Archiv für die Kategorie ‘Innovation’

1. Global Forum am MIT-Presencing Institute, Boston, 24.-25. Oktober 2011

Freitag, 04. November 2011

Bei klarem, hellem Herbstwetter trafen sich ca. 270 Menschen in Boston zum 1. Global Forum des Presencing Institute am Massachusetts Institut of Technology (MIT).  Daneben waren über 300 weitere Menschen via live stream aus aller Welt zugeschaltet. Worum ging es? Um die Stärkung der gegenseitigen globalen Wahrnehmung und Achtsamkeit und was dies für Veränderungen bewirken kann hinsichtlich der großen Krisen unserer Zeit.

Das Presencing Institute hat inzwischen mehr als 5500 Mitglieder in über 100 Ländern. Es steht für soziale Innovationen und Zusammenarbeit in den Feldern Wirtschaft, Soziales, Politik, Kultur, Forschung und Wissenschaft.

Otto Scharmer, der Leiter des Presencing Institute, präsentierte in seiner Einleitung zu der Veranstaltung drei Zahlen, mit deren Hilfe er auf die heute drängenden Probleme in der Welt aufmerksam machte.

  • Die Zahl „1,5“ steht für unseren ökologischen Fußabdruck, unseren Ressourcenverbrauch, der 1,5 Mal höher ist als die tatsächlich vorhandenen Ressourcen auf der Erde.
  • Die zweite Zahl ist „2,5 Milliarden“. So viele Menschen auf dieser Welt leben heute unter der Armutsgrenze.
  • Die dritte Zahl, die Otto Scharmer nannte, war die „3“. Weltweit nehmen 3 Mal so viele Menschen sich selbst das Leben wie Menschen andere, zum Beispiel in Kriegen oder durch Kriminalität, töten. Dazu kommen 15-20 Selbstmordversuche auf einen Selbstmord.

Diese drei Zahlen machen deutlich, dass wir uns eine Welt geschaffen haben und weiterhin schaffen, die wir nicht wollen.

Auf der anderen Seite gibt es außerordentlich ermutigende Entwicklungen. Otto Scharmer nannte hier ebenfalls drei.

  • Zuerst die weltweiten Aktivitäten der Zivilgesellschaft: den Arabischen Frühling, 99%, Occupy und viele andere. Der Ökologe, Unternehmer, Journalist und Schriftsteller Paul Hawken umschreibt diese in seinem wunderbaren Buch „Blessed Unrest“ (dt: “Wir sind der Wandel”) mit dem Satz “Wie die größte soziale Bewegung in der Menschheitsgeschichte der Welt heute zu neuer Anmut, Gerechtigkeit und Schönheit verhilft”.
  • Als zweites nannte Otto Scharmer die überall neu entstehenden innovativen Unternehmen und Projekte, die Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit liefern. Auf dem Global Forum wurden davon sieben ausgewählte Projekte und Unternehmen beispielhaft vorgestellt. U.a. durfte ich die Triodos Bank vorstellen. Andere Unternehmen und Projekte, die vorgestellt wurden, waren u.a. die Naturkosmetikfirma Natura aus Brasilien und die Stadtentwicklung in dem New Yorker-Stadtteil Bronx. Otto Scharmer zitierte in diesem Kontext den Sozialwissenschaftler Kurt Lewin: „Wir verstehen ein System erst dann, wenn wir es ändern.“
  • Und als dritten hoffnungspendenden Aspekt nannte Otto Scharmer die großen Weisheitslehren der Welt. Stellvertretend nannte er Buddha, Konfuzius und Rudolf Steiner.

Während der zwei Tage des Global Forum wurde viel gearbeitet: im Forum, an Fünfertischen, zu zweit, und in Arbeitsgruppen. So entstanden viele Ideen und Inspirationen. Denn das ist auch das Ziel des Global Forum: Es ist der Versuch, die vielen weltweit bestehenden und neuen Innovationen und Initiativen zusammenzubringen. „Connecting the dots“ – die Punkte miteinander verbinden – ist das Ziel.

Sehr treffend hat dies für mich wiederum Paul Hawken  zusammengefasst in seinem Buch „Wir sind der Wandel“:
Wenn wir davon ausgehen, dass die Menschheit ein einziger Organismus ist, können wir uns eine kollektive Bewegung vorstellen, die diesen Organismus schützt und in die Lage versetzt, mit Bedrohungen fertig zu werden. Diese Fähigkeit zur Reaktion würde wie ein Immunsystem funktionieren, das unabhängig vom Willen des Einzelnen agiert. Die gemeinsame Aktivität von Hunderttausenden gemeinnütziger Organisationen [Anmerkung: ich würde hier auch Unternehmen und allgemein jeden Menschen ergänzen] kann als das Immunsystem der Menschheit betrachtet werden, das uns vor schädlichen Einflüssen wie Korruption, wirtschaftlicher Fehlentwicklung und ökologischem Zerfall schützt.

Was haben ein Müsli und eine Bank gemeinsam?

Montag, 12. September 2011

Mit mymuesli kannst du wählen, was in dein Müsli soll – und was nicht. Das kannst du auch mit deiner Entscheidung für deine Bank. Du entscheidest, was deine Bank mit deinem Geld finanziert – und was nicht.  Bei mymuesli sind alle Zutaten transparent – wir machen transparent, wer unsere Kreditkunden sind und was wir dort finanzieren.

Wir finden, das passt gut und haben uns daher entschlossen, gemeinsam mit mymuesli ein “Weltverbesserer-Müsli”  (selbstverständlich alles in “Bio-Qualität”) zu machen – das gibt es für mymuesli-Kunden, die bei uns ein Konto eröffnen.

Also: Für alle, die jetzt vielleicht schon mymuesli-Kunden sind und, die nun auch gerne ein TriodosTagesgeld oder einen TriodosSparplan eröffnen möchten: Unsere Aktion ist auch zeitlich limiert – unsere Sonderaktion läuft nur bis 30.11.2011. Hier erfährst du jetzt mehr!

In der Zwischenzeit lassen wir es uns schon einmal schmecken..

und lesen das erste mymuesli-Magazin, das zugleich auch Katalog ist.

Are you a Cultural Creative? Der Film zur Studie “The Cultural Creatives”

Mittwoch, 07. September 2011

 

“The Cultural Creatives – how 50 Million People are changing the world.” Diesen Titel trägt die Studie der beiden Wissenschaftler Ruth Anderson und Paul Ray. Über 10 Jahre nach Erscheinen dieser Studie gibt es nun endlich ein filmisches Porträt über diese weltweite Bewegung, in dem auch wir zu Wort kommen durften. Eine Studie, die fasziniert und ein so genaues Bild dieser Menschen zeichnet, dass man denkt, man säße in ihrem Wohnzimmer.

“You are not alone” – beim Lesen dieser Studie vor ein paar Jahren ging es mir so, dass ich mich und viele Freunde darin wieder erkannte. Und: Ich habe das Gefühl, es werden immer mehr. Kein Wunder, dass die beiden Autoren damals schrieben: “Imagine a country the size of France suddenly sprouting in the middle of the United States. It is immensely rich in culture, with new ways of life, values and worldviews. (…). There is a new country , just as big and just as rich in culture, but no one sees it. (…) This new country and its people are the subject of this book. We report thirteen years of survey research on more than 100.000 Americans, hundreds of focus groups and at about sixty in-depth interviews that reveal the emergence of an entire subculture of Americans.”  Übrigens: zur gleichen Zeit wurde auf europäische Ebene eine europaweite Studie in Auftrag gegeben – Ray und Anderson beschreiben das Ergebnis mit den Worten: “To their amazement, the evidence suggested that there are at least as many Cultural Creatives across Europe as we reported in the United States.” 

So werden die Cultural Creatives für verschiedene Lebensbereiche zum Beispiel so beschrieben: “Books and radio: very literate, demand for good informations, good deception-detectors for ads and for misleading corporate or political claims. Arts and culture: aggressive consumers of the arts and culture. Desire or authenticity: consumer rebellion against things that are “plastic” fake, imitation, poorly made, cliché…Careful consumers:  consumer of durable goods, careful and well informed shoppers who do not buy on impulse. They are likely to research a purchase first and are practically the only consumers who regularly labels. Foodies: They love to test new kinds of food, cook with friends, eat out a lot, do gourmet and ethnic cooking, try natural foods and health foods. Home: They don’t like status display homes with impressive entrances etc. They buy fewer new houses than most people of their income level, finding that new houses are not usually designed with them in mind. Authentic styling in homesVacation travel: leading edge of vacation travel that is exotic, adventuresome without danger, educational, experiential, authentic, altruistic or spiritual. They like temple tours in India and don’t go to fancy resorts. Experiential consumers: prototypical consumers of the experience industry (weekend workshops, spiritual retreats..) Holistic everything: prototypical consumers of personal growth psychotherapy, alternative health care and natural foods….”

Übrigens: Der Begriff des “Lifestyle of Health and Sustainability” tauchte auch damals auf.

Und jetzt: Film ab!

