Archiv für die Kategorie ‘Innovation’

Fast forward – Berlin Eco Fashion Days

Montag, 31. Januar 2011

Was hat eine Bank mit Mode zu tun? Das haben mich in Berlin einige während der Fashion Week gefragt und fanden es dann aber schnell toll, dass eine Bank, wie wir, die noch jungen Event-Initiativen rund um Eco Fashion in Berlin unterstützt.
Wir sind oft in der Rolle der “Möglich-Macher” oder “SustainEnabler” – so auch in diesem Fall und das hat einen einfachen Grund und dieser liegt in den Auswirkungen der konventionellen Textilindustrie selbst begründet. Um mehr als den massenhaften Absatz von Bio-Baumwolle, sondern auch einen nachhaltigen und sozial verantwortlichen Anbau und Weiterverarbeitung zu unterstützen, braucht es Unternehmer, die “Bio” und “Öko” mit ethischen Werten verbinden. Und diese Unternehmer brauchen Plattformen, um sich zu präsentieren.
Neulich sah ich auf deinem Taxi die Werbung “Embrace Nature – choose cotton” – doch so einfach ist es eben lange nicht.
Im Gegenteil: Die textile Verarbeitungskette gilt aufgrund ihrer extremen Komplexität als besonders schwierig, nachhaltig zu gestalten und ist sehr verzweigt mit vielen Lieferanten und Produktionspartnern – eine echte Herausforderung also, aber auch ein echter Hebel, um wirklich etwas für unsere Welt von morgen zu bewegen.

Und das führte uns nach Berlin, um dort die Veranstaltung The Key To, den GREEN Showroom und den eco showroom zu unterstützen.

Alle drei Eco Fashion Events haben unterschiedliche Schwerpunkte und finden entsprechend auch in verschiedenen Locations statt. Während die The Key To dieses Jahr in der Columbiahalle genau gegenüber der Bread & Butter Quartier bezog und ihren Schwerpunkt auf Casual wear legt, findet sich im Green Showroom Eco Luxury vor entsprechender Kulisse: dem Hotel Adlon.
Den Macherinnen Magdalena Schaffrin und Jana Keller ist es mit dem GREEN Showroom gelungen, überzeugend das Themo “Eco” auf ein sehr hochwertiges Niveau zu heben. Besonders gut gefiel mir jedoch die “Salonshow” des GREEN Showroom - Laufsteg einmal anders, nämlich in den Salonräumen des Adlon.

An einem der Abende hatte ich noch Gelegenheit, unsere Arbeit beim Auftakt Dinner zu “Create Green”, eine Kooperation des Berliner Kreativwirtschaftsnetzwerk “Create” und “The Key To” vorzustellen.

Mein Fazit: Der Bereich Eco Fashion entwickelt sich, aber um in die großen Vertriebswege zu kommen, die letztlich Eco Fashion für alle zugänglich zu machen, benötigt er weitere starke Player im Markt als Unterstützer und Multiplikatoren! Einer könnte z.B. die Messe Frankfurt sein, deren französische Tochter letztes Jahr die Pariser “Ethical Fashion Show” gekauft hat.

Mit der GrünCardPlus Master Card bewusst konsumieren und spenden

Montag, 29. November 2010

Ab dem 1. Dezember werden wir mit der Kreditkarte ein weiteres Produkt für unsere Privatkunden anbieten. Diese Karte bringen wir gemeinsam mit unserem Partner Grünkauf  heraus. Wir verbinden hierfür eine Triodos-MasterCard mit der GrünCard von Grünkauf. Zusammen ergibt das dann die „GrünCardPlus MasterCard“.

Das Konzept von Grünkauf ist dem von payback ähnlich. Es existieren natürlich auch ganz wesentliche Unterschiede. Analog zu payback sammelt der Kunde Punkte beim Kauf mit der GrünCard oder eben unserer neuen Kreditkarte, der GrünCardPlus MasterCard. Die Vorteilspartner von Grünkauf stammen aus dem Bereich des nachhaltigen Konsums. Die Aufnahme eines neuen Vorteilspartners wird durch einen Beirat überwacht.

