  die Spekulation eingedämmt werden. Die Erlöse sollen nach dem ursprünglichen Konzept von Tobin zur Armutsbekämpfung eingesetzt werden. Dieses Konzept ist richtig. Meine Sorge ist allerdings, dass die Einnahmen nicht zur Armutsbekämpfung, sondern zur Haushaltskonsolidierung eingesetzt werden, was die politische Diskussion der letzten Wochen bereits andeutet. Desweiteren läßt sich die Transaktionssteuer leicht auf die Kunden abwälzen oder durch Verlagerung des Handels an andere Orte auf der Welt umgehen. Somit fürchte ich, dass der Kerngedanke von Tobin eben nicht verwirklicht wird.

Für mich stellt sich die Frage, warum nicht über die Wiedereinführung der Spekulationssteuer diskutiert wird. Sie wurde Ende 2008 abgeschafft. Aktuell werden „Spekulationsgewinne“ mit der Abgeltungssteuer von 25% besteuert. Bei den meisten Anlegern liegt der persönliche Steuersatz allerdings eher über 40%. Somit werden „Spekulationsgewinne“ also „subventioniert“. Die Spekulationssteuer kann dazu führen, dass Wertpapiere eben nicht gekauft und schnell wieder verkauft werden, da dann hohe Steuern anfallen. Sie könnte dazu führen, dass verstärkt langfristig investiert wird. Dies wäre eine wünschenswerte Lenkung. Die Spekulationssteuer hat damit eher eine Lenkungsfunktion und weniger eine Einnahmefunktion.  Hierzu würde ich mir eine Diskussion wünschen, da diese wirklich an den Kern der Finanzkrise führen würde, auch wenn diese Maßnahme immer nur als Teil eines Paketes verstanden werden darf.

Erneuerbare Energien zurück auf der Agenda

Mittwoch, 09. Juni 2010

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Erneuerbare Energien sind zurück auf der Agenda. Nach dem Scheitern von Kopenhagen und teils erneut lauter werdender, allgemeiner Skepsis über einen Klimawandel bzw. einem Mensch-gemachten Klimawandel, finden sich die Erneuerbaren Energien wieder oben auf den Titelseiten verschiedener Fachblätter und in den Tageszeitungen.

Das Fachblatt neue energie gibt ihrer Juni-Ausgabe den Titel „Zurück in die Zukunft: 0% CO2. 100% Erneuerbare. Europas Energieversorgung im Jahr 2050.“

Die Wirtschaftswoche hat aktuell den Titel „Atom gegen Solar“. Das Magazin argumentiert erwartungsgemäß für den Abbau von Subventionen bei den Erneuerbaren Energien und für Atomenergie als Brücke hin zu 100% Erneuerbare Energien.

neue energie hält dagegen und schreibt: „Die Menschheit muss zur Sonne zurückkehren.“ Das Ziel 100% Erneuerbare bis 2050 ist erreichbar. Den Weg dahin und die Kosten zeigt die Studie „Roadmap 2050“ der European Climate Foundation (ECF). In ihr werden die Kosten verschiedener Szenarien gerechnet: eines mit 40%, eines mit 60% und eines mit 100% Erneuerbaren.

Die große Herausforderung des Umbaus liegt aber gar nicht so sehr in den Kosten oder der Technologie, sondern in der Infrastruktur, zum Beispiel dem Netzausbau. Hier sind lange Vorlaufzeiten notwendig. Es ist eine politische und regulatorische Herausforderung. Die Herausforderung und Chance, miteinander lokal und global zu kooperieren!

Eines ist klar: die Weichen für den energiepolitischen Umbau müssen in den nächsten 3-5 Jahren gestellt werden. Hierzu wird auch die Triodos Bank ihren Beitrag leisten. Bis heute haben wir mehr als 280 erneuerbare Energieprojekte in Europa finanziert. Damit werden mehr als 630.000 Haushalte mit Strom versorgt und ca. 800.000t CO2 Emission pro Jahr eingespart.

Wir werden diesen Weg fortsetzen und unsere Kreditvergabe im Bereich der Erneuerbaren Energien  in den nächsten Jahren erheblich verstärken.