1. Global Forum am MIT-Presencing Institute, Boston, 24.-25. Oktober 2011

Alexander_Schwedeler

Bei klarem, hellem Herbstwetter trafen sich ca. 270 Menschen in Boston zum 1. Global Forum des Presencing Institute am Massachusetts Institut of Technology (MIT).  Daneben waren über 300 weitere Menschen via live stream aus aller Welt zugeschaltet. Worum ging es? Um die Stärkung der gegenseitigen globalen Wahrnehmung und Achtsamkeit und was dies für Veränderungen bewirken kann hinsichtlich der großen Krisen unserer Zeit.

Das Presencing Institute hat inzwischen mehr als 5500 Mitglieder in über 100 Ländern. Es steht für soziale Innovationen und Zusammenarbeit in den Feldern Wirtschaft, Soziales, Politik, Kultur, Forschung und Wissenschaft.

Otto Scharmer, der Leiter des Presencing Institute, präsentierte in seiner Einleitung zu der Veranstaltung drei Zahlen, mit deren Hilfe er auf die heute drängenden Probleme in der Welt aufmerksam machte.

  • Die Zahl „1,5“ steht für unseren ökologischen Fußabdruck, unseren Ressourcenverbrauch, der 1,5 Mal höher ist als die tatsächlich vorhandenen Ressourcen auf der Erde.
  • Die zweite Zahl ist „2,5 Milliarden“. So viele Menschen auf dieser Welt leben heute unter der Armutsgrenze.
  • Die dritte Zahl, die Otto Scharmer nannte, war die „3“. Weltweit nehmen 3 Mal so viele Menschen sich selbst das Leben wie Menschen andere, zum Beispiel in Kriegen oder durch Kriminalität, töten. Dazu kommen 15-20 Selbstmordversuche auf einen Selbstmord.

Diese drei Zahlen machen deutlich, dass wir uns eine Welt geschaffen haben und weiterhin schaffen, die wir nicht wollen.

Auf der anderen Seite gibt es außerordentlich ermutigende Entwicklungen. Otto Scharmer nannte hier ebenfalls drei.

  • Zuerst die weltweiten Aktivitäten der Zivilgesellschaft: den Arabischen Frühling, 99%, Occupy und viele andere. Der Ökologe, Unternehmer, Journalist und Schriftsteller Paul Hawken umschreibt diese in seinem wunderbaren Buch „Blessed Unrest“ (dt: “Wir sind der Wandel”) mit dem Satz “Wie die größte soziale Bewegung in der Menschheitsgeschichte der Welt heute zu neuer Anmut, Gerechtigkeit und Schönheit verhilft”.
  • Als zweites nannte Otto Scharmer die überall neu entstehenden innovativen Unternehmen und Projekte, die Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit liefern. Auf dem Global Forum wurden davon sieben ausgewählte Projekte und Unternehmen beispielhaft vorgestellt. U.a. durfte ich die Triodos Bank vorstellen. Andere Unternehmen und Projekte, die vorgestellt wurden, waren u.a. die Naturkosmetikfirma Natura aus Brasilien und die Stadtentwicklung in dem New Yorker-Stadtteil Bronx. Otto Scharmer zitierte in diesem Kontext den Sozialwissenschaftler Kurt Lewin: „Wir verstehen ein System erst dann, wenn wir es ändern.“
  • Und als dritten hoffnungspendenden Aspekt nannte Otto Scharmer die großen Weisheitslehren der Welt. Stellvertretend nannte er Buddha, Konfuzius und Rudolf Steiner.

Während der zwei Tage des Global Forum wurde viel gearbeitet: im Forum, an Fünfertischen, zu zweit, und in Arbeitsgruppen. So entstanden viele Ideen und Inspirationen. Denn das ist auch das Ziel des Global Forum: Es ist der Versuch, die vielen weltweit bestehenden und neuen Innovationen und Initiativen zusammenzubringen. „Connecting the dots“ – die Punkte miteinander verbinden – ist das Ziel.

Sehr treffend hat dies für mich wiederum Paul Hawken  zusammengefasst in seinem Buch „Wir sind der Wandel“:
Wenn wir davon ausgehen, dass die Menschheit ein einziger Organismus ist, können wir uns eine kollektive Bewegung vorstellen, die diesen Organismus schützt und in die Lage versetzt, mit Bedrohungen fertig zu werden. Diese Fähigkeit zur Reaktion würde wie ein Immunsystem funktionieren, das unabhängig vom Willen des Einzelnen agiert. Die gemeinsame Aktivität von Hunderttausenden gemeinnütziger Organisationen [Anmerkung: ich würde hier auch Unternehmen und allgemein jeden Menschen ergänzen] kann als das Immunsystem der Menschheit betrachtet werden, das uns vor schädlichen Einflüssen wie Korruption, wirtschaftlicher Fehlentwicklung und ökologischem Zerfall schützt.

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2 Antworten zu “1. Global Forum am MIT-Presencing Institute, Boston, 24.-25. Oktober 2011”

  1. Dagmar sagt:

    Ich finde es faszinierend, wie TheoryU ihren Weg durch die Gesellschaft findet und sich Menschen in verantwortlichen Positionen damit beschäftigen. Leider merke ich in meiner Branche noch nicht viel davon. Gerade im Bankenwesen ist es m.E. wichtig zu überlegen, wie das Neue in die Welt kommt, etwas ganz anderes vielleicht als bisher entsteht, was weit über die bekannten Produkte hinausweist. Ich denke das ist wichtig, um das Vertrauen der Menschen in diese Branche wieder aufzubauen und bin, wenn ich Ihre Seiten anschaue, ermutigt, das es gelingen könnte. Vielleicht gelingt es Ihnen, auch andere Entscheider für diese Ideen zu begeistern und, was noch wichtiger ist, diese Begeisterung auch in Handlungen umzusetzen.

  2. Hallo Dagmar,
    danke für Ihren Kommentar. Ja, TheoryU gibt uns sehr praktikable und umsetzbare Werkzeuge, um das Neue in das Bankwesen, in Organisationen in aller Welt (auch Nicht-Banken!) und das Zusammenleben und -arbeiten zu bringen. Wenn Sie mögen schauen Sie doch mal auf http://www.presencing.com bei den Tools. Dort gibt es eine ganze Reihe von Übungsanweisungen usw. um die Achtsamtkeit im täglichen Leben zu erhöhen. Und nur über achtsames Wahrnehmen des Anderen kommt das Neue in die Welt. Aber das ist nicht immer einfach. Wenn man drauf zu achten beginnt, merkt man auch immer öfter, wo man scheitert.
    Herzliche Grüße
    Alexander Schwedeler