Darüber hinaus gibt es eine weitere Möglichkeit für Kunden der GrünCard bzw. der GrünCardPlus MasterCard, in zahlreichen Online-Shops Punkte zu sammeln. Diese wurden nicht durch den Beirat geprüft, sondern ergänzen die Vorteilspartner, indem sie in erster Linie Lebensbereiche abdecken, die weitgehend virtuell sind (z.B. Eintrittskarten, Musikdownloads), oder indem sie Unternehmen sind, die Grünkauf als förderungswürdig erachtet, die aber nicht vollständig die strengen Kriterien für Vorteilspartner erfüllen (z.B. bringmirbio.de oder oxfamunverpackt.de).

Mit der GrünCardPlus MasterCard kann der Kunde – im Unterschied zur normalen GrünCard – nun nicht mehr nur bei den Vorteilspartnern oder Online-Shops Punkte sammeln. So werden bei jedem (!) Umsatz, der mit der Kreditkarte GrünCardPlus MasterCard getätigt wird,  Punkte gesammelt. Also auch z.B. beim Kauf von (hoffentlich Bio-)Lebensmitteln, wenn diese mit der Karte bezahlt werden. Hier appellieren wir an das Bewusstsein der Kunden für nachhaltigen Konsum.

Die GrünCard und damit auch die GrünCardPlus MasterCard wollen diesen verantwortungsvollen Konsum mit einer Spendenmöglichkeit verbinden. Denn ein wesentlicher Unterschied zu payback ist die Verwendung der Punkte. Diese sollen in erster Linie an soziale und ökologische Projekte gespendet werden. Der Kreditkarteninhaber kann also bewusst konsumieren und darüber hinaus einen Beitrag für wertvolle Projekte leisten. Ab Mitte 2011 können Karteninhaber die Punkte jedoch auch zum Einkaufen bei Vorteilspartnern verwenden. Grundsätzlich müssen nach EU-Recht die Punkte auf Wunsch auch immer an den Karteninhaber ausgezahlt werden.

Dieses Konzept fanden wir so interessant und unterstützenswert, dass wir uns entschieden haben, Partner von Grünkauf zu werden und ein innovatives nachhaltiges Finanzprodukt zu entwickeln. Bei dieser Entscheidung war für uns auch der Umgang mit dem Datenschutz sehr wichtig. Grünkauf sammelt keine Daten, um diese zu vermarkten. Auch wir werten die Einzelumsätze, die mit der Kreditkarte getätigt werden, nicht aus. Der Datenschutz ist damit für unsere Kunden auf höchstem Niveau gesichert!

Die Kreditkarte ist im ersten Jahr kostenfrei. Jeder kann dieses Produkt also einfach mal ausprobieren. Und zur Begrüßung erhält jeder Karteninhaber 200 Punkte. Ab dem 2. Jahr berechnen wir € 29,- p.a. Sie erhalten dafür jährlich 200 Punkte, die (idealerweise) gespendet werden können. Desweiteren vergüten wir pro € 4, die Sie mit der Karte tätigen, 1 Punkt. Die GrünCardPlus MasterCard ist eine kontounabhängige Kreditkarte – das heißt: Ihr bestehendes Girokonto ist das Referenzkonto. Die Triodos Bank zieht die Umsätze der Kreditkarte von diesem Girokonto über ein automatisch eingerichtetes Kreditkartenkonto bei der Triodos Bank ein. Der Kreditkartenhalter kann auf Wunsch bequem Beträge auf das Kreditkartenkonto bei der Triodos Bank einzahlen und auf diese Weise vom aktuellen Zinssatz des TriodosTagesgelds profitieren.

Wir wollen auch mit diesem neuen Produkt hohe Transparenz und Klarheit leben und orientieren uns bei den Preisen am Markt. Hier noch ein Vergleich mit ähnlichen Produkten:

  GründCardPlus MasterCard GLS-BUND payback
Jahresgebühr 1. Jahr: frei + 200 Punkte € 30,- 1. Jahr: frei
  ab 2.Jahr: € 29,- + 200 Punkte € 30,- ab. 2. Jahr: € 25,-
Umsatz-      
vergütung pro 4€: 1 Punkt 1/3 der Umsatzprov. pro 4€: 1 Punkt
       

Über Feedback zu unserer neuen Kreditkarte GrünCardPlus MasterCard würde ich mich freuen.

Internationales Presencing Treffen mit Otto Scharmer in Boston

Montag, 22. November 2010

Ende Oktober war ich in Boston beim Presencing Institute am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Das Presencing Institute wird von Otto Scharmer und seinem Team betrieben. Die inhaltliche Grundlage seiner Arbeit hat er in dem vielbeachteten Buch  TheoryU –  Führen von der Zukunft her dargelegt.

TheoryU entstand aus der Frage, ob man von einer im Entstehen begriffenen Zukunft lernen kann? Denn Lernen basiert traditionell auf den Erfahrungen der Vergangenheit. In vielen Fällen jedoch ist klar, dass wir mit unserem Vergangenheitswissen die Gegenwart und Zukunft nicht genügend begreifen, geschweigen denn gestalten können. Die Arbeit an dieser Fragestellung hat bei Otto Scharmer und seinem Team zu der Erkenntnis geführt, dass die wichtigste Führungsaufgabe nicht ist, Ziele zu definieren oder eine Zukunftsvision zu entwickeln. Die wichtigste Führungsaufgabe ist es, den individuellen und gemeinsamen Prozess des Sehens der Realität zu initiieren und dahingehend zu vertiefen, dass wir beginnen, entstehende Möglichkeitsräume wahrzunehmen (siehe Aufsatz Handeln von der Zukunft her).

Aus dieser Fragestellung heraus hat Otto Scharmer die TheoryU entwickelt. Sie basiert im Wesentlichen auf 150 Interviews mit Menschen, die täglich mit Innovationsprozessen zu tun haben. Die Interviews können auf der Website www.dialogonleadership.org gelesen werden. Sie sind teils wirklich sehr spannend zu lesen!

Kurz zusammengefasst stellt TheoryU einen Prozess dar, bei welchem der Grad der Aufmerksamkeit erhöht wird. Das beginnt mit einem offenen Denken, geht über ein offenes Fühlen bis hin zu einem offenen Willen. Damit wird angedeutet, wie sich der Grad der Aufmerksamkeit verstärken und vertiefen kann. TheoryU weist auch auf die Hindernisse hin, mit denen wir diesbezüglich zu tun haben: nämlich mit Vorurteilen, mit Zynismus und mit der Schwierigkeit, wirklich von sich loszukommen.

Ich habe Ende Oktober in Boston am ersten Treffen  von insgesamt fünf Treffen einer Master Class teilgenommen, genannt PI-Lab. Wir werden uns noch 2x pro Jahr bis 2012 in Boston einfinden. Teilnehmende sind 70 in TheoryU erfahrene Berufstätige aus der ganzen Welt: UnternehmerInnen, NGO-VertreterInnen, Landwirte und BeraterInnen. Die Frage, die uns alle bewegt und für die wir die weite Reise gemacht haben, ist die nach dem Grad der Aufmerksamkeit (level of awareness) aus der TheoryU. Die Aufmerksamkeit kann sich auf die eigene individuelle Entwicklung, auf die Zusammenarbeit mit anderen und auf die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen richten. Hierzu bedarf es einer Offenheit auf der intellektuellen, gedanklichen Ebene, eines offenen Herzens sowie eines gerichteten  Willens und einer Willensanstrengung. Ich muss versuchen, den Anderen gedanklich und emotional in mich aufzunehmen, mich für sie oder ihn wirklich zu interessieren, kurz: vom Ich zum Du. Erst diese Umkehrung des Willens, der eigenen Aktivität ermöglicht, dass ich die Welt draußen in mein Herz aufnehmen kann.

Die Motivation für mehr Aufmerksamkeit sind die großen Herausforderungen, vor denen wir, unsere Gesellschaft, unsere Welt stehen: der Klimawandel und die  notwendige Transformation zu 100% Erneuerbare Energien, die große soziale Frage – und dann natürlich die konkrete Umsetzung von Lösungsansätzen.

Es scheint, dass wir Menschen heute so einfache Dinge wie Interesse für den Anderen und Anteilnahme an der Welt erst wieder ganz neu lernen müssen. Es ist, als ob wir durch die industrielle und technologische Entwicklung der letzten 200 Jahre immer mehr in die Vereinzelung und damit in den Egoismus geraten. Die Form von Kapitalismus, die uns die jüngste Finanzkrise beschert hat, bestätigt dies ja in erschreckender Weise. Eine Teilnehmerin berichtete, wie sie eine Zeitlang in einem reichen europäischen Land gelebt hat und dachte, hier müssten doch alle Menschen glücklich sein. Sie erlebte aber das Gegenteil. Wieder zurück in ihrem südamerikanischen Heimatland wurde ihr bewusst, dass Technik und Geld nicht glücklich machen. Eine einfache Erkenntnis, aber nicht immer leicht, sie auch zu leben.

Das PI-Lab fand im Wechsel zwischen Vortrag und Diskussionen an kleinen runden Tischen mit maximal fünf Teilnehmern statt. Das Programm wurde ergänzt durch Gastbeiträge von Ed Schein, Professor für Change Management am MIT (siehe sein neuestes Buch „Helping“), Nicanor Perlas, kürzlich Präsidentschaftskandidat auf den Philippinen (links im Foto zu sehen neben Otto Scharmer), und Jeffrey Hollander, Gründer von Sevens Generations, einem großen Ökounternehmen in den USA .

Nicanor Perlas sprach über neueste wissenschaftliche Ergebnisse auf den Gebieten der Nano-Technik, Gen-Technik, Informationstechnologie und Geo-Engineering. Das Geo-Engineering betrifft die aktive Einflussnahme auf das Wetter und unser Klima zur Eingrenzung weiterer Erderwärmung. Er entwarf daneben ein humanistisches Menschenbild und sprach eindringlich von der Notwendigkeit, das Konzept des Menschen als freies Wesen zu pflegen und zu vertiefen. Sonst drohe die Gefahr, dass immer mehr Roboter und Maschinen unser Leben bestimmen.

Jeder Teilnehmer des PI-Lab ist aufgefordert, sich mit einem für ihn oder sie wichtigen Thema auch in der Zeit zwischen den Kursen zu beschäftigen. Dazu haben wir kulturell diverse 5-er Gruppen gebildet, die sich gegenseitig helfen und unterstützen. In meiner Gruppe sind ein Amerikaner, eine Brasilianerin, zwei Inder, eine Niederländerin und ich. Ich habe für mich das Projekt „die Triodos-Werte leben“ gewählt. Wie geht das? Wo muss ich bei mir beginnen, mich verändern, meine eigene Aufmerksamkeit erhöhen? In den Gesprächen haben wir auf die Bilder geachtet, die vor das innere Auge kommen, wenn die oder der Andere von dem Thema erzählt, mit dem sie/er sich in der Zeit zwischen den Kursen beschäftigen möchte. Hierzu hat Otto Scharmer die Vorgehensweise des sogenannten „case clinic“ vorgeschlagen (case clinic). Es ist hochspannend, mehr auf diese Bilder zu achten und sich zu fragen: welche Zukunft kann sichtbar werden, wenn es gelingt, die Aufmerksamkeit darauf zu erhöhen? Da wir im PI-Lab ja ganz am Anfang des Übens stehen, werde ich hiervon in einem späteren Blog-Beitrag mehr berichten.

Die Welt besser trinken leicht gemacht…

Freitag, 19. November 2010

Ja, das hört sich für mich an, wie “Die Welt besser trinken leicht gemacht.” Das klingt irgendwie “LoHa”, aber dahinter stehen spannende Geschäftsmodelle. Und die haben Namen wie LemonAid, Quartiermeister oder auch Riesperle, genauso wie Premium Cola oder Viva con Agua de St.Pauli.

Allen gemeinsam ist: Sie bewegen sich im schnelllebigen Getränkemarkt und sie versuchen sich an einem “öko-sozialen” Geschäftsmodell. Kurz: Sie reden nicht über CSR und beschäftigen keine CSR-Stabstelle mit Berichten “zur Weltrettung” – Nein: Sie möchten mit Ihrem Geschäftsmodell einen aktiven Beitrag als Unternehmen dazu leisten.

Gestern las ich in der Enorm einen Artikel über manche dieser Unternehmen. Was mir dabei immer wieder auffällt und was ich so positiv finde: Es gibt hier keine Berührungsängste mehr damit, “für etwas” Geld zu verdienen. Und das “für etwas” sind klare Wertvorstellungen, die sehr praktisch gelebt werden – aber eben mit einem Geschäftsmodell, das zulässt das man für den eigenen “öko-sozialen Unternehmenszweck” eine GbR oder auch eine GmbH ist. Manchmal wird auch ein Verein mit einer GmbH gekoppelt.

Denn vom Ziel her gedacht und das ist bei allen “die Wirkung”, macht das Sinn. Und daher freue ich mich ganz persönlich, dass gerade in dieser jungen Gründer- und Gründerinnengeneration nicht nur der “öko-soziale Gedanke” so tief verankert zu sein scheint, sondern auch wirklich “Unternehmergeist”. Da wächst, so ist mein Eindruck, ein neues Bewusstsein für “Entrepreneurship” !

Übrigens: Wir, also die Triodos Bank, sind eine AG in eine Stiftung eingegliedert. Für alle, die interessiert, wie das bei uns funktioniert, lest hier mehr.

Triodos Bank unterstützt den ersten Eco Concept Store der Hauptstadt

Freitag, 12. November 2010

Am 26. November 2010 wird der eco Showroom, der erste Concept Store mit konsequent ökologischer Ausrichtung, in Berlin die Türen öffnen. In der Almstadtstraße 35 in Berlin Mitte wird es dann in einem einzigen Laden hochwertige, ausgesuchte und vor allem nachhaltige Produkte aus dem Bereich Mode, Kosmetik, Wohnen, Lebensmittel etc. geben. Die Personen hinter dem eco Showroom sind Kati Drescher und Nadine Valencic von der Berliner PR Agentur sieben&siebzig. Sie beraten ausschließlich Kunden und Unternehmen, die sich sehr genaue Gedanken über Rohstoffe, Inhaltstoffe, die Verarbeitung und Verbreitung ihrer Produkte machen.

Bereits zweimal hat sieben&siebzig in der Vergangenheit erfolgreich den eco Showroom zur Fashionweek geöffnet, um Kunden aus Mode, Beauty und Food zu präsentieren – allerdings bisher nur für ein Fachpublikum. Die vielen Nachfragen neugieriger Vorbeigeher und der Mangel an einem schönen eco Store in Berlin Mitte haben sieben&siebzig nun dazu bewogen, den Showroom dauerhaft zu öffnen - für Endverbraucher, Shopping-Begeisterte und Touristen – und die Produkte in Zukunft auch zu verkaufen. Es werden Produkte von traditionellen Bio-Unternehmen, aber auch von neuen und unbekannteren ökologisch ausgerichteten Unternehmen angeboten. Und jedes Produkt hat eine kleine Geschichte zu erzählen und steht für Leidenschaft. Marken, die im eco Showroom vertreten sein werden, sind u.a.: Dr. Hauschka, die Modelabels Pyua und Vilde Svaner, Hari Tea und San Floriano.

