Wieder einmal bewegen wir uns in Schwindel erregendem Tempo auf Weihnachten zu. Und wie jedes Jahr stellt sich die Frage, was wir unseren Lieben zu Weihnachten schenken wollen. Antwort geben auf diese Frage kann Heiko Harms, Mitbegründer des ersten Fair Trade Shops in München, im Interview mit der Triodos Bank. Außerdem spricht unser Kreditkunde über den Zusammenhang von Weihnachten und Fair Trade und zieht Bilanz für das erste Geschäftsjahr des Fair Trade Shops München.
Wer sich für fairen Konsum interessiert, sollte außerdem unseren Beitrag dazu in der aktuellen Ausgabe des Triodos Mehr.Wert-Newsletters lesen.
Herr Harms, gibt es in Ihren Augen eine Verbindung zwischen Fair Trade und Weihnachten?
Fair Trade und die Weihnachtszeit passen natürlich sehr gut zusammen. Geschenke aus Fairem Handel bringen sowohl den Produzent/innen in den Entwicklungsländern als auch den Beschenkten hier große Vorteile. Die Produzent/innen erhalten einen überdurchschnittlichen Lohn und Sozialleistungen. Auch werden im Fairen Handel Gesundheitsversorgung und (Aus-)Bildungsmöglichkeiten groß geschrieben. Und die Verbraucher/innen bzw. Beschenkten erhalten ein qualitativ hochwertiges Produkt. Übrigens haben die „Christkinder“, die bei uns einkaufen, ebenfalls etwas davon, denn sie können bei uns nach Herzenslust stöbern, eine Tasse Kaffee oder Tee trinken, ganz nach dem Motto: Mit Genuss einkaufen und zukunftsfähig konsumieren.
Worauf sollte man beim Weihnachts-Shopping achten?
Weniger ist mehr! Ich finde, wenn man anderen mit Geschenken eine Freude bereiten möchte, sollte man auf Qualität achten: nicht nur auf die Qualität der Produkte an sich, sondern auch auf die ethische Qualität.
Welche Produkte aus dem Fair Trade Shop würden Sie zur Weihnachtszeit besonders empfehlen?
Besonders geeignet finde ich unsere Bambus-Produkte aus Vietnam, ganz gleich, ob kleine Schalen, große Salatschüsseln oder der Messerblock Mikoto. Sie haben ein trendiges Design, sind ausgezeichnet verarbeitet und eignen sich je nach Modell für jeden Geldbeutel.
Ein anderes kleineres Geschenk sind die zotter-Schokoladen, alle bio und Fair Trade. Das ist handgeschöpfte Schokolade in ungewöhnlichen, manchmal gewagten Geschmacksrichtungen, immer in künstlerisch ansprechender Verpackung. Für etwas mehr als 3 Euro kann man sich die „Handgeschöpfte“ leisten.
Und zu guter Letzt möchte ich noch die kolumbianischen Pendeluhren aus Alteisen empfehlen. Es sind fast ausschließlich Tiermotive, die aus dem Eisen geschmiedet werden, z.B. eine Katze, unter der sich als Pendel eine kleine rosa Maus hin und her bewegt. Nicht nur kleine Uhren- bzw. Tier-Fans haben großen Spaß daran.
Wie feiern Sie persönlich Weihnachten? Was ist für Sie das Wichtige an Weihnachten?
Für mich ist es eine große Familienfeier, wobei ich Familie weit definiere, also auch gerne mit meinen Freunden feiere. Dabei gefällt mir ein bisschen Tradition, d.h. Kerzen am Weihnachtsbaum und Weihnachtslieder singen, sich Zeit nehmen beim Geschenke auspacken. Besonders wichtig ist es auch, das ganze Fest mit viel Humor zu würzen; das gelingt zum Glück eigentlich jedes Jahr.
Wie war das Jahr 2011 für Sie?
Wahnsinnig spannend. Wir haben mit großer Unterstützung von Verwandten, Freunden und Geschäftspartnern, darunter maßgeblich der Triodos Bank, den ersten Fair Trade Shop Münchens eröffnet. Bis zur Eröffnung Ende Mai waren manche Hürden zu nehmen. Nur einige Stichpunkte: Mietvertrag aushandeln, Finanzierung sicherstellen, Personal einstellen, Umbau organisieren…
Und heute können wir sagen: Alle Mühen haben sich gelohnt. Der Fair Trade Shop ist ein „Magnet“ im Herzen Münchens geworden. Viele sagen uns: „Endlich gibt es ein schickes Fair Trade Fachgeschäft in City-Lage“. Die Momente, wenn wir diese Rückmeldungen von Kund/innen bekommen, sind die schönsten in unserem Alltag.
Was wünschen Sie sich für das kommende Jahr?
Erst mal Gesundheit und Gelassenheit für alle. Und dass der Vogel fliegt, d.h. der Fair Trade Shop sich weiter positiv entwickelt und noch viel mehr Münchner/innen und Touristen anzieht. Wir wollen unsere Bekanntheit erhöhen und eine Attraktion am Münchner Stachus werden.
Autor: Simon Opydo, bei der Triodos Bank im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig







