
Nicht nur mit dem Geld, welches ich anlege bzw. investiere kann ich etwas bewegen. Die Triodos Bank gibt ihren Anlegern, die in Triodos Investment Fonds investieren eine Stimme.
Letzte Woche durfte ich diese Stimme für unsere Anleger sein. Das heißt: Triodos nimmt aktiv an Hauptversammlungen teil und bringt sich dort mit Fragen ein, um dort Veränderungen anzustoßen. Natürlich werden die Stimmrechte auch zur Abstimmung und damit zur Meinungsäußerung genutzt. In der Finanzwelt wird das dann „Engagement“ genannt.
Heute habe ich die Hauptversammlung von Henkel besucht. Den meisten Verbrauchern ist Henkel als Hersteller der Marken Persil und Schwarzkopf bekannt. Henkel zählt von den deutschen DAX-Unternehmen zu den führenden in Bezug auf Nachhaltigkeit. Auch in seiner Branche ist Henkel weltweit eines der führenden Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit – auch wenn es natürlich nicht mit klassischen “Öko-Herstellern” zu vergleichen ist. Aber ich bin der Meinung, dass jeder Schritt zählt!
Auf der Hauptversammlung wurde unter anderem die neue Form der Vorstandsvergütung inkl. des Bonussystems vorgestellt. Erfreulich ist, dass ca. die Hälfte des Bonus an langfristigen Komponenten ausgerichtet ist. Ich habe die Frage gestellt, ob auch Nachhaltigkeitsziele in das Vergütungssystem integriert werden. Henkel hat klare Nachhaltigkeitsziele für 2012 in ihrem Nachhaltigkeitsbericht formuliert. Es war schön zu hören, dass in der sog. “Kurzfristkomponente” des Bonus auch Nachhaltigkeitskriterien aufgenommen wurden. Leider wurden diese nicht weiterspezifiziert. Da werde ich wohl beim nächsten Mal nochmal nachhaken müssen.
Ich sehe es als eine Aufgabe von Triodos an, auch in den Dialog mit traditionellen Unternehmen bezüglich deren Nachhaltigkeitsstrategie zu treten. Triodos investiert mit seinen Wertpapierfonds nur in Unternehmen, die sehr strikte Kriterien (auch Negativkriterien genannt) einhalten. Wenn diese eingehalten werden, kann ein Investment in diese traditionellen Unternehmen erfolgen. Wichtig ist mir dann der Dialog mit diesen Unternehmen, um diese zu einem noch nachhaltigeren Wirtschaften zu motivieren.
Mir ist natürlich auch der Standpunkt bekannt, im Wertpapierbereich ausschließlich in ökologisch und sozial „korrekte“ Unternehmen zu investieren. Dann kann man natürlich nur in sehr wenig investieren. Ich glaube, dass dies für das persönliche Gefühl des Anlegers eine sehr angenehme Strategie ist und auch absolut verständlich ist.
Da ich aber etwas bewegen möchte und die Wirtschaft insgesamt nachhaltiger ausrichten möchte, halte ich den Weg, mit traditionellen Unternehmen in den Dialog zu gehen und wenn bestimmte Standards erfüllt sind, auch zu investieren, für zielführender. Dies sehe ich auch vor dem Hintergrund, dass es nur ein sehr geringes Angebot an Wertpapieren von öko-sozialen Unternehmen gibt. Man kann eben das Angebot auch dadurch erweitern, dass traditionellen Unternehmen nachhaltiger werden. Wichtig ist mir diese dynamische Komponente. Die Gefahr von Intransparenz ist natürlich nicht zu übersehen. Für private Verbraucher bzw. Anleger ist kaum zu erkennen ist wie nachhaltig ein Unternehmen ist oder ob es sich um „Greenwashing“ handelt. Ich glaube trotzdem nicht, dass uns ein „schwarz-weiß-Denken“ zu einer nachhaltigeren Wirtschaft führt. Und schließlich ist das das Ziel.
Mich würden aber andere Meinungen zu dieser Thematik interessieren, da dies auch sehr intensiv innerhalb von der Triodos Bank diskutiert wird.




[...] Ein lesenswerter Beitrag zum Thema “Banken und green washing” findet sich auf dem Weblog der Triodos Bank. Dort gibt Geschäftsführer Georg Schürmann einen Einblick in die interne Diskussion zu diesem [...]