Und auch die Triodos Bank wird im eco Showroom vertreten sein. Schaut vorbei und besorgt euch Informationen zur Bank und unseren Produkten - lasst euch überraschen, was wir zudem noch in Kooperation mit dem ecoShowroom machen werden, es wird spannend. 

Wir unterstützen den eco Showroom, weil dieses innovative Projekt genau wie wir Nachhaltigkeit als allumfassenden  Lebensansatz versteht und dies – wenn auch im kleinen – propagiert. Wir freuen uns, dabei zu sein und wünschen dem eco Showroom die Aufmerksamkeit, die er jetzt schon verdient.

Wie leben wir nachhaltig? Eure Meinung ist gefragt!

Mittwoch, 13. Oktober 2010

YouTube Preview Image 

Am kommenden Wochenende nehme ich für uns an einem Forschungsworkshop im Piemont in der Citta dell Arte teil, mit dem Titel “Food – Shelter – Clothes”. Das ist eine Initiative von Simonetta Carbonaro, vom Think Tank Design of Prosperity und dem London College of Fashion.

Von Mode ausgehend möchten wir am kommenden Wochenende weg kommen von Diskussionen, die wir alle kennen und, die so oft in die Richtung gehen: “Ja, eigentlich wissen wir, was zu tun ist, aber in der Praxis…..” hin zu ganz konkreten Projekten in Kooperation mit Akteuren der (Mode)industrie, aber auch anderen Konsumgüterherstellern, NGO’s und wissenschaftlichen Institutionen.

Unser Ziel: Alle an einen Tisch bringen, um Projekte anzuschieben, die nachhaltigen Lebensstil in die gesellschaftliche Mitte bringen – es geht uns darum, möglichst viele “Nudges” (also “Anstupser”) hierfür ausfindig zu machen.
So nimmt z.B. Anna Zegna von Ermenegildo Zegna daran teil, genauso wie Elena Schneider von internationalen Netzwerk Terra Madre, das für eine nachhaltige und lokale Lebensmittelproduktion eintritt. Auch Frances Corner, die das London College of Fashion leitet wird dabei sein, genauso wie ein Vertreter der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) oder Ezio Manzini, der international bekannte Experte für nachhaltiges Design. (Hier ein interessantes Video mit ihm zum Thema “Co-farming, Alfred Deakin Innovation Lectures 2009, BMW Center Melbourne.)
In jedem Fall werde ich danach berichten, wie es nun weitergeht, aber für heute habe ich eine Frage an Euch, denn bei soviel Expertenwissen, interessiert mich auch EUER Wissen, das berühmte “Wissen der Vielen”. Ich würde gerne von möglichst vielen ein, zwei Gedanken dazu mitnehmen, was für Euch Nachhaltigkeit heißt und was Ihr als die größte Herausforderung seht auf dem Weg zu einem nachhaltigen Lebensstil für alle? Also, lasst es mich wissen! Ich freue mich.

Ist der Wert eines Tages Geld – oder: Was ist der Wert eines Tages? Unsere Antworten.

Mittwoch, 29. September 2010

RIMG0125

RIMG0121

In wenigen Tagen wird unsere deutsche Niederlassung 10 Monate alt – am 1.Oktober 2010. Seitdem fragen wir in unseren Anzeigen unter anderem “Ist der Wert eines Tages Geld?”. Ganz sicher nicht, meinen wir. Für uns ist Geld “Mittel zum Zweck” – ein Mittel um etwas zu bewegen, zum Positiven zu verändern. Wir als Bank leihen uns das Geld von unseren Privatkunden und verleihen es weiter und zwar nur an ökologische, kulturelle und soziale Projekte oder Unternehmen, die wiederum damit etwas finanzieren können.