Weltladen Reloaded – der Fair Trade Shop in München

Mittwoch, 08. Juni 2011

Fair Trade Shop Gründer Heiko Harms und Peter Eicher

Am 26. Mai 2011 war es soweit. Unser neuer Kreditkunde, der „Fair Trade Shop“, öffnete seine Türen im Herzen von München in den frisch sanierten Stachus-Passagen. Die Gründer Heiko Harms und Peter Eicher wagen damit eine Neudefinition des Weltladen-Konzepts. Und die Triodos Bank begleitet sie dabei als Finanzierungspartner. Unser Kollege Götz Feeser, als Relationship Manager für die Kreditvergabe an Unternehmen und Institutionen im Bereich Sozialwirtschaft und Kultur zuständig, berichtet:

Nachdem wir erste tolle Fotos des fertiggestellten Fair Trade Shops von der offiziellen Eröffnung am Freitag, 27. Mai gesehen hatten, waren mein Kollege Richard Günther und ich sehr gespannt, uns selber vor Ort ein Bild zu machen und hatten hierzu direkt am Samstag, 28. Mai Gelegenheit: Gemeinsam mit den Gründern sowie Geschäftspartnern und vielen weiteren Menschen feierten wir den Start des Ladens. Wir waren sehr beeindruckt, sowohl von dem gelungen Design des Ladens als auch von dem Kreis an unterschiedlichsten Menschen, die das Projekt mit begleiten und unterstützen.

Der Fair Trade Shop ist wirklich super zentral gelegen in München. Wenn man eintritt, wird man von einem modernen, ästhetischen, aber gleichzeitig einladenden Ambiente empfangen. Auf einer Verkaufsfläche von 60 Quadratmetern werden ausgewählte Artikel des gehobenen Segments aus Fairem Handel angeboten. Viele Artikel sind zudem zusätzlich aus ökologischer Herstellung. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Mir haben insbesondere die schönen  Bambusschalen aus Vietnam gefallen (sehen wirklich schick aus) und sehr überzeugend war die Rotweinempfehlung aus Südafrika. Ansonsten gibt es Mode aus Bio-Baumwolle, schöne Taschen und weitere Non-Food-Artikeln, aber auch Food-Artikel wie gute Schokolade (bis zu 85% Kakaoanteil) oder Hochlandkaffee aus Bolivien, beides schön zum Verschenken.

Der Fair Trade Shop setzt stark auf Transparenz. So wird man als Kunde auf Wunsch von den vier freundlichen Verkäuferinnen genau informiert, unter welchen Bedingungen die Produkte hergestellt wurden und wie faire Handelskonditionen dazu beitragen, die Existenz der Hersteller sowie gerechte Löhne und soziale Arbeitsbedingungen zu sichern. Die Kombination aus Expertise im Fair-Handels-Bereich und Erfahrung im Einzelhandel zeichnet den Fair Trade Shop aus – zu dem neuen Team kann ich nur gratulieren. Ich habe mich als Kunde sehr gut beraten und wohl gefühlt.

Die Gründer des Fair Trade Shops, Heiko Harms und Peter Eicher, sind seit mehr als 20 Jahren in der Fair-Handels-Branche tätig. Sie beraten seit den 90er Jahren unter anderem die klassischen Weltläden in Marketingfragen. Hierbei machen sie immer wieder die Erfahrung: Der wirtschaftliche Erfolg der Weltläden hängt stark von der Standortfrage ab: je besser die Lage, desto höher die Umsätze. Dennoch scheuen die Weltläden in der Regel das finanzielle Risiko, in Zentrumsnähe zu eröffnen. Anders der Fair Trade Shop, der mit den Stachus-Passagen bewusst eine der belebtesten Einkaufspassagen Münchens, die täglich von bis zu 160.000 Besuchern frequentiert wird, als Standort gewählt hat.

Und Fairer Handel boomt. Immer mehr Verbraucher achten darauf, dass Produkte nicht nur ökologisch, sondern auch sozial gerecht hergestellt werden. Laut einer aktuellen Studie vom Mai 2011 gaben deutsche Verbraucher im vergangenen Jahr 340 Millionen Euro für Transfair-gesiegelte Produkte aus – eine Steigerung von 27 Prozent gegenüber 2009. Beste Voraussetzungen also für den Erfolg des Fair Trade Shop.

Deshalb haben wir uns auch als Triodos Bank entschieden, dem Fair Trade Shop einen Kredit zu geben. Dieser ist Teil eines innovativen Gesamtfinanzierungskonzepts, das wir gemeinsam mit den Gründern des Fair Trade Shop entwickelt haben. Denn neben uns als Kreditgeber haben sich Freunde und Bekannte mit Kapital in Form von Genussrechten an der Shop-Gründung beteiligt. Wir sehen als Bank die Genussrechte als Erweiterung des Eigenkapitals an und in der Bürgengemeinschaft von Menschen aus dem persönlichen und beruflichen Umfeld der Gründer eine zusätzliche Sicherheit.

Für wen München zu weit weg ist, dem kann ich dennoch einen positiven Ausblick geben. Denn langfristig sollen in größeren Städten bundesweit weitere Filialen des Fair Trade Shops entstehen.

„Gute Güter“ auf der goodgoods

Mittwoch, 01. Juni 2011

Faire Limonaden schlürfen, umweltfreundliche Autos von Tesla Probe sitzen, ökofaire Mode und innovative Produktdesigns bewundern – all das taten am vergangenen Wochenende rund 10.000 Messebesucher auf der goodgoods. Die Hamburger Messegesellschaft lud erstmalig zu der neuen Messe für nachhaltigen Konsum in die diesjährige Umwelthauptstadt Europas ein.

Per Bahn Angereiste wurden direkt vom Bahnhof mit Fahrradrikschas zur Messe  chauffiert. Hier war die Atmosphäre klasse: 90 größere und kleinere Unternehmen und Organisationen informierten über ihre Nachhaltigkeit und die ihrer Produkte und Dienstleistungen. Verschiedenste Lebensbereiche  wie „goodfood“, „goodmobility“, „goodhome“ oder „goodmedia“ waren vertreten. Das gefiel den Besuchern. Sie schauten sich im Fashion Cube Kollektionen von glore, Maygreen und Otto an, lernten im Fachforum von Michael Braungart und Ernst Ulrich von Weizsäcker über verschiedene Ansätze zur Lösung unseres Müllproblems und kreierten in der „Do it yourself-Welt“ eigene Gebrauchsgegenstände aus „nutzlosen Wertstoffen“ (ungleich Müll!) – so wurden zum Beispiel Lampen aus alten Schallplatten designt.

Auch an unserem Triodos Bank Stand war es spannend: Gerne beantworteten wir alle Fragen von „Was hat denn eine Bank mit Umweltschutz oder Bildung zu tun?“ bis „Wie viele Haushalte werden heute mit den erneuerbaren Energien versorgt, die ihr finanziert habt?“ (das sind übrigens europaweit weit über eine Million Haushalte). Es hat uns große Freude bereitet, uns mit den an Nachhaltigkeit hoch interessierten Besuchern auszutauschen – und zudem einige unserer Kunden zu treffen.

Darüber hinaus wurde im Fachforum des Vereins für ethische Investoren (CRIC) zum Thema „Möglichkeiten und Effekte nachhaltiger Geldanlagen“ diskutiert, wie Menschen mit ihrer Geldanlage etwas bewirken. Wenn Menschen ihr Geld einer Nachhaltigkeitsbank anvertrauen, können damit Kredite an Unternehmen und Organisationen vergeben werden, die für eine lebenswerte Zukunft arbeiten. Wir von der Triodos Bank finanzieren Akteure u.a. in den Bereichen ökologische Landwirtschaft, erneuerbare Energien, Sozialwirtschaft und Bildung. Unser Kollege Eike Zimbehl, Mitglied der Geschäftsleitung, gab in dem Fachforum von CRIC einen Einblick in die Gründungsmotivation unserer Bank. Schon 1980 wollten die vier Gründer in den Niederlanden durch den bewussten Umgang mit Geld zu einer nachhaltigen Gesellschaft und einer besseren Lebensqualität beitragen.

Die goodgoods war aus unserer Sicht eine tolle Messe, auf der sich interessierte Menschen persönlich die Nachhaltigkeit verschiedener Produkte und ihrer Produzenten unter die Lupe nehmen können. Wir würden uns freuen, wenn die Messe so weiter macht!

Transparent, interaktiv, online: unser Geschäftsbericht 2010

Freitag, 13. Mai 2011

Wie kann eine Online-Bank eigentlich noch mehr „online“ werden? Ganz einfach: indem sie ihren Geschäftsbericht auch entsprechend gestaltet: online, transparent, interaktiv.

In der Vergangenheit hat die Triodos Bank ihren Geschäftsbericht immer als gedrucktes Dokument erstellt. Schön dick, zum in den Schrank stellen…
Wir haben uns gefragt: muss das sein? Die ganze interne Arbeit und Kosten, die auf die Erstellung von Geschäftsberichten verwendet werden, und am Ende lesen das Pamphlet nur ein paar Menschen und auch die nur selektiv?

Deswegen präsentieren wir nun erstmals den Geschäftsbericht 2010 als Online-Version. Das ist besser für die Umwelt. Aber auch für unsere Anteilseigner, Kunden und alle an der Triodos Bank interessierten Menschen angenehmer und interessanter zu lesen.

Denn in dem Online-Bericht können wir mehr Informationen zu unserer Tätigkeit und unserem Wirken darstellen. Gleichzeitig kann sich der Leser genau das schnell und unkompliziert raussuchen, was ihn wirklich interessiert.

Und wir haben wirklich Interessantes zu berichten! Mit dem Geschäftsbericht 2010 legen wir erstmals nicht nur umfangreiche Finanzergebnisse vor, sondern auch Zahlen über die Wirkung der Triodos Bank im ökologischen und sozialen Sinne. Denn diese Zahlen sind für unsere Anteilseigener und Kunden doch eigentlich von besonderem Interesse: weil sie einen positiven Beitrag für Mensch und Umwelt mit ihren Geldern, durch ihre Bank leisten wollen.

Und das haben wir gemeinsam mit unseren Anteilseignern, Kunden und den von uns finanzierten nachhaltigen Unternehmen, Projekten und Institutionen 2010 unter anderem erreichen können:

100%
100% der Finanzierung der Triodos Bank geht an nachhaltige Unternehmen und Projekte.

17.283
17.283 nachhaltige Unternehmen und Projekte in ganz Europa sind Kreditnehmer der Triodos Bank.

3,3 Millionen
In 2010 besuchten 3,3 Millionen Menschen die von der Triodos Bank finanzierten Theater und Museen in ganz Europa.

4.818
In 2010 profitieren 4.818 Menschen von der Pflege in den 70 Altenheimen, die von der Triodos Bank finanziert werden.

1.181.600 europäische Haushalte
Die von der Triodos Bank finanzierten Projekte im Bereich erneuerbare Energien generieren genug saubere Energie, um den durchschnittlichen Bedarf von 1.181.600 europäischen Haushalten decken zu können. Dadurch werden 1.624.373 Tonnen CO2-Emissionen vermieden.

7,4 Millionen +
Unsere spezialisierten Mikrofinanzfonds stellen 85 Mikrofinanzinstituten in 43 Ländern Finanzierung zur Verfügung. Dadurch werden 7,4 Millionen Kleinstkreditnehmer erreicht.

Zu unserer Wirkung im Bereich Energie und Klima, Kunst und Kultur sowie Mikrofinanzierung berichten wir auch detaillierter im Geschäftsbericht 2010: Was ist unsere Vision und was bewegen wir hier.

Es gibt übrigens auch Videointerviews mit unserem Vorstandsvorsitzenden Peter Blom und Marilou Goldstein-Bouwers sowie Bas Rüter, beide Geschäftsleiter von Triodos Investment Management, unser Fondsgesellschaft.

Und natürlich kann man auch nachlesen, wie sich die Triodos Bank 2010 in Deutschland entwickelt hat und was die Aussichten für 2011 sind.

Übrigens (jetzt wird es etwas technisch): Der Geschäftsbericht der Triodos Bank ist ein integrierter Jahres- und Nachhaltigkeitsbericht. Das ist schon selten. Dazu kommt noch etwas seltenes: unser Geschäftsbericht beruht auf den GRI G3 Richtlinien, Applikations-Ebene A+. Was heißt das? GRI steht für Global Reporting Initiative. Aufgabe der GRI war und ist es, weltweit anwendbare Richtlinien für Nachhaltigkeitsberichte zu entwickeln, insbesondere für Großunternehmen, aber auch für andere Unternehmen, Regierungen und NGOs. Ziel ist die standardisierte Darstellung der ökonomischen, ökologischen und sozialen/gesellschaftlichen Performance des jeweiligen Berichtenden. Die GRI G3 Richtlinien sind die aktuellen  Richtlinien (im Oktober 2006 vorgestellt). A+ ist hierbei das höchste Level der Anwendung der Richtlinien und bedeutet zudem, dass ein externer Prüfer dies kontrolliert und bestätigt hat. Also: der Geschäftsbericht der Triodos Bank bietet maximale Transparenz über die Wirkung der Triodos Bank im Sinne der Nachhaltigkeit.

Und nun viel Spaß beim Lesen des neuen Online-Geschäftsberichts der Triodos Bank. Und wie bei allem was wir tun, möchten wir gerne Ihre Meinung dazu erfahren. Wir würden uns daher freuen, wenn Sie das Feedback-Formular ausfüllen und uns mitteilen, was Sie an dem neuen Online-Geschäftsbericht mögen und was nicht bzw. wo Verbesserungen erfolgen sollten. Besten Dank!

Vision Summit -Weitere Eindrücke

Dienstag, 26. April 2011

Auf dem Vision Summit beeindrucken und motivieren mich immer die vielen Gespräche und die Vorstellung der tollen Projekten von Social Enterpreneurs. Auf diesem Weg möchte ich auf einige dieser faszienierenden Intivativen hinweisen.

- Das Ökosoziale Klimaschutzprojekt von Soil&Energy. Unser Kunde handelt nach dem Motto von Konfuzius “Wer Bäume plfanzt, wird den Himmel gewinnen”. Hier wird man zum “Treepreneur”.

-  Das Projekt Arche Metropolis. Ein Kunstprojekt zu den Chancen und der Entwicklung der urbanen Gesellschaft im 21. Jahrhundert des Nama Rupa Kunst für Geist & Körper e.V. Dieses Projekt in Berlin Tempelhof wird von Tarik Mustafa und Martin Wittau betrieben.

- Die Plattform für soziale Investoren: Phineo gAG. Phineo baut eine Brücke für alle, die nicht nur Gutes tun, sondern auch Gutes bewirken wollen. Diese Brücke verbindet Soziale Investoren und gemeinnützige Organisationen.

- Natürlich das Magazin enorm. Das Magazin enorm ist ein unabhängiges Wirtschaftsmagazin, das an die Überwindung ökosozialer Missstände über Social Business, Social Entrepreneurship und soziales Unternehmertum glaubt.

- doonited inspiriert Menschen, in ihrem Alltag Gutes zu tun und dadurch einen nachhaltigen Wandel zu bewirken.

Dies ist natürlich nur ein Ausschnitt von den vielen inspirienden Intivativen, die man auf dem Vision Summit kennenlernen konnte.

Finanzierungsfragen auf dem Vision Summit

Freitag, 15. April 2011

Die Sozialunternehmer in Deutschland wollen nicht mehr warten, sondern hier und jetzt ihre Geschäftsideen umsetzen und mit ihren Unternehmen wachsen – für mehr soziale Gerechtigkeit. Motivation und Tatendrang lagen in der Luft, als sich vergangene Woche ca. 1.000 Sozialunternehmer und Interessierte rund um die Social Business Szene zum Vision Summit in Potsdam auf dem Universitätscampus trafen. An drei Tagen wurden von früh bis spät Erfahrungen ausgetauscht und genetzwerkt was das Zeug hielt – frei nach dem Motto der Veranstaltung „Don’t wait. Innovate!“.

Der Mensch mit seiner sozialen Unternehmung oder Idee stand klar im Mittelpunkt. Tipps und Know How wurde in zahlreichen Workshops vermittelt – von den geladenen Sprechern wie auch im Dialog mit dem oft sehr fachkundigen Publikum. Im Design Thinking Workshop unter der Leitung des Hasso-Plattner-Instituts erarbeiteten Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen zu einer Fragestellung neue Lösungsansätze. Zum Beispiel wurden bürokratische Hürden für Sozialunternehmer diskutiert und wie man „die träge Masse“ für nachhaltiges Verhalten gewinnen kann.

Da für die meisten Sozialunternehmer sowohl in der Gründungsphase als auch in der Wachstumsphase die Frage der Finanzierung eine große Rolle spielt, gab es zu dem Thema viele Workshop- und Informationsangebote. So wurden mögliche Eigenkapitalgeber vorgestellt: z.B. Fonds wie der Good Growth Fund, der LGT Venture Philanthropy Fund und MAMA. Auch Möglichkeiten der Fremdfinanzierung wurden präsentiert. Unser Geschäftsleiter Georg Schürmann stellte die Triodos Bank in einem Workshop vor. Das bewährte Modell, bei dem sich mehrere Eltern in einer Bürgengemeinschaft zusammenschließen um für einen Schulbau o.ä. einen Kredit aufzunehmen, interessierte den einen oder die andere Sozialunternehmerin. Außerdem sehen wir einen weiteren Bedarf und arbeiten an Lösungen insbesondere für Gründer mit kleinem Finanzierungsvolumen von € 10.000 bis € 15.000.

An anderer Stelle wurde der Vorteil einer Genossenschaft betont, Eigenkapital einsammeln zu können ohne eine Zulassung für einen Unternehmensprospekt der BaFin einholen zu müssen. Dies ist der Fall, da Wirtschaftsprüfer bei Genossenschaften nicht nur die richtige Aufstellung der Zahlen testieren, sondern gleichzeitig auch die Wirtschaftsfähigkeit.

An unserem Stand von der Triodos Bank führten wir viele interessante Gespräche. Auch die Plätzchen unseres Kreditnehmers Gutshof Hauteroda, auf dem behinderte und nicht-behinderte Menschen zusammen leben und bio-dynamische Landwirtschaft betreiben, kamen gut an. Den Gutshof sehen wir als gutes Beispiel für ein Unternehmen, das die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit Umwelt, Soziales und Wirtschaft miteinander in Einklang bringt.

Nach knapp drei Tagen Vision Summit, traten wir etwas müde, aber glücklich und mit motivierenden Eindrücken im Gepäck den Heimweg nach Frankfurt an. Und nehmen das Motto des Vision Summit 2011 mit nach Hause: Don’t wait, but innovate.

Wie kommen unsere Zinssätze bei den Anlageprodukten zustande?

Mittwoch, 13. April 2011

Das Interesse auf unserer Facebook-Seite zu den aktuellen Zinssätzen unseres Sparvertrages hat mich wirklich gefreut. Nun bietet unser Blog aber die bessere Möglichkeit als facebook, etwas ausführlicher den Hintergrund zum Thema “Zinssätze” zu erläutern.

Daher hier ein paar Sätze von unserer Seite dazu:

Erstmal grundsätzlich vorab: Uns ist Transparenz und Fairness wichtig – das gilt natürlich auch für die Zinssätze. Den Zinssatz des Sparvertrages haben wir an einen Referenzzinssatz gebunden. Dieser Referenzzinsatz ist der sog. 12-Monats-Euribor. Unsere Kunden binden sich bei dem Sparvertrag mindestens ein Jahr und sparen in der Regel länger. Hier wollen wir verlässlich sein und unsere Kunden sollen keine Überraschungen erleben. Deswegen haben wir die Bindung an einen Referenzzins gewählt. Dieser ist in den letzten Monaten gestiegen, so dass wir beim Sparvertrag jetzt einen Zinssatz von 2% p.a. anbieten.

Beim Tagesgeld orientieren wir uns am Marktdurchschnitt für Tagesgelder. Diesen findet man z.B. auf Websites wie der von FMH . Heute liegt dieser Zins bei 1,24%. Somit liegen wir weiterhin leicht über dem Marktdurchschnitt. Wenn dieser Zins steigt, werden wir auch unsere Tagesgeldzinsen erhöhen.

Wer sein Geld mindestens 1 Jahr anlegen möchte kann hierfür auch unseren Sparvertrag nutzen. Bei der Erstanlage sind auch Einmalbeträge möglich. Man kann also z.b. 5.000 Euro anlegen und eine kleine Sparrate von 25 Euro vereinbaren. Für die 5.000  Euro und natürlich die Sparraten gibt es dann 2 % p.a. Zinsen. Falls man das Geld dann wirklich braucht, kann man den Vertrag einfach kündigen. Aber bitte nicht vergessen, die 3-monatige Kündigungsfrist zu beachten. Ansonsten läuft der Vertrag einfach zum aktuellen Zinssatz weiter.

Nun hoffe ich, dass ich ein paar Fragen klären konnte – falls nicht, lassen Sie es uns weiter wissen. Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen!

Deutscher Nachhaltigkeitskodex

Mittwoch, 23. Februar 2011

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat zu einer Debatte über den neu entwickelten Nachhaltigkeitskodex aufgerufen. Hier kann der Entwurf eingesehen werden. An dieser Debatte haben wir uns beteiligt. Ich würde mich freuen, wenn sich aus dem Kreis unserer Kunden und Freunde viele ebenfalls an der Debatte beteiligen würden.

An den
Rat für Nachhaltige Entwicklung

Betreff: Beitrag zur Initiative „Deutscher Nachhaltigkeitskodex“

Sehr geehrte Damen und Herren des Rates für Nachhaltige Entwicklung,

als Europas führende Nachhaltigkeitsbank begrüßen wir, die Triodos Bank, die Initiative zur Schaffung eines Deutschen Nachhaltigkeitskodex.

Der Bedarf, zu mehr Transparenz und durch eine gewisse Form der Standardisierung auch zu mehr Verständnis hinsichtlich Nachhaltigkeit in der Wirtschaft zu kommen, ist in Deutschland zweifelsfrei vorhanden. Hierbei sei angemerkt, dass es eine große Herausforderung ist, einen Zustand zu definieren, ab dem ein Unternehmen als nachhaltig bezeichnet werden  kann. In der heutigen Praxis ist das Bemühen bei Unternehmen, nachhaltig zu handeln, unterschiedlich intensiv ausgeprägt. Wir verweisen hier auf die umfassenden Erfahrungen und Ergebnisse einschlägiger Nachhaltigkeits-Ratingagenturen.

Aus diesem Grund muss es aus Sicht der Triodos Bank das Ziel sein, diese Unterschiedlichkeit in der Praxis in die Gestaltung des Kodex mit einfließen zu lassen. Ansonsten besteht das Risiko, dass der Kodex Nachhaltigkeit auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner definiert wird – und ein Nachhaltigkeitskodex so am Ende in vielen Teilen der Gesellschaft keine Akzeptanz findet.

Vor diesem Hintergrund eine Anmerkung zu:

A.   Ziele des Deutschen Nachhaltigkeitskodex

Ergänzung um den Punkt: Unterschiede hinsichtlich des Grades der Umsetzung von Maßnahmen zur Erreichung unternehmerischer Nachhaltigkeit werden berücksichtigt und deutlich gemacht. Das erreichte Niveau wird explizit dargestellt.

Desweiteren sollte auf die Besonderheit von Finanzdienstleistern wie Banken und Versicherungen eingegangen werden. Hierzu folgender Ergänzungsvorschlag:

B.   Geltung, Anwendung und Wirkung

Zeile 29 bis 35: Bei Unternehmen, die als Geschäftszweck oder als wesentlichem Bestandteil dieses Geschäftszweckes Finanzinvestitionen tätigen, wird Bezug auf die UN PRI (United Nations Principles for Responsible Investment, www.unpri.org) genommen.

Die weiteren Anmerkungen sollen dazu dienen, dass Maßnahmen konkretisiert werden  und damit eine stärker bindende Wirkung erzielen. Desweiteren sollen diese Ergänzungen dazu führen, dass transparent wird, wenn keine konkreten Zeitpläne zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen wie z.B. CO2-Neutralität; 100% Einsatz von erneuerbaren Energien oder anderen entsprechenden Zielen vorliegen. Dies knüpft an den oben dargestellten Gedanken an, die unterschiedliche Zielerreichung darzustellen:

C.   Inhaltliche Anforderungen eines Deutschen Nachhaltigkeitskodex

Zeile 3 neu: Das Unternehmen soll die wesentlichen Chancen aus der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitskriterien und die Risiken auf sein Kerngeschäft, die durch Nichtanwendung von Nachhaltigkeitskriterien entstehen, im Hinblick auf langfristige Auswirkungen analysiert haben.

Zeile 26: Die Risiken, die aus der Nichtanwendung von Nachhaltigkeitskriterien entstehen, müssen beschrieben und bewertet werden.

Zeile 44: Einfügen eines Absatzes zu Kapitalanlagepolitik vor dem Kapitel „Umwelt“: Die Kapitalanlagepolitik muss sich an den UN PRI orientieren. Falls diese noch nicht berücksichtigt werden, muss ein Zeitplan kommuniziert werden, bis wann dies erreicht werden sollen, bzw. begründet werden, warum ein solcher Plan nicht entwickelt werden kann.

Zeile 46: Das Unternehmen muss definieren, bis wann in welchen Unternehmensbereichen 100% erneuerbare Energie eingesetzt wird. Falls ein solcher Zeitplan nicht vorliegt, muss dies begründet werden.

Zeile 52: Das Nachhaltigkeitsmanagement muss darüber hinaus auch den gesamten Produktlebenszyklus in die Analyse einbeziehen.

Zeile 58: Es muss dargelegt werden, wann das Unternehmen CO2-neutral gestellt ist. Falls ein solcher Zeitplan nicht vorliegt, muss dies begründet werden.

Zeile 69: In den weltweiten Wertschöpfungsketten muss die Einhaltung der einschlägigen Standards (ILO, UN, SA 8000) sichergestellt werden. Falls dies nicht kurzfristig erreicht werden kann, muss ein Zeitplan kommuniziert werden.

Zeile 78: … muss unterbunden werden.

Wir begrüßen ausdrücklich den offenen Dialog zur Initiative des Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Ziel muss es sein, auch in den Bereichen der Wirtschaft, die bereits heute für Nachhaltigkeit stehen, Akzeptanz hierfür zu finden.

Wir freuen uns auf weitere Diskussionen.

Mit freundlichen Grüßen

Georg Schürmann und Alexander Schwedeler
Geschäftsleitung Triodos Bank N.V. Deutschland