Und da wären wir auch schon wieder bei den Menschen: Es braucht also in jedem Fall Menschen, die das Geld so einsetzen, dass es etwas für eine lebenswerte Zukunft bewegen kann.
Und da wir nun ja schon in unseren Anzeigen alle fragen, nur nicht uns, dachten wir, dass wir euch irgendwie unsere Antworten schuldig geblieben sind. Gesagt, getan -wir haben mal bei uns im Haus rumgefragt: Wenn der Wert eines Tages nicht Geld ist, was ist es denn dann für euch? Unsere Antworten? Lest selbst!

Mit Freunden etwas Gutes essen und ein Glas Wein trinken.

Für mich ist der Wert eines Tages, mindestens einmal herzlich zu lachen.

Schöne Musik, ein inniges Gespräch. Ein Lächeln, das über ein zur Sonne gewandtes Gesicht gleitet.

Ein Kind lachen sehen, die Sonne auf der Haut fühlen, Grillenzirpen lauschen, Rosenduft riechen, die Dankbarkeit eines Fremden spüren und die Vertrautheit und Nähe unter Freunden genießen.

Das ansteckende Lachen meiner Tochter, ein Lieblingsgericht für die Familie kochen, ein Spaziergang im Grünen, intensive Gespräche mit guten Freunden.
Freunde treffen

Für mich hat der Tag einen Wert, wenn es gute und gut gelaunte Gespräche gab und wir gelacht haben

Ein gutes Gespräch unter Freunden

Der Wert eines Tages ist die Begegnung mit Mitmenschen

Am Abend beruhigt einschlafen zu können

Schönes Wetter,etwas Entspannung und nette Leute um mich herum

Das gute Gefühl am Abend, seinen Zielen wieder ein Stück näher zu sein.

Energie aus den Sonnenstrahlen zu gewinnen…

Ein guter Tag ist, wenn man glücklich und zufrieden ist

Zufrieden ins Bett gehen

mindestens einmal (über sich selbst gelacht) zu haben

So, das war es von unserer Seite – und was ist der Wert eines Tages für euch?

Über Quote, Topmanagerinnen und Männer in Elternzeit bei der Triodos Bank und anderswo

Donnerstag, 22. Juli 2010

hausmann-540x304

Letzten Montag hatten wir bei Triodos im Team-Meeting (wie wir das jeden Montag haben) das Thema Gender Diversity auf der Agenda. Frei übersetzt: Die Vielfältigkeit der spezifisch weiblichen und männlichen Fähigkeiten. In einer McKinsey-Studie zu diesem Thema heißt es: Firmen, bei denen in der Top-Management-Ebene gleichermaßen Frauen wie Männer präsent sind, erwirtschaften eine bis zu 53 Prozent höhere Eigenkapitalrendite als Firmen, bei denen überwiegend oder ausschließlich Männer im Top-Management zu finden sind.

Wie ist das bei der Triodos Bank insgesamt? Die gute Nachricht zuerst: die Verteilung von Frauen und Männern bei den fast 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller fünf europäischen Filialen von Triodos ist annähernd 50/50, also ausgewogen. Dann die weniger gute Nachricht: im mittleren Management sind es nur noch 38 Prozent weibliche Mitarbeiter und im Top-Management gar nur noch acht Prozent.

Das muss also besser werden. Wir haben uns vorgenommen, die Anzahl von Frauen im Top- und im mittleren Management weiter zu erhöhen – auch weil das im Verständnis von Triodos zu einer Nachhaltigkeitsbank gehört. Quote oder nicht? Das wird bei uns gerade diskutiert. Auf jeden Fall gilt: Positionen sind immer mit dem dafür qualifizierten Menschen zu besetzen. Dabei aber ist verstärkt darauf zu achten, dass die Anzahl der Frauen in Führungspositionen zunimmt.

Die Führung der Triodos Bank in Deutschland stellen zur Zeit Georg Schürmann und ich. Das soll auch zunächst so bleiben, obwohl das hundert Prozent Männer bedeutet. Im mittleren Management jedoch beträgt bei uns die Frauenquote schon ein halbes Jahr nach der Eröffnung hier in Deutschland 75 Prozent. Im Zuge des geplanten Wachstums in den nächsten Jahren werden wir die Führung schrittweise erweitern und dann besonders darauf achten, dass Frauen diesen Schritt machen, die möchten und können.

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass eine Ausgewogenheit zwischen Frauen und Männern notwendig ist, um zu besseren Entscheidungen zu kommen. Das kann man immer wieder am Verlauf von Diskussionen beobachten. Diese verlaufen einfach ideenreicher und vielfältiger, wenn Frauen und Männer gleichermaßen vertreten sind. Frauen gehen erfahrungsgemäß kooperativer vor, während Männer sich stärker wettbewerbsorientiert bewegen. Hier liegt ja auch einer der Gründe, warum immer noch viele Frauen zum Beispiel die Selbständigkeit bevorzugen, weil sie diese dem Konkurrenzkampf in einem mittleren oder größeren Unternehmen vorziehen.

Ganz zentral bei dem Thema Frauen in Führungspositionen ist ja auch das Thema flexible Arbeitszeiten: Bei der Triodos Bank haben wir schon relativ flexible Arbeitszeiten. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten entweder nur vier Tage, oder sind meist Freitags im Home-Office. Da sind auch Führungskräfte des Mittleren- und Top-Managements dabei. In vielen Fällen lassen sich so Kindererziehung und Beruf besser vereinbaren. Bei längerer Unterbrechung der Arbeitszeit durch Schwangerschaft garantieren wir den Arbeitsplatz. Das ist wichtig für werdende Mütter. Dann wissen sie, dass sie nach einem Jahr wieder zurück an ihren Arbeitsplatz können. Bei der Triodos Bank in den Niederlanden ist es bereits sehr verbreitet, dass beide Elternteile mit Kindern jeweils nur vier Tage arbeiten und diese so durch die Woche verteilen, dass die Kinder insgesamt nur drei Tage in der Kinderbetreuung sind.

Eine ähnliche Unterbrechung für Väter, zum Beispiel für ein Jahr Kindererziehung, sollten wir ermöglichen und fördern. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schön es ist, als junger Vater einmal ganz allein die Verantwortung für die Kinder zu haben – und das über längere Zeit. Ich habe damals das Fernstudium gewählt, damit meine Frau ihr Medizinstudium absolvieren konnte. Während ihrer Prüfungszeit habe ich dann die Kinder – damals waren es noch zwei – zu hundert Prozent ein halbes Jahr lang betreut. Erst dann kommt man so richtig ins Vater-Sein rein und merkt auch mal, wie anstrengend das ist. Im Ergebnis habe ich damit eine richtig gute Beziehung zu meinen Kindern aufbauen können. Das hält dann das ganze Leben.

Das Thema Gender Diversity ist also ein weites Feld, auf dem viele Einflussfaktoren eine Rolle spielen. Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigen Einflussfaktoren? Warum sind immer noch so wenig Frauen im mittleren, aber vor allem Top-Management? Wie denken Sie darüber, lieber Leser?

Nachtrag zur TEDx Konferenz – Der Video!

Montag, 12. Juli 2010

Für alle, die es interessiert, hier noch der Beitrag von Georg Schürmann auf der TEDx Konferenz (siehe auch sein Beitrag hier auf unserem Blog) als Video…

Der Triodos Enorm Sozialfonds – eine Kooperation zwischen Triodos Bank und dem Magazin Enorm

Montag, 12. Juli 2010

Weg frei für eine Kooperation der besonderen Art! Wir, die Triodos Bank und das Magazin Enorm kooperieren ab sofort innerhalb eines gemeinsamen Projektes: Dem Triodos Enorm Sozialfonds. Warum diese Aktion einfach Mehr Wert ist und wie jeder mitmachen kann, um gemeinsam mehr zu bewegen – das lest Ihr am Besten einfach hier